ALLE FARBEN DES LEBENS

Achtung! Es wird bunt - 9 der wichtigsten LGBT-Filme aller Zeiten

Willkommen, Bienvenue, Welcome! Tauchen Sie ein in die bunte Welt des LGBT-Kinos! Zum Kinostart von ALLE FARBEN DES LEBENS nehmen wir 9 der wichtigsten Filme unter die Lupe, die schwule, lesbische, bi- oder transsexuelle Themen in den Vordergrund stellen und die queere Kultur geprägt haben. Ob herzzerreißend traurig oder zum Brüllen komisch - das LGBT-Kino ist genauso bunt und abwechslungsreich wie seine Community.

In ALLE FARBEN DES LEBENS erlebt die wunderbare Elle Fanning in ihrer Rolle als Ray eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Sie ist ein Junge, der im Körper eines Mädchens geboren wurde und nun sein wahres Ich endlich ausleben will. Hier kommt der Trailer zum neuen Film mit Susan Sarandon als lesbischer Großmutter und Naomi Watts als besorgte Mutter von Elle alias Ray. Gleich darunter geht es weiter mit 9 fantastischen Filmen in allen Farben des Regenbogens. Viel Spaß beim Durchstöbern!

  

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Cabaret (1972) 

Bob Fosses Film gilt vielen Kritikern und Fans als bestes Filmmusical aller Zeiten. "Cabaret" ist ein historisches Filmerlebnis und mit 8 Goldjungen ein absoluter Oscar-Liebling. Es gibt kaum eine Filmzeile aus diesem Klassiker, die noch nicht zitiert wurde...

 

 

Darüber hinaus war "Cabaret" einer der ersten Filme, die ein großes Publikum begeisterten, in dem die Homo- bzw. Bisexualität eines Protagonisten eine entscheidende Rolle für den Plot spielt. Das Sittenporträt des Berliner Lebens in den 30er Jahren zeichnet das Liebesdreieck zwischen der hinreißenden Sally (Liza Minelli), dem sexuell unentschiedenen Brian (Michael York) und dem Adligen Maximilian von Heune (Helmut Griem) vor dem Hintergrund der aufkeimenden Nazi-Diktatur nach. "Cabaret" machte die spritzige Liza Minelli zum Hollywoodstar und zur Schwulen-Ikone. Ihre Sally Bowles ist bis heute eine beliebte Vorlage für Travestiekünstler.

The Rocky Horror Picture Show (1975)

Kaum ein Film - und erst recht keiner, der auf den ersten Blick so schräg daher kommt - übt über Jahrzehnte eine derartige Faszination aus wie "The Rocky Horror Picture Show". Seit Generationen findet das grelle Filmspektakel immer neue Fans und bietet damit immer wieder Menschen aller couleur Identifikationspunkte. Tim Curry ging mit seiner schillernden Performance als Dr. Frank N. Furter, der seine Bi- und Transsexualität mit allen Sinnen auslebt, in die Filmgeschichte ein.

 

Der Film gilt in den USA sogar als nationales Filmerbe, welches es aufgrund der dargestellten (auch sexuellen) Vielfalt zu schützen gilt. Das Filmmusical bot einem queeren Publikum ein Zuhause, in einer Zeit, in der es trotz der behaupteten sexuellen Freiheit immer noch ein Tabu war, nicht heterosexuell zu sein. Judy Berman (Flavorwire) betont seine heutige Bedeutung:

"Wir beginnen endlich in der Welt zu leben, die Rocky Horror kreiert hat. Sie ist ein wenig verwirrender als damals, aber sie ist auch viel freier." 

Ein Käfig voller Narren (1978) / The Birdcage - Ein Paradies für schrille Vögel (1996)

Das französisch-italienische Original "Ein Käfig voller Narren" war 1978 der erste internationale Kassenschlager, der neben Schwulen auch die Drag-Queen-Kultur ins Zentrum der Handlung stellte. Bei aller überdrehter Komik kommt die Homophobie-Kritik nicht zu kurz. Besonders bemerkenswert: Er wurde 1980 für drei Oscars nominiert, darunter auch Beste Regie und gewann den Golden Globe als Bester fremdsprachiger Film. Der Erfolg zog 1996 ein US-amerikanisches Remake nach sich. "The Birdcage" mit Robin Williams in der Hauptrolle als tuntiger Armand, der seinem Sohn zuliebe einen Hetero spielt, trug entschieden dazu bei, dass die schwule Kultur im Mainstream ankam.

Man könnte die klischeebeladene Darstellung von Schwulen kritisieren...

Oder anerkennen, dass der Erfolg des Films zeigt, dass die queere Community auch über sich selbst lachen kann.

Das Gesetz der Begierde (1987)

Jeder Film von Pedro Almodóvar ist ein Spiel mit sexuellen Identitäten. Aber nur "Das Gesetz der Begierde" gewann den ersten Teddy Award überhaupt als Bester Film bei der Berlinale 1987. Damit wurde er als erster Film explizit für seinen LGTB-Hintergrund ausgezeichnet. Darüber hinaus öffnete der Film einem fast völlig unbekannten Antonio Banderas die Türen zu internationalem Erfolg, was beachtlich ist, wenn man bedenkt, dass Banderas einen Schwulen, von Eifersucht und Wahnsinn Getriebenen spielt, der aus purem Verlangen nach einem älteren Mann zum Mörder wird.

Coming Out (1989)

Heiner Carows Teddy Award-Gewinner tat 1989 nicht weniger, als die DDR-Gesellschaft über das Thema Homosexualität aufzuklären. Er war der einzige von der DEFA produzierte Spielfilm, in dem Homosexualität das zentrale Thema ist. Für besonders viel Aufsehen sorgte die Tatsache, dass der schwule Protagonist (wunderbar gespielt von Matthias Freihof) Lehrer ist und damit einer in der DDR hochangesehenen Berufsgruppe angehört. Carow kämpfte 7 Jahre lang für die Realisierung. Sein Fingerspitzengefühl sorgte dafür, dass die Liebesgeschichte zweier junger Männer über die DDR-Grenzen hinaus bis heute sein Publikum begeistert. 

"Liebe ist Liebe, ob im Osten, im Westen, vor 20 oder vor 200 Jahren." (Matthias Freihof) 

"Coming Out" gilt selbst international als Kultfilm der DDR. Kleine Randnotiz: Aufgrund des Publikumansturms fand die Uraufführung in einer Doppelvorstellung statt. Die Zuschauer gingen als Bürger der eingeschlossenen DDR ins Kino International - nach der Filmvorstellung war die Mauer gefallen.

My Private Idaho (1991)

Gus Van Sant fand für sein Drama "My Private Idaho" mit River Phoenix...

und dem blutjungen Keanu Reeves...

zwei Hauptdarsteller, die Mädchenherzen höher schlagen ließen... 

... und besetzte sie als schwulen Straßenjungen und heterosexuellen Stricher. Das Roadmovie ist der Beweis dafür, dass man als Mädchenschwarm keine Angst davor haben muss, einen Schwulen zu spielen. Und dass die Darstellung eines Homosexuellen keineswegs ein Karrierekiller sein muss. Im Gegenteil - die Performances von Phoenix und Reeves gehören zu den besten ihrer Karriere. 

Keanu Reeves kann die Angst vieler Schauspieler vor solchen Rollen sowieso nicht verstehen: 

"Mein Image verletzen? Wer bin ich? Ein Politiker? Nein, ich bin Schauspieler!"

"My Private Idaho" prägte das queere Kino der 90er Jahre entscheidend und ebnete u.a. den Weg für "Boys Don’t Cry" (1999), der wiederum die damals noch unbekannte Hilary Swank als Oscargewinnerin (für die Rolle eines Transjungen!) über Nacht auf die A-Liste der Hollywood-Ladies katapultierte. Zehn Jahre später führte Gus Van Sant Sean Penn zu Oscarehren als Bester Hauptdarsteller in seinem Drama "Milk".

Philadelphia (1993)

Das Schicksal des AIDS-kranken Anwalts Andrew Beckett traf das Publikum mitten ins Herz. Ein Publikum, das zu jener Zeit Angst hatte, Homosexuelle auch nur anzufassen.

HIV-Panik gab Homophobie neuen Aufschwung. Dass ausgerechnet Hollywood-Liebling Tom Hanks einen Infizierten spielt, trug mit Sicherheit dazu bei, Berührungsängste abzubauen. Genau wie seine Dankesrede bei den Oscars, die der frisch gekürte Beste Hauptdarsteller dafür nutzte, um für die Akzeptanz von Schwulen und AIDS-Kranken zu werben. Dabei sorgte Hanks sogar für einen legendären Oscar-Moment: Er outete seinen schwulen Lehrer (hier geht's zur Oscarrede).

In&Out (1997)

"In&Out" kommt so unbekümmert daher, dass man leicht vergessen könnte, dass der Kassenschlager die erste Komödie war, die ein Coming Out als zentralen Handlungspunkt setzt. Mit einer herrlichen Leichtigkeit nimmt Frank Oz den Vorfall der Oscarverleihung von 1994 auf die Schippe, bei der Tom Hanks aus Versehen seinen schwulen Lehrer outete. Nicht zu vergessen: "In&Out" zeigte den ersten schwulen Kuss in einem Publikumsliebling. Nicht nur ein Küsschen, ein richtiger Kuss mit allem drum und dran. Vor allem mit Vorzeige-Macho Tom Selleck! 

Wenn Kevin Kline sich eine Kassette einlegt, um endlich zu lernen, wie sich ein echter Mann zu benehmen hat und am Ende voller Lebenslust durch die Bude tanzt, hält es niemanden mehr auf dem Stuhl. I will surviiihiiive! 

BROKEBACK MOUNTAIN (2005) 

Über alle Zweifel erhaben: Ang Lees wunderschön inszenierte, herzzerreißende Liebesgeschichte zwischen dem sanften Jack (Jake Gyllenhaal) und dem ruppigen Ennis (Heath Ledger) toppt alle Listen, nicht nur die der besten UND wichtigsten LGTB-Filme aller Zeiten.

Mit 4 Golden Globes und 3 Oscars, darunter der Oscar für die Beste Regie, kam BROKEBACK MOUNTAIN als erster expliziter LGTB-Film zu umfassenden höchsten Ehren im Filmgeschäft. Gleichzeitig löste die Entscheidung der Academy gegen BROKEBACK MOUNTAIN und für "L.A.Crash" als Besten Film eine in einer vermeintlich aufgeklärten Gesellschaft überfällige Debatte über Homophobie in Hollywoodkreisen aus.

Was bei sämtlichen Top-Listen von LGBT-Filmen auffällt: Schwule und/oder bisexuelle Männer dominieren. L (lesbisch) und T (transsexuell) haben es noch immer schwer, bei einem breiten Publikum zu reüssieren. Das ändert sich langsam, dank Filmen wie "The Hours", "The Kids Are All Right", "Blau ist eine warme Farbe" oder "Carol".

Noch ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung ist ALLE FARBEN DES LEBENS, der gleich drei unterschiedliche Lebensentwürfe von Frauen in einem New Yorker Appartementhaus zusammen würfelt: den der alleinerziehenden Hetero-Mutter (Naomi Watts), den der in einer glücklichen Beziehung lebenden lesbischen Oma (Susan Sarandon) und den des Transjungen Ray (Elle Fannings), der gerade dabei ist, in seinem Leben die richtige Farbe zu bekennen, selbst wenn es mit einem blauen Auge beginnt.

 

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