SLEEPLESS - EINE TÖDLICHE NACHT

Deutsche Regisseure in Hollywood: The Next Generation

Die ersten Namen, die vielen in den Sinn kommen, sind natürlich Roland Emmerich und Wolfgang Petersen. Doch ersterer ist bereits 61, Petersen schon weit über 70 und eine neue Generation deutscher Filmemacher hat längst das Zepter übernommen...

Der Exodus deutscher Talente nach Hollywood ist so alt wie das Kino selbst. Ernst Lubitsch, Fritz Lang und Friedrich Wilhelm Murnau, die großen drei Ikonen des deutschen Kinos emigrierten einst nach Hollywood. Selbst der waschechte Brite Hitchcock lernte für einige Jahre in den Babelsberger Filmstudios – damals den modernsten der Welt - und drehte seine ersten Filme in Deutschland, bevor er sich in England beweisen und in Hollywood weltberühmt werden konnte. Eine Vielzahl deutscher und deutschsprachiger Filmemacher siedelte über den großen Teich, um Filme für ein internationales Publikum zu machen. Doch wer folgt auf Roland Emmerich und Wolfgang Petersen, der inzwischen übrigens wieder lieber in Deutschland dreht? Wer sind die Neuen in Hollywood?

Baran bo Odar

Der in der Schweiz geborene, aber in Erlangen aufgewachsene Baran bo Odar erregte mit seinem letzten Film „Who Am I – Kein System ist sicher“ viel Aufsehen. Der Thriller mit Elyas M’Barek und Tom Schilling in den Hauptrollen schaffte, was nur wenigen deutschen Genrefilmen vor ihm gelang - er wurde ein voller Erfolg.

Das ließ auch in Hollywood Talentscouts und Produzenten aufhorchen. So wurde Odars nächste Regiearbeit der 30 Millionen-Dollar-Actioner SLEEPLESS - EINE TÖDLICHE NACHT. In den Hauptrollen: Oscar-Preisträger Jamie Foxx, T.I., Michelle Monaghan und Dermot Mulroney.

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Dennis Gansel

Dennis Gansel ist hierzulande vor allem für seine historisch-politischen Filme wie „Napola – Elite für den Führer“ und „Die Welle“ bekannt.

Mit dem Action-Sequel „Mechanic: Resurrection“ arbeitete er 2016 erstmalig an einer internationalen Produktion, bei der Jason Statham die Hauptrolle übernahm (der sich übrigens auch persönlich für Dennis Gansel als Regisseur stark gemacht hat). In weiteren Rollen sind zudem Hollywood-Stars wie Jessica Alba, Tommy Lee Jones und Michelle Yeoh zu sehen.

Marco Kreuzpaintner

Der bayrische Regisseur Marco Kreuzpaintner gilt als einer der Zöglinge Roland Emmerichs. Mit der Coming-Of-Age-Komödie „Sommersturm" gelang Kreuzpaintner 2004 der Durchbruch in Deutschland. Schon seine nächste Regiearbeit „Trade – Willkommen in Amerika“ über Menschenhandel, Zwangsprostitution und moderne Sklaverei führte ihn nach Hollywood.

Der Film sollte ursprünglich unter der Regie von Roland Emmerich entstehen, der aber zur gleichen Zeit in der Vorbereitung für sein Regie-Projekt „10.000 B.C." steckte. So fand Emmerich Ersatz in Marco Kreuzpaintner, den er 2003 in München kennen gelernt hatte. Kreuzpaintners bislang größter Erfolg aber sollte ein deutscher sein: „Krabat“, die preisgekrönte Verfilmung des gleichnamigen Romans von Otfried Preußler erreichte fast 1,5 Mio. Kinobesucher in Deutschland.

Nach einigen Fernsehprojekten im letzten Jahr, wie einer Folge für den Polizeiruf 110, hat Marco Kreuzpaitner seinen nächsten Kinofilm bereits in Planung: „Undying“ mit Maria Bello und Youtube-Star Logan Paul erzählt die Geschichte eines Teenagers, der im Fegefeuer nach einem Weg sucht, um mit seiner wahren Liebe in Kontakt zu treten. Ziemlich abgefahren!

Robert Schwentke

Bereits Robert Schwentkes Regiedebüt, der Psychothriller TATTOO mit August Diehl, bereitete dem Stuttgarter ohne sein Wissen den Weg in Hollywood. Während er nämlich aufgrund von Finanzierungsproblemen bei seinem dritten Spielfilm in die USA übersiedelte, um am American Film Institute zu studieren, wurde sein Erstling in privaten Testscreenings gezeigt, so dass schon bald Disney auf ihn aufmerksam wurde.

Eigentlich wollte Schwentke zurück nach Europa. Stattdessen erhielt er plötzlich das Angebot, „Flightplan – Ohne jede Spur“ mit Jodie Foster in der Hauptrolle umzusetzen. Diese Chance sollte sein Leben komplett umkrempeln.

„Flightplan" wurde ein Megaerfolg. Schwentke blieb in Hollywood und drehte „Die Frau des Zeitreisenden", die Action-Komödie  „R.E.D. – Älter. Härter. Besser.“ sowie die ersten beiden Jugendbuchverfilmungen aus der Reihe „Die Bestimmung" mit Shailene Woodley. 

Marc Forster

Der in Deutschland geborene Marc Forster begann nach seinem Studium an der New York University direkt Filme für den amerikanischen Markt zu drehen. Seinen großen Durchbruch feierte Forster mit dem Independent-Drama MONSTER'S BALL, der Halle Berry den Oscar als Beste Hauptdarstellerin bescherte. Damit ist sie die erste (und bis heute einzige) schwarze Schauspielerin, die in dieser Kategorie gewinnen konnte.

Mit Filmen wie „Wenn Träume fliegen lernen“, „Stay“, „World War Z“ und natürlich dem James-Bond-Abenteuer „Ein Quantum Trost“ von 2008 konnte sich Forster anschließend einen festen Platz in Hollywoods Regie-Liga sichern.

Seit 2005 ist er zudem Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die jährlich die Oscars vergibt.

Tom Tykwer

Tom Tykwer schrieb schon mit seiner dritten Regiearbeit 1998 deutsche Filmgeschichte.

„Lola rennt“ steht weltweit sinnbildlich für den neuen deutschen Film, ebnete Franka Potente den Weg zu einer internationalen Karriere und fand mit dem ikonischen Bild der rothaarigen Berlinerin im Wettlauf gegen die Zeit Eingang in die weltweite Popkultur.

Zu seinem größten Erfolg wurde die englischsprachige Adaption des Romans „Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders“, für welche Tykwer auch Weltstars wie Alan Rickman, John Hurt und Dustin Hoffmann gewinnen konnte.

Zusammen mit den Wachowski-Geschwistern drehte er 2012 „Cloud Atlas“ und entwickelte mit den beiden Schöpfern der Matrix-Trilogie auch die Netflix-Serie „Sense 8".

Aktuell befindet sich seine TV-Serie „Babylon Berlin" in Produktion. Mit einem Budget von etwa 40 Millionen Euro eines der größten und spannendsten TV-Projekte, die je in Deutschland umgesetzt wurden.

Til Schweiger

Nein, das ist kein Scherz. Man kann ihn hassen oder lieben, aber Til Schweiger gehört ohne Frage zu den erfolgreichsten Regisseuren Deutschlands. War er in den USA bislang vor allem als Schauspieler bekannt, etwa aus „Muppets Most Wanted“, „Inglourious Basterds“ oder als Sachsenprinz Cynric aus der „King Arthur“-Verfilmung von 2004, will er sich jetzt mit seinem eigenen Remake der Tragikomödie „Honig im Kopf“ auch in Hollywood als Regisseur behaupten. Der Titel: „Head Full Of Honey“. Für die Hauptrolle konnte niemand geringeres als Michael Douglas gewonnen werden. Man darf gespannt sein.

 

Bildrechte: Sony Pictures, Twentieth Century Fox, Warner Bros., Buena Vista, Summit Entertainment, Concorde, Paramount

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