JACKIE

Gewinnt Natalie Portman 2017 ihren zweiten Oscar? So stehen die Chancen...

Die Oscar-Nominierungen sind draußen und das Rennen um die Goldjungs ist in vollem Gange. Die große Frage lautet jetzt: Wer toppt sie alle und nimmt am Ende den Oscar als Beste Hauptdarstellerin mit nach Hause?

*Update: Gewonnen hat Emma Stone!

Jetzt ist es offiziell und die Aufregung steigt. Nominiert für den Oscar in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin 2017 sind:

Natalie Portman - JACKIE

Ruth Negga - „Loving"

Isabelle Huppert - „Elle"

Emma Stone - „La La Land"

Meryl Streep - „Florence Foster Jenkins"

Einiges spricht dafür, dass Natalie Portman mit JACKIE das Rennen machen könnte.

Die First Lady mit den zwei Gesichtern - Natalie Portman in JACKIE

JACKIE zeigt Jaqueline Kennedy in den ersten Stunden und Tagen nach dem Attentat auf ihren Mann, den Präsidenten John F. Kennedy. Der Film fängt die Fragilität einer Frau ein, die gerade ihren Mann verloren hat.

  

Gleichzeitig strahlt Portman die Persönlichkeit aus, die Jackie Kennedy in privater Atmosphäre offenbarte.

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Das spricht für sie:

Die Performance

Natalie Portman gelingt die vollkommene Transformation. Die Unsicherheit der ehemaligen First Lady bei Auftritten in der Öffentlichkeit, ihre Benommenheit nach dem Mord an ihrem Ehemann und selbst der besondere Singsang in der Stimme von Jackie Kennedy - Natalie Portman weiß sich all das zu eigen zu machen und trotzdem wirkt ihre Performance nie aufgesetzt, bleibt immer authentisch. Dafür wurde sie bereits mit zahlreichen Kritikerpreisen bedacht und für viele kommende Auszeichnungen nominiert, darunter die für den Golden Globe als Beste Hauptdarstellerin in einem Drama.

Reale Vorbilder

Die Vorliebe der Academy für die Darstellung realer Persönlichkeiten und ganz konkret die Oscargewinne von Meryl Streep als "Iron Lady" und Helen Mirren in "The Queen" sprechen für Natalie Portman. Geht man zurück findet man in fast jedem Jahr mindestens einen Oscar, der für die Verkörperung einer real existierenden Person vergeben wurde. Beweise?

2016 gewannen Mark Rylance als Bester Nebendarsteller in "Bridge of Spies - Der Unterhändler" und Alicia Vikander als Beste Nebendarstellerin in "The Danish Girl" für ihre Darstellungen der historisch verbürgten Figuren des russischen Agenten Rudolf Abel sowie von Gerda Wegener, der Ehefrau des dänischen, transsexuellen Künstlers Lili Elbe, gespielt von Eddie Redmayne. Der überzeugte die Academy ein Jahr zuvor noch selbst als Stephen Hawking in "Die Entdeckung der Unendlichkeit". Und 2014 dominierten Matthew McConaughey und Jared Leto nach realer Vorlage in "Dallas Buyers Club" gegen den Favoriten Chiwetel Ejiofor aus dem Oscargewinner 12 YEARS A SLAVE. Für eben diesen holte sich überraschend Lupita Nyong’o den Oscar als Beste Nebendarstellerin. Und 2013 gewann Daniel Day-Lewis als "Lincoln" den Goldjungen. Fortsetzung folgt... 2017 könnten in dieser Hinsicht übrigens Ruth Negga als Mildred „Loving" und Meryl Streep als „Florest Foster Jenkins" Natalie Portman noch gefährlich werden. Beide spielen Figuren, die es tatsächlich gegeben hat.

Das Glück ist mit den Schwangeren

Auch dass Natalie Portman zur Verleihung hoch schwanger sein wird, könnte ihr wieder Glück bringen. Bei ihrem ersten Oscar 2011 war sie schwanger mit Söhnchen Aleph Portman-Millepied. Damals trat sie übrigens ebenfalls gegen Annette Bening an. Hier nochmal zur Erinnerung ihre Oscarrede. 

Darren Aronofsky

Als Regisseur von "Black Swan" verhalf ihr damals Darren Aronofsky zum Oscar-Glück. Der hat bei JACKIE immerhin als Produzent wieder seine Finger im Spiel. Ein gutes Omen.

Das spricht gegen sie: Eben dieser erste Oscar könnte auch gegen Natalie Portman arbeiten. So könnten die Mitglieder der Academy jemanden bevorzugen, deren Name noch auf keinem Goldjungen eingraviert wurde. Zum Beispiel für eine der nachfolgenden Konkurrentinnen...

Das Hollywoodsternchen - Emma Stone in „La La Land"

Die hoffnungsvolle Mia will ein großer Stern am schillernden Himmel der Traumfabrik Hollywood werden.

Auf ihrem Weg zum Ruhm begleitet sie der ebenfalls auf eine große Karriere wartende Jazzmusiker Sebastian (Ryan Gosling).

Das spricht für sie:

Gewinner der Herzen

„La La Land" gewann den Publikumspreis in Toronto und Emma Stone wurde in Venedig und bei den Golden Globes als Beste Schauspielerin (Musical/Komödie) ausgezeichnet. Die Selbstbespiegelung Hollywoods kommt generell gut bei der Academy an. Aber reicht das für einen Gewinn?

Alle lieben das Klischee

Kellner, die Schauspieler werden wollen, sind mehr als nur ein Klischee in der Stadt der Engel. Sie hoffen an jeder Ecke darauf, endlich entdeckt zu werden. Ja, viele Hollywoodstars haben tatsächlich selbst einmal so angefangen und in irgendeiner schäbigen Bar Teller gewaschen oder serviert, wenn sie Glück hatten. Diese Figur wird von Emma Stone mit viel Empathie verkörpert. Man kann nicht anders als sich in sie zu verlieben.

Alles für die Show

Ein weiterer Trumpf in Emmas Ärmel: Sie kann sich hervorragend selbst verkaufen. Wer im Oscar-Rennen gewinnen will, muss die Werbetrommel rühren. Das gelingt Emma Stone als beliebter TV-Show-Gast alle mal...

Das spricht gegen sie: Musical-Hauptrollen haben es schwer, sich bei den Oscars gegen Dramen durchzusetzen (siehe Renée Zellweger in „Chicago" oder Nicole Kidman in „Moulin Rouge"). Stone könnte die vergleichsweise geringe Dramatik der Rolle zum Verhängnis werden.

Die Unkonventionelle - Isabelle Huppert in „Elle"

Huppert spielt ein Vergewaltigungsopfer. Allerdings weigert sie sich, sich als Opfer zu fühlen. Stattdessen ist sie eine erfolgreiche Unternehmerin, Mutter und attraktive ältere Frau, die ihr Leben schnell wieder in den Griff bekommt.

Das spricht für sie:

Die Performance

Huppert sammelte für ihre Rolle in „Elle" bereits viele Preise, darunter den Golden Globe, der sie bei den Oscars zur gefährlichsten Konkurrentin von Natalie Portman machen könnte. Doch gerade in dieser Kategorie könnte sich die Entscheidung der Auslandspresse, die über die Vergabe der Globes bestimmt, für eine französische Schauspielerin massgeblich von der der Oscar-Academy unterscheiden.
Ebenso wie Portman läuft Huppert zur Hochform auf. Ihr Filmcharakter lässt sie alle Facetten spielen.

Das spricht gegen sie: Der Film ist sicherlich kein klassisches Oscar-Material und auch Hupperts Figur widerspricht den traditionellen Rollenvorbildern. Damit müssen die Mitglieder der Academy erst einmal klar kommen.

Die Exzentrikerin - Meryl Streep in „Florence Foster Jenkins"

Florence Foster Jenkins kann nicht gut singen. Sie singt eigentlich legendär schlecht. Das hält sie jedoch nicht davon ab, auf der Bühne zu stehen und aus vollem Halse Arien zu schmettern.

Das spricht für sie: 

Der Streep-Faktor

Sie ist Meryl Streep. Es war klar, dass man mit der Oscar-Rekordhalterin zumindest bei den Nominierungen rechnen musste. Die Branchenblätter Hollywood Reporter und Variety sind von Meryl Streep als Titelheldin in „Florence Foster Jenkins" jedenfalls begeistert.

Das spricht gegen sie:

Der Streep-Faktor

Von insgesamt 19 Nominierungen konnte Meryl Streep nur drei in Gold verwandeln. Aus dieser Perspektive ist das kein guter Faktor.

Zu altmodisch?

Der Film und die Rolle sind ein wenig aus der Zeit gefallen. Ob sich jedoch die mehrheitlich älteren Semester der Academy wirklich daran stören werden?

Die mutige Heldin - Ruth Negga in „Loving"

Mildred und Richard Loving lieben sich. Sie heiraten und gründen eine Familie. Das Problem: da sie eine Schwarze und er ein Weißer ist, ist das im Staat Virginia Anfang der 60er verboten. Die beiden kämpfen für ihre Liebe.

Das spricht für sie:

Die Performance

Der Film wurde in Branchenmedien schon lange als einer der Oscar-Kandidaten gehandelt. Ruth Negga als Herzstück des Films konnte also nicht ganz leer ausgehen. Mehrere Kritikerpreise hat sie bereits gewonnen. Ist die Nominierung für den Oscar jetzt schon die Krönung oder erst der Anfang?

Der Überraschungseffekt

Für Indiewire ist die Newcomerin eine heiße Kandidatin. Auch die Academy liebt Überraschungen wie sie in den vergangenen Jahren schon mehrfach bewies: Brie Larson konnte als Oscar-Neuling 2016 das Rennen für sich entscheiden. Und wer kannte Lupita Nyong’o, bevor sie sich 2014 den Goldjungen für 12 YEARS A SLAVE holte?  

Das spricht gegen sie: Obwohl 12 YEARS A SLAVE 2014 mit einem Oscar als Bester Film ausgezeichnet wurde, ging Chiwetel Ejiofor als Bester Hauptdarsteller leer aus und Lupita konnte nur in der Kategorie als Beste Nebendarstellerin glänzen. Ruth Neggas Name ist möglicherweise zu unbekannt, um im Feld der starken Frauen in diesem Jahr nicht unterzugehen. Wie mittlerweile bekannt ist, sehen nicht alle Academy Mitglieder die Filme tatsächlich auch an, bevor sie ihre Stimme abgeben.

Die Alien-affine Sprachkünstlerin - Amy Adams in „Arrival"

Leider nicht mehr im Rennen, aber unbedingt eine Erwähnung wert: Amy Adams soll in „Arrival" das scheinbar Unmögliche schaffen: mit Aliens kommunizieren und einen drohenden Krieg, der die Erde zerstören könnte, verhindern.

Obwohl Adams’ Präsenz den gesamten Film dominiert, konnte sie die Academy in dieser Saison leider nicht überzeugen. Im engen Feld der spannenden weiblichen Hauptrollen erschien Amy Adams als Alien-affine Linguistin mit ihrer zurückhaltende Spielweise ungerechtfertigterweise wohl einfach zu blass. Denn Amy ist längst überfällig für den Goldjungen. Ihre Oscar-Nominierungen häuften sich in den letzten Jahren. Fünf mal war Amy Adams bereits nominiert -  für vier Nebenrollen (in "Junebug", "Glaubensfrage", "The Fighter" und "The Master") und 2014 erstmals als Beste Hauptdarstellerin für AMERICAN HUSTLE.

Die gestandene Frau - Annette Bening in „20th Century Women"

Leider ebenfalls ohne Nominierung bleibt Annette Bening mit „20th Century Women", indem sie sich die Frage stellen muss: Wie macht eine Single-Mutter in Kalifornien ihren Sohn Ende der 70er Jahre ohne Vater zu einem anständigen Menschen?

Ohne Frage haben die genannten Darstellerinnen ausnahmslos alles gegeben. Doch das Feld ist in diesem Jahr denkbar eng. Wer könnte Deiner Meinung nach die Stufen zur Dankesrede bei den Oscars 2017 erklimmen? Hier kannst Du Deinen persönlichen Tipp abgeben und siehst direkt, wie Dein Tipp im Vergleich abschneidet.

Unsere Daumen sind diesmal für Natalie Portman gedrückt. Ihre Performance als Jackie Kennedy ist einfach magisch...

 

Bildrechte: Studiocanal, UIP, Sony, Constantin, Annapurna Pictures, MFA+

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