PLÖTZLICH PAPA

Omar Sy - Von Paris über Hollywood nach London und zurück

Seit "Ziemlich beste Freunde" lieben wir Omar Sy für seine verrückten Ideen, seine genialen Moves und sein großes Herz. Endlich bekommen wir mehr davon zu sehen: In PLÖTZLICH PAPA schiebt Omar Sy zwar keinen grummeligen Rollstuhlfahrer, dafür ist er der ziemlich beste Papa einer zuckersüßen Tochter. Höchste Zeit für ein Porträt des Franzosen...

Omar Sy bringt Menschen gerne zum Lachen. Dabei hatte er als Kind von afrikanischen Einwanderern in den Pariser Banlieues selbst nicht viel Grund dazu:

"Die Leute sehen dich an und sehen nur, dass du ein schwarzer Junge aus dem Banlieue bist. Alle Türen sind dir verschlossen. Aber ich habe von etwas anderem geträumt. Wenn ich eine Tür sehe, die nur einen Spalt weit offen steht, finde ich einen Weg durch diese Tür!"

Und was für einen Weg Omar Sy gefunden hat: Von den Banlieues nach Hollywood! Wir schauen uns an, wie er das Unmögliche geschafft hat.

Aller Anfang ist schwer

Dass er einmal als Schauspieler sein Geld verdienen würde, konnte der Sohn von armen Einwanderern nicht einmal ahnen. Eigentlich wollte Omar Sy Heizungsbauer werden. Ausgerechnet seine Kindheit in den Betonwüsten vor den Toren von Paris verschaffte Sy aber einen Job als Radiomoderator. Da er mit Einwanderern aus der ganzen Welt aufwuchs, konnte er sämtliche Akzente nachmachen und brachte so seine Zuhörer zum Lachen.

Sein Talent brachte ihm 2001 seine erste kleine Rolle in der schrägen Komödie "Stirb nicht zu langsam" ein. Es waren nur wenige Sekunden, aber sein Auftritt als herzhaft lachender Taxifahrer hinterließ Eindruck bei den Zuschauern.

Knapp daneben...

Omar Sy schoss sich direkt auf Komödien ein. Sein zweiter Filmauftritt im Klamauk-Actioner "The Race" fiel schon etwas größer aus. Allerdings war der Erfolg des Films mikroskopisch klein. Mit ein wenig Glück hätte sich Omar Sy schon 2002 einem größeren Publikum vorgestellt - doch seine Szene als Hieroglyphenmaler in ASTERIX UND OBELIX: MISSION KLEOPATRA wurde rausgeschnitten. 

Also konzentrierte sich Omar Sy auf seine Arbeit mit seinem Radiokumpel Fred Testot, mit dem er zu diesem Zeitpunkt bereits ein beliebtes Komikerduo in Frankreich bildete.

Omar macht sich einen Namen 

Die als "Omar et Fred" gefeierten Komiker bekamen 2005 ihre eigene Fernsehsendung. Darin trat Omar Sy in allen möglichen und unmöglichen Kostümen auf. Zum Beispiel als Teletubbie-artiges Wesen Patafoin. Mit seinen Akzenten und seiner Gesichtsakrobatik festigte er seinen Ruf als Gute Laune-Garant.

Einmal als Komiker gefeiert, blieb Omar Sy seinem Ruf treu. In der Komödie "Hilfe, Ferien!" nahm er erstmals seine Paraderolle als fürsorglicher Betreuer mit einem speziellen Sinn für Humor und einer Vorliebe für ungewöhnliche Erziehungsmethoden ein.

Hallo Deutschland!

2009 stellte sich Omar Sy endlich dem deutschen Publikum in einer größeren Rolle vor. Darin schlug er allerdings, für seine Verhältnisse, ersteinmal ernstere Töne an. In Jean-Pierre Jeunets herzerwärmendem Film "Micmacs - Uns gehört Paris!" gehört Omar Sy zu den Micmacs, einer Familie von liebenswürdigen Außenseitern. Omar spielt die schrullige Brillenschlange Remington, der mit seinen Mitmenschen hauptsächlich über Redensarten kommuniziert.

Mit Frankreichs Komödien-Liebling und Aushänge-Star Dany Boon bildet Omar Sy im Film ein geniales Leinwand-Duo.

Omars ziemlich beste Jahre

In Frankreich war Omar Sy 2009 bereits selbst ein Star. In Deutschland noch kaum bekannt. Das sollte sich 2011 ändern, als er mit dem Zuschauerliebling "Ziemlich beste Freunde" die Kinoleinwände stürmte. Die wahre Geschichte der Freundschaft zwischen einem Krankenpfleger und einem Rollstuhlfahrer (gespielt von François Cluzet) wurde in Frankreich der zweiterfolgreichste Film aller Zeiten. 

Dazu kann auch Hollywood nicht nein sagen. Derzeit bastelt man an dem US-Remake von "Ziemlich beste Freunde". Omars Rolle soll Kevin Hart übernehmen. Als Krankenpfleger wird er Breaking Bad-Star Bryan Cranston im Rollstuhl durch die Gegend schieben.

Ob Kevin Hart an Omar Sys Charme heranreichen wird?

Mit seinem schallenden Lachen, seinen Dancemoves und seiner politisch herrlich unkorrekten Art ist Omar Sy schon ziemlich einzigartig.

Während Omar Sy Europa eroberte und Hollywood auf ihn aufmerksam wurde, ließ seine Heimat Frankreich ihm eine besondere Ehre zuteil werden: Für "Ziemlich beste Freunde" wurde er als erster schwarzer Schauspieler mit dem César als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Danach hob seine Karriere ab.

Noch im selben Jahr spielte er in "Die Vollpfosten – Never change a losing team" einen Ex-Profifußballer, der es noch einmal wissen will. In der französischen Komödie ging der Humor wieder voll auf die Zwölf.

Omar from the Block

Schon vor PLÖTZLICH PAPA bewies Omar Sy seine Qualitäten als alleinerziehender Vater in der Komödie "Ein Mordsteam" (2012). Darin spielt er den Polizisten Ousmane, der verdeckt in der französischen Schickimicki-Gesellschaft ermittelt. Bei seinen Recherchen kommt er - wie sollte es bei Omar Sy auch anders sein - auf sehr unkonventionelle Ideen und kollidiert mit seinem Partner Laurent Lafitte (bekannt aus KLEINE WAHRE LÜGEN).

Genau wie Omar hat auch sein Charakter in "Ein Mordsteam" schwierige Startbedingungen als Kind aus dem Banlieue. Und genau wie sein Filmcharakter ist auch Omar stolz auf seine Herkunft:

"Im Banlieue war die ganze Welt: Inder, Pakistaner, Tunesier, Marokkaner, Algerier, Senegalesen, Malier, Portugiesen, Italiener, Koreaner, Vietnamesen. Es war friedlich. Es hat alle bereichert. Ich habe so viele fremde Gerichte gekostet, so viele fremde Wörter gelernt. Ich konnte eine Weltreise in dem gleichen Hochhaus unternehmen."

Auf verschlungenen Pfaden

In den folgenden Jahren blieben die ganz großen Rollen erst einmal aus. 2013 probierte Omar Sy in Michel Gondrys surrealem "Der Schaum der Tage" mal eine ganz neue Richtung aus. In der visionär-skurrilen Romanverfilmung spielt er den Frauenschwarm Nicolas. Auch in diesem Film dürfen Omar Sys Tanzkünste, die neben seinem breiten Lächeln zu seinen Markenzeichen gehören, nicht fehlen.

Im selben Jahr schnupperte Omar Sy erste US-amerikanische Luft - zumindest im Film. In der Komödie "FBI – Female Body Inspectors" spielt er den herzensguten Mosby, der im Weißen Haus für Ordnung sorgt.

Hollywood ruft

2014 zündete dann seine internationale Karriere. In Hollywood legte er den klassischen Start als Nicht-US-Amerikaner hin: Er spielte einen Bösewicht im mäßig erfolgreichen Krimidrama "Good People" neben Kate Hudson und James Franco.

Noch im selben Jahr stand Sy für seinen ersten Blockbuster vor der Kamera. In Bryan Singers Kassenschlager "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" spielte Sy den Mutanten Bishop, der Energie absorbieren und wieder abgeben kann. In dem beeindruckenden Star-Ensemble spielte Sys Figur eine Schlüsselrolle im Film.

Kaum wiederzuerkennen, mit ungewöhnlich viel Haar und rot leuchtenden Augen bot der 1,90-Hühne einen beeindruckenden Anblick. 

Ein Jahr später zog er das nächste Mega-Franchise an Land: in "Jurassic World" trainiert er als Kollege von Shootingstar Chris Pratt die heimlichen Stars der Filmreihe: die Raptoren.

Dabei suchte Omar Sy in Hollywood nicht nur die großen Blockbuster. 2015 kochte er sich als französischer Küchenzauberer neben Hollywood-Hottie Bradley Cooper durch das Drama "Im Rausch der Sterne" von Regisseur John Wells (IM AUGUST IN OSAGE COUNTY).

Vive la France!

Hauptrollen und interessante Parts warten aber weiterhin hauptsächlich in Frankreich auf ihn. 2014 drehte Omar Sy seinen ersten Film, in dem er eine Titelrolle spielte. Die Macher von "Ziemlich beste Freunde" besetzten ihn als Samba in "Heute bin ich Samba". In der Komödie mit ernsten Untertönen spielt Omar Sy einen Einwanderer, der sich in die schüchterne Charlotte Gainsbourg verliebt. Die Erfolgscombo zündete erneut und landete in Frankreich auf Platz 1.

Ein Jahr später drehte Omar Sy in "Monsieur Chocolat" als Clown in der Zirkusmanege so richtig auf und nahm die Klischees über Schwarze gnadenlos auf’s Korn. Doch im Film hat Omar Sy nicht nur Grund zum Lachen. Das Biopic erzählt die Geschichte des echten Monsieur Chocolat Rafael Padilla, der um 1900 als Sklave von Kuba kam und als erster schwarzer Entertainer des modernen Frankreichs in die Geschichte einging.  

In der Manege steht Sy James Thierrée zur Seite, der echte Enkel von Slapstick-Legende Charlie Chaplin! Omar Sys Auftritt zeigte: selbst neben so einem Komik-Talent muss er sich keineswegs verstecken.

 

 

Ein von Omar Sy (@omarsyofficial) gepostetes Foto am <time style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;" datetime="2015-12-02T19:45:13+00:00">2. Dez 2015 um 11:45 Uhr</time>

Die Reise geht weiter

2016 ging die Reise durch Hollywood mit dem nächsten filmischen Schwergewicht weiter: In Ron Howards Dan Brown-Verfilmung "Inferno" puzzelt sich Omar Sy mit bzw. gegen Tom Hanks in gewohnter Dan Brown-Manier durch ein mysteriöses Rätsel. 

Während sich die beiden auf der Leinwand nicht ganz grün sind, verstanden sie sich hinter der Kamera blendend.

 

 

Ein von Omar Sy (@omarsyofficial) gepostetes Foto am <time style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;" datetime="2015-07-11T00:27:56+00:00">10. Jul 2015 um 17:27 Uhr</time>

Mittlerweile ist Omar Sy in Hollywood so gefragt, dass er mit seiner Frau und seinen vier Kindern nach Los Angeles gezogen ist.

Um sein Geld zu verdienen, muss er heute zum Glück nicht an Heizungen herumschrauben. Er tut das, was er am liebsten macht und am besten kann: Er bringt uns zum Lachen. Als chaotischer, aber herzensguter Papa auch endlich wieder auf der großen Leinwand!

 

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Bildrechte: Arthaus, Senator, Fox, Universum, Sony, EMS, KMN

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