Paris kann warten

Der Coppola-Clan: Eine Hollywood-Dynastie

Die Geschichte der Coppolas ist eng verbunden mit der Geschichte Hollywoods. Nach mehr als einem halben Jahrhundert ist ihr Stammbaum fest in der amerikanischen Filmindustrie verwurzelt. Coppola ist längst mehr als ein Name. Coppola ist ein erfolgreiches Familienunternehmen mit zahlreichen Talenten.

Neu im Kino läuft das Spielfilm-Regiedebüt der 81-jährigen Eleanor Coppola PARIS KANN WARTEN. Doch obwohl sie die Ehefrau von Kultregisseur und Oscar-Preisträger Francis Ford Coppola ist, musste sie sechs Jahre lang für die Finanzierung ihres Films kämpfen, der starke autobiographische Züge trägt.

Was es heißt, ein Coppola zu sein und wer noch zu diesem illustren Clan gehört, erfährst du hier...

Eleanor Coppola - Die erfahrene Debütantin

Zwar ist PARIS KANN WARTEN ihr erster Spielfilm als Regisseurin, Neuland ist das Filmgeschäft für Eleanor Coppola aber keineswegs. So arbeitete sie schon im Jahr 1963 am Horrorfilm „Dementia 13“ als Szenenbildnerin mit, bei dem sie dessen Regisseur Francis Ford Coppola kennen und lieben lernte.

Noch im gleichen Jahr heirateten die beiden und fortan durfte Eleanor hin und wieder bei seinen Filmen mitwirken. Wie auch beim Drama „Liebe niemals einen Fremden“ (1969), in dem sie in einer kleinen Nebenrolle sogar vor der Kamera stand. Als Hauptdarsteller fungierten damals James Caan und Shirley Knight.

Eleanor und Francis Coppola bekamen drei Kinder: Roman, Sofia und Gian-Carlo, der mit nur 22 Jahren bei einem Bootsunfall ums Leben kam und die Geburt seiner Tochter Gia nicht mehr erlebte. Ein tragischer Verlust, den seine Mutter Eleanor auch in PARIS KANN WARTEN noch einmal verarbeitet hat.

Für internationale Aufmerksamkeit sorgte Eleanor Coppola als im Jahr 1991 ihre Aufnahmen von den Dreharbeiten des Vietnamkriegs-Epos „Apocalypse Now“ (1979) als Grundlage für die Dokumentation „Reise ins Herz der Finsternis“ genutzt wurden. Die fesselnde Doku über die schwierigen Dreharbeiten des Meisterwerks erreichte fast die gleiche Popularität wie der Originalfilm ihres Mannes.

Francis Ford machte jedoch seine Skepsis über das Endergebnis des Emmy-gekrönten Making-Ofs deutlich, wie Eleanor dem Branchenblatt Hollywood Reporter verriet:

„Als der Film herauskam, war er nicht glücklich, weil er dachte, er würde ihn zu unbeherrscht dastehen lassen. Aber tatsächlich zeigt die Doku den kreativen Prozess und die tiefe Qual, die das Filmemachen sein kann. Nun denke ich, ist er darüber hinweggekommen.“

Nach einigen dokumentarischen Kurzfilmen inszenierte Eleanor mit PARIS KANN WARTEN ihren ersten fiktiven Film und ist mit 81 Jahren die älteste noch lebende Regisseurin in Hollywood. Dass man ihr dieses Alter nicht im Geringsten anmerkt, zeigte sie kürzlich im Interview, das wir mit ihr beim Filmfest München führten. Dieses kannst du dir auch mit deutschen Untertiteln ansehen (einfach in den Einstellungen auf die Untertitel-Funktion klicken).

Francis Ford Coppola - Der visionäre Patriarch

Er ist wohl DAS Aushängeschild des Coppola-Clans. Francis Ford Coppola gilt heute als einer der einflussreichsten und bedeutsamsten Regisseure der letzten 50 Jahre. Diesen Ruf erarbeitete er sich durch Klassiker wie die „Der Pate“-Trilogie…

…den hochspannenden Thriller „Der Dialog“ mit Gene Hackman…

…und dem bereits erwähnten Vietnamkriegs-Drama „Apocalypse Now“.

In den letzten Jahren wurde es hingegen etwas ruhiger um den fünffachen Oscar-Preisträger. Lange zog er sich aus dem Regiegeschäft zurück. Mit seinen jüngsten Filmen „Twixt“ (2011) oder „Jugend ohne Jugend“ (2007) konnte er zudem nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen. Dank seiner Detailversessenheit beim Drehen und seinem kreativen Ehrgeiz ist er jedoch längst eine lebende Legende.

Dass seine Frau Eleanor in PARIS KANN WARTEN Diane Lane als Hauptdarstellerin einsetzte, ist vermutlich kein Zufall. Francis Ford holte sie nämlich selbst bereits viermal vor die Kamera. In welchen seiner Filme Diane Lane mit an Bord war, erfährst du hier.

Sofia Coppola - Das kreative Wunderkind

Als jüngstes Kind von Francis Ford und Eleanor hatte Sofia Coppola natürlich große Fußstapfen zu füllen. Inzwischen kann die 46-jährige aber auf eine beeindruckende Karriere zurück blicken. Anfangs trat sie noch als Darstellerin in den Filmen ihres Vaters auf. Ihre Rolle in „Der Pate – Teil III“ brachte ihr jedoch gleich zweimal den Anti-Oscar Goldene Himbeere ein.

Weitaus erfolgreicher lief Sofias Regiekarriere, der sie sich bald darauf widmete. Nach ihrem hoch gelobten Regiedebüt „The Virgin Suicides“ im Jahr 1999, begeisterte sie vier Jahre später mit der Tragikomödie „Lost in Translation“ Publikum wie Kritiker und wurde dafür mit einem Oscar für das Beste Drehbuch belohnt.

Auch mit ihren Folgefilmen „Marie Antoinette", SOMEWHERE und THE BLING RING zeigte sie ihren ganz eigenen Stil als Regisseurin.