ZU GUTER LETZT

Durch den Frühling mit der einzigartigen Shirley MacLaine

Die roten Haare sind inzwischen grau geworden, sitzen aber noch immer perfekt. Die Fingernägel sind manikürt. Ihre Augen blitzen wach und amüsiert. Shirley MacLaine sitzt noch immer der Schalk im Nacken. Wir begleiteten die 82jährige Oscar-Preisträgerin auf der Promotiontour für ihren neuen Film ZU GUTER LETZT durch den Frühling.

Noch vor den Oscars® gelang Shirley MacLaine ein Auftakt nach Maß. Beim jährlich stattfindenden Dinner der Los Angeles Film Critics Association wurde sie mit einem Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. In ihrer Dankesrede verlas sie vor den versammelten Filmkritikern einige der vernichtendsten Kritiken ihrer Karriere.

„Magnolien aus Stahl":

„Alle Darstellerinnen sprechen, als würden sie den Text von einem Aufkleber an der Stoßstange vor ihnen ablesen."

„Verliebt in eine Hexe":

„Die größte Enttäuschung ist Shirley MacLaine als magische Wichtigtuerin Endora. Sie leiert ihre Rolle nicht nur herunter als wäre sie nur übers Telefon anwesend. Sie hält es nicht mal für nötig, überhaupt erst den Hörer abzunehmen."

„Am Wendepunkt":

„Der Film verdient jeden Oscar, den er gewonnen hat - keinen."

„Mrs. Winterbourne":

„Vorsicht vor der grässlichen Musicalnummer, in der Shirley und Ricki Lake versuchen 'On the Sunny Side of the Street' zu singen."

Sie hielt kurz inne.

„Der Mann hatte Recht."

Damit waren die Lacher des Publikums natürlich auf ihrer Seite. Trotzdem ließ sie es sich nicht nehmen, ihre Rede mit einer ernsten Note zu beenden:

„Ich möchte euch Kritikern nur sagen, dass ihr unsere Freunde seid. Ihr steuert uns. Ihr seid die Art von Freunden, die keine Angst davor haben, uns zu sagen, was ihr wirklich denkt. Und daraus lernen wir, wie wir besser werden können."

Einen Monat später, bei der diesjährigen Oscar®-Verleihung, verkündete die Grande Dame gemeinsam mit Charlize Theron den Gewinner für den Besten fremdsprachigen Film (der iranische Beitrag „The Salesman") und bekam bei ihrem Auftritt stehende Ovationen von der anwesenden A-Liga Hollywoods.

Shirley MacLaine bemerkte dabei augenzwinkernd:

„Das ist der schönste Empfang, den ich in 250.000 Jahren hatte.“

Statt sich in die Robe eines namhaften Designers zu werfen, ließ Shirley übrigens einfach Klamotten aus ihrem Kleiderschrank recyceln. In einem Interview mit der New York Times gestand sie kürzlich: „Ich habe eine schwarze Paillettenhose von einer meiner Vegas-Shows getragen, ein Top aus einem meiner Filme - ich habe vergessen, welcher - und einen Rollkragenpulli von Chicos.“ Ihr Sinn für Mode sei eben einfach, lachte sie und dachte vermutlich an ihre zahllosen verrückten Filmkostüme wie das in „Immer mit einem anderen".

„Ich habe genug Sachen in meinem Kleiderschrank. Die reichen für 13 Leben."

Der Abend versprach eine Achterbahnfahrt der Gefühle für sie zu werden. Die Freude über die Würdigung wich am späten Abend der Fassungslosigkeit, als Faye Dunaway und MacLaines Bruder Warren Beatty („Bonnie und Clyde") bei der Verkündung der wichtigsten Kategorie den falschen Film verlasen und „La La Land" statt „Moonlight" zum Besten Film und Gewinner des Abends kürten. Grund hierfür war ein vertauschter Umschlag. Hollywood hielt den Atem an und Shirley war schockiert.

 

Ein Beitrag geteilt von MOVIES & ACTORS (@bestmoviesandactors) am <time style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;" datetime="2017-02-27T06:49:05+00:00">26. Feb 2017 um 22:49 Uhr</time>

 

Dass ausgerechnet ihr Bruder in diese unglückliche Lage geraten war, hatte Shirley MacLaine sehr mitgenommen: „Ich war besorgt darüber, wie er [Beatty] sich gefühlt haben muss. Ich bin drei Jahre älter und habe ihn immer beschützt. Wir wissen, wie schwierig es für ihn war, aber das war es auch für mich."

Doch Sonne und Wolken wechselten in diesem Frühjahr schnell für Shirley MacLaine. Nur zwei Tage später erhielt sie den KCET Cinema Series Lumière Award, der mit einer Reihe von Ehrungen alter Freunde und Wegbegleiter daher kam.

Ihre alte Freundin Barbra Streisand, die am gleichen Tag mit Shirley Geburtstag hat und diesen seit Jahren zusammen mit ihr feiert, widmete ihr folgende Zeilen:

„Sie kann wie wild spielen und tanzen, wunderschön und aufregend sein auf eine überraschende Art und Weise. Sie bringt uns zum Lachen und zum Weinen, und manchmal auch beides auf einmal. Das ist einzigartig - das ist Shirley!" 

Oscar-Preisträgerin Marcia Gay Harden (hier rechts im Bild) spielte zusammen mit Shirley in „Die Herbstzeitlosen.“

„Du hast dich immer ohne Sicherheitsnetz da raus getraut, Shirley. Und damit hast du so viele andere Frauen ermutigt, es dir gleich zu tun."

Christopher Plummer war zusammen mit Shirley „Elsa und Fred.":

„Shirley MacLaine ist das süßeste, freundlichste, witzigste, verrückteste, sexyste, unartigste Alien, das ich je kennengelernt habe. Eine Warnung: wenn du sie zum Essen ausführst, iss besser schnell. Denn wenn sie mit ihrem Essen fertig ist, macht sie mit deinem weiter! Sie stiehlt dir das Essen genauso wie sie dir die Szenen stiehlt!"

Schauspielerin Mena Suvari war Shirley MacLaine's Co-Star in „Wo die Liebe hinfällt...".

„Wo soll ich anfangen?!! Du bist phänomenal! Was ich am meisten an dir bewundere, ist deine Stärke, immer deinen Idealen treu zu bleiben. Alles worauf ich hoffen kann, ist weiter von dir zu lernen, an jedem einzelnen der kommenden Tage.“

Erst im letzten Jahr spielte Shirley zusammen mit Kristin Davis in dem Fernsehfilm „A Heavenly Christmas":

„Sie machte jeden Tag, den ich mit ihr verbracht habe, zu etwas Besonderem. Sie brachte mich zum Lachen mit ihrer überraschenden Sicht auf die Dinge. Mit Shirley zu arbeiten, war wirklich eine Ehre und ein Vergnügen, das ich immer zu schätzen wissen werde.“

Auch „Will & Grace"-Star Eric McCormack spielte in dem Fernsehfilm mit.

„Als ich sie vor dem Makeup-Wagen traf, erzählte ich ihr, was für eine Ehre es wäre. ‚Ich spiele einen Engel,‘ antwortete sie, ‚Kannst du das glauben?" Ich sagte: ‚Ich glaube, es ist sehr mutig von denen, die Rolle so gegen den Typ zu besetzen.‘ Sie boxte mich in den Arm, richtig hart. Es war Liebe auf den ersten Blick.“

Schon bei den Oscars hatte Charlize Theron ihr eine eigene Hommage gewidmet. Sie in Billy Wilders „Das Apartement" zu sehen, war eine Inspiration für die Karriere von Charlize Theron:

„Shirley machte diesen Schwarz/Weiß-Film für mich bunt!"

Und Jack Black, der mit Shirley zusammen in „Bernie" spielen durfte, hatte beim Dinner der Los Angeles Film Critics Association gewarnt:

„Legt euch nicht mit Shirley an. Sie lässt eure Blasen platzen und verbrennt eure Kekse. Und ich liebe sie."

Ungewöhnlich und außergewöhnlich talentiert. Auf diese Attribute scheinen sich alle einigen zu können. Und auf ihre Fröhlichkeit, die Shirley auch bei der Premiere von ZU GUTER LETZT in Los Angeles wieder einmal strahlen ließ.

Ein Beitrag geteilt von Amanda Seyfried (@mingey) am <time style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;" datetime="2017-03-04T02:32:44+00:00">3. Mär 2017 um 18:32 Uhr</time>

Lachend bekam sie gar nicht genug von Amanda Seyfrieds Babybauch, den sie gar nicht mehr loslassen wollte. In einem Interview verriet Shirley, dass sie am liebsten die Patentante von Seyfrieds Kind geworden wäre.

Ein Beitrag geteilt von Rachel Kaye (@rayekaye) am <time style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;" datetime="2017-04-01T17:02:41+00:00">1. Apr 2017 um 10:02 Uhr</time>

Amanda Seyfried, mit der Shirley MacLaine seit den Dreharbeiten ein enges Verhältnis hat, schwärmte von der Ikone, ihrer Furchtlosigkeit und, dass sie ausspricht, was ihr eben so in den Sinn käme. Dazu gehört auch, dass sie sich beim Fluchen von Hayden Panettiere nicht die Butter vom Brot nehmen lässt - einer unserer Lieblingsmomente mit der Hollywood-Legende in diesem Frühjahr in der ohnehin großartigen „The Late Late Show with James Corden".

Eine weitere Auszeichnung für ihr Lebenswerk folgte bei den Texas Film Awards im März. Nach der Rede von Gründer, Richard Linklater, der übrigens ein T-Shirt mit ihrem Konterfei trug, erntete MacLaine Lacher, als sie ihre Preise entgegennahm und meinte: „Ich mache Ohrringe aus ihnen“ und...

„Austin sollte eine Mauer um sich herum aufbauen und ganz Texas dafür bezahlen lassen.“

Sie nimmt eben kein Blatt vor den Mund und Recht hat sie.

Unser Frühlingshighlight mit Shirley MacLaine ist natürlich ihr neuer Kinofilm ZU GUTER LETZT. Für diesen wurde ihr die Rolle der Harriet Lauler auf den Leib geschrieben. Auch diese nimmt kein Blatt vor den Mund und hat ihren ganz eigenen Kopf. Wir freuen uns auf das Wiedersehen im Kino!

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