JACKIE

John Hurt - Das Beste aus 200 Rollen in 77 Jahren

Mit 22 Jahren gab John Hurt sein Spielfilmdebüt und war seitdem fast ohne Unterbrechungen jedes Kinojahr auf der großen Leinwand zu sehen. 2017 ist er im Alter von 77 Jahren verstorben. In ewigem Gedenken an ein großes Talent...

 

Vom Publikum bewundert und von der Queen zum Ritter geschlagen, ist es kaum zu glauben, dass Sir John Hurt nie einen Oscar bekam. An fehlendem Talent oder Engagement kann es jedenfalls nicht gelegen haben. Für seine Nebenrolle in „12 Uhr nachts - Midnight Express" gab es 1978 zumindest die erste Oscar-Nominierung. Kaum wiederzuerkennen ergatterte er als Elefantenmensch in David Lynchs Klassiker zwei Jahre später auch eine Nominierung als Bester Hauptdarsteller. Doch bekommen hat er den Goldjungen nie.

„Wenn ich einen Preis bekomme, werde ich mich so dankbar wie möglich zeigen. Denn es ist sehr nett, eine Auszeichnung zu erhalten. Aber man sollte nicht auf Preise spekulieren. Das ermutigt in unserem Geschäft zu völlig falschem Konkurrenzdenken. Wir sind keine Sportler. Wir versuchen nicht, als erster ins Ziel zu kommen." 

1962 trat John Hurt in „The Wild and the Willing" zum ersten Mal vor eine Filmkamera und konnte seitdem nicht mehr von dieser Arbeit lassen.

„Ich bin sehr überzeugt davon, dass zu arbeiten besser ist, als nicht zu arbeiten. Natürlich lehne ich auch viele Angebote ab, weil sie absoluter Mist sind. Aber meistens finde ich etwas, das interessant genug ist, um es durchzuziehen."

John Hurt
„The Wild and the Willing", Rechte bei Universal

Auf mehr als 200 Rollen konnte der 77-Jährige an seinem Lebensende zurückblicken und war damit so umtriebig wie kaum ein anderer Schauspieler. John Hurt gebar ein „Alien", war in „1984" das Opfer von Big Brother, um in „V wie Vendetta" selbst zum Überwachungsfanatiker zu werden. 2017 war er in JACKIE: DIE FIRST LADY in einer seiner letzten Rollen als Beichtvater von Jackie Kennedy auf der großen Leinwand zu sehen.

Mit diesem herzlichen wie wehmütigen Farewell blicken wir im Folgenden zurück auf eine lange und erfüllte Karriere...

 

Sein Name war Hase

John Hurt
„Snowpiercer", Rechte bei Alive
Tilda Swinton
„Snowpiercer", Rechte bei Alive
Chris Evans
„Snowpiercer", Rechte bei Alive
Jamie Bell
„Snowpiercer", Rechte bei Alive
Octavia Spencer
„Snowpiercer", Rechte bei Alive

Mit Tilda Swinton verstand sich Hurt offenbar so gut, dass er ein Jahr später in „Only Lovers Left Alive" (2013), Jim Jarmuschs Version einer Vampirromanze, Swintons persönliche Blutbank spielte.

John Hurt
„Only Lovers Left Alive", Rechte bei Pandora

Der Doktor

 
 

Besonders stolz dürfte John Hurt als Engländer aber auf seinen Auftritt als Doktor gewesen sein. 2013 wurde Hurt die Ehre zuteil, in einer Jubiläumsfolge des Serien-Dauerbrenners „Doctor Who" den Kriegsdoktor zu spielen. Dabei tritt er als Reinkarnation von gleich zwei beliebten Doktoren auf: Matt Smith und David Tennant (EIN SCHOTTE MACHT NOCH KEINEN SOMMER).

„Doctor Who", Rechte bei Polyband

„Doctor Who", Rechte bei Polyband

Der Priester

Nach Abenteuerfilmen wie „Hercules" und „Legend of Tarzan" spielte Hurt 2016 endlich wieder eine ernstzunehmende Rolle.

John Hurt
JACKIE: DIE FIRST LADY, Rechte bei Tobis

Als irischer Priester steht John Hurt in JACKIE der First Lady Jackie Kennedy (Natalie Portman) in ihrer schwersten Krise zur Seite und ist für sie neben ihrem Schwager Bobby (gespielt von Peter Sarsgard) der Fels in der Brandung.

JACKIE: DIE FIRST LADY, Rechte bei Tobis
 

Für seine Darstellung könnte sich John Hurt einige Tipps von seinem Bruder geholt haben. Der lebt nämlich als katholischer Benediktinermönch in einem Kloster in Irland.

Sir John Hurt verstarb am 27. Januar 2017 mit 77 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wir sagen Danke für viele fantastische Rollen und werden ihn für immer in Erinnerung behalten.

 

„Doctor Who", Rechte bei Polyband

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