Alles Geld der Welt

Mark Wahlberg: Ex-Knacki, Model, bestbezahlter Kinostar

Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Mark Wahlberg müsste diese Frage wohl sofort bestätigen. Als Teenager saß er noch wegen zahlreicher Delikte im Gefängnis, heute ist der 46-jährige der bestbezahlteste Schauspieler der Welt, dreht mit Teddys, Transformern und Kultregisseuren wie Ridley Scott.

Du kannst in diesem Business nur bestehen, wenn du etwas Besonderes anbieten kannst, einfach, indem du dir treu bleibst. Nachahmer halten sich nicht lange und ich würde mich gerne dauerhaft halten.

Und das macht er. Ab sofort ist Mark Wahlberg wieder im Kino zu sehen. In Ridley Scotts Entführungsthriller ALLES GELD DER WELT muss er den Enkel eines der reichsten Männer der Welt aus den Händen von Kidnappern befreien und lässt sich dafür auf ein perfides Spiel ein. Eine Rolle, die Wahlberg, wie seine Anzüge im Film, auf den Leib geschneidert scheint. Dabei entstammt der Hollywoodstar einem Armenviertel von Boston und ist seiner Heimat noch immer eng verbunden. Mark Wahlberg weiß, dass man seine Wurzeln nie vergessen darf. Doch wie hat es der sportbegeisterte Schauspieler überhaupt an die Spitze von Hollywood geschafft?

© Paramount

Auf der schiefen Bahn

Wer als jüngstes von insgesamt 9 Kindern in einem von Kriminalität und Armut bestimmten Viertel aufwächst, hat vielleicht nicht den leichtesten Start ins Leben. Anders als beispielsweise sein Bruder Donnie Wahlberg fand Mark jedoch anfangs nicht gleich das richtige Ventil, um diese negativen Erlebnisse zu verarbeiten. Nachdem sich seine Eltern 1982 auch noch scheiden ließen, schmiss er mit nur 13 Jahren die Schule und rutschte kurz darauf in die Kriminalität ab. Er konsumierte und verkaufte Drogen, knackte Autos und war äußerst gewalttätig. Mit 16 Jahren wurde er sogar wegen versuchten Mordes verurteilt und landete im Gefängnis, woraus er allerdings nach nur 45 Tagen vorzeitig entlassen wurde.

Platin-Schallplatten und Unterhosen

Dank seines zwei Jahre älteren Bruders Donnie fand Mark in der Folgezeit den Absprung aus dem kriminellen Milieu. Donnie, der Mitglied der erfolgreichen Boygroup New Kids on the Block war, ermöglichte Mark, ein eigenes Musikprojekt aufzubauen. Ein Zeichen von großer Bruderliebe, die auch heute noch ungebrochen ist.

Ein Beitrag geteilt von DONNIE WAHLBERG (@donniewahlberg) am <time style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;" datetime="2017-06-05T11:23:49+00:00">Jun 5, 2017 um 4:23 PDT</time>

Mark nutzte diese Chance und wurde zum Frontmann der Hip-Hop/Eurodance-Band Marky Mark and the Funky Bunch. Die Musikgruppe kam auch über die Szene hinaus sehr gut an und feierte in den 1990er-Jahren große Erfolge, die Wahlberg gleich mehrere Gold- und Platinschallplatten einbrachten. Zu den bekanntesten Hits der Band zählen Songs wie „Good Vibrations“, „Happy People“ und „United“. Letzterer schaffte es in Deutschland sogar auf Platz 1 der Charts.

 

Seine Bekanntheit als Musiker eröffnete Wahlberg bald weitere Karrieremöglichkeiten in einer anderen Branche. Durch seine Bühnenauftritte als Rapper, die er oft mit freiem Oberkörper absolvierte, machte er den Modedesigner Calvin Klein auf sich aufmerksam, der ihn fortan als Unterwäschemodel für seine Werbekampagnen einsetzte. Ein bedeutender Schritt für Wahlbergs beruflichen Werdegang.

Ein Beitrag geteilt von 1988th (@its1988th) am <time style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;" datetime="2017-03-03T23:57:53+00:00">Mär 3, 2017 um 3:57 PST</time>

Debüt auf der Leinwand

1994 war es dann soweit: Nach ein paar kleineren Auftritten im Fernsehen war der damals 23-jährige in der Komödie „Mr. Bill“ erstmals in einem Kinofilm zu sehen. Hierfür legte er auch seinen bis dahin geführten Künstlernamen Marky Mark ab und trat fortan nur noch unter seinem bürgerlichen Namen Mark Wahlberg in Erscheinung. In dem Film spielte er einen Soldaten, der aus schwierigen sozialen Verhältnissen stammt und eher unfreiwillig Unterricht nimmt. Wahlberg konnte für die Rolle also auch auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Seinen Lehrer in der Ausbildungskaserne mimte übrigens Danny DeVito („Schnappt Shorty“).

© Universum Film

Pornos, Rockmusik und American Football

Vier Filme später feierte Wahlberg den endgültigen Durchbruch als Schauspieler. Für Regisseur Paul Thomas Anderson („Magnolia“) schlüpfte er in „Boogie Nights“ (1997) in die Rolle des Pornostars Dirk Diggler, der an seinem Ruhm und seiner Drogensucht zerbricht. Wahlberg brillierte als Protagonist des Dramas neben Schauspielgrößen wie Burt Reynolds („Ein ausgekochtes Schlitzohr“) oder Julianne Moore (I'M NOT THERE). Heute würde er die Rolle wahrscheinlich nicht nochmal annehmen:

„Ich möchte keine Kompromisse eingehen, wenn es um meine künstlerische Integrität, meinen Glauben oder meine Familie geht. Aber ich muss heute auch andere Dinge bedenken. Und wenn ich mir vorstelle, wie ich diesen Film und den ganzen Hintergrund meinen Kindern erklären soll, habe ich ein Problem."

© Warner Bros.

1999 jagte er dann in der Kriegssatire „Three Kings“ als US-Soldat im Golfkrieg dem Gold von Saddam Hussein hinterher. Ihm zur Seite standen Oscarpreisträger George Clooney (BURN AFTER READING) und Rapper Ice Cube („21 Jump Street“).

© Warner Bros.

Dass er Musik im Blut hat, bewies Wahlberg zwei Jahre später in ROCK STAR (2001). Hier verkörperte er einen Heavy Metal-Fan, der plötzlich zum Sänger seiner Lieblingsband ernannt wird und ein Leben voller Sex, Drugs und Rock'n'Roll führt. Den Gesang im Film lieferte er zwar nicht selbst, die Posen und Gesten eines waschechten Rockstars beherrschte er dafür aus dem Effeff.

Da Wahlbergs Filme bis dahin eher für ein erwachsenes Publikum gedacht waren, suchte er sich 2006 ein Projekt aus, das er auch seinen Kindern zeigen könnte. Die Wahl fiel auf das Sport-Biopic „Unbesiegbar - Der Traum seines Lebens“ (2006). Als Vince Papale, der von einem Aushilfslehrer zum American Football-Profi aufsteigt, spielte er sich direkt in die Herzen der Zuschauer. Dass der Film auch noch auf einer wahren Begebenheit basiert, macht das Ganze nur ergreifender.

 

Liebling der Kritiker

Regisseur Martin Scorsese („Taxi Driver“) war es schließlich, der Mark Wahlberg in die A-Liga Hollywoods katapultierte. Er besetzte ihn als dauerfluchenden Polizisten Dignam in seinem Thriller „Departed - Unter Feinden“ und traf damit die richtige Entscheidung. Als ewiger Griesgram überzeugte Wahlberg Publikum wie Kritik und erntete 2007 seine erste Oscarnominierung als Bester Nebendarsteller. Den Preis bekam er zwar nicht, dafür gewann der Film insgesamt 4 Oscars (u. a. als Bester Film).

© Warner Bros.

Kurz darauf legte Wahlberg den Grundstein für seine spätere Karriere als Actionstar. In „Shooter“ (2007) machte er als Scharfschütze der US-Marine auch dann noch eine gute Figur, wenn ihm jede Menge Dreck und Kugeln und in Folge erneut wohlwollende Kritiken um die Ohren flogen.

© Paramount

Völlig aus dem Häuschen war die Oscar-Jury, als das Boxdrama „The Fighter“ im Jahr 2010 in die Kinos kam. Da Wahlberg nicht nur die Hauptrolle des Boxers Micky Ward spielte, sondern den Film auch produzierte, gehörte er zu den Nominierten für den Besten Film. Insgesamt gab es 7 Nominierungen und 2 Auszeichnungen bei den Oscars für das Werk. Der auch sonst sehr durchtrainierte Wahlberg nahm für die Rolle noch mehr Muskelmasse zu, um den Profiboxer perfekt darstellen zu können.

© Senator

Nichts geht über die Familie

Zu diesem Zeitpunkt hatte Wahlberg nicht nur sein berufliches, sondern auch schon längst sein privates Glück gefunden. Im Jahr 2009 heiratete er seine langjährige Freundin, das Model Rhea Durham, mit der er vier gemeinsame Kinder hat. Die Sechs sind das Musterbeispiel einer harmonischen Familie, wie ihre Weihnachtsgrußkarte aus dem letzten Jahr zeigt.

Ein Beitrag geteilt von Mark Wahlberg (@markwahlberg) am <time style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;" datetime="2017-12-19T23:19:56+00:00">Dez 19, 2017 um 3:19 PST</time>

Zusätzlich zu seiner Schauspielkarriere betätigt sich Wahlberg übrigens auch als Unternehmer. 2011 gründete er mit seinen Brüdern Paul und Donnie die Burgerkette Wahlburgers.

Ein Beitrag geteilt von Wahlburgers (@wahlburgers) am <time style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;" datetime="2018-01-26T20:20:28+00:00">Jan 26, 2018 um 12:20 PST</time>

Auf dem Höhepunkt des Erfolgs

In den letzten Jahren entwickelte sich Mark Wahlberg immer mehr zum absoluten Publikumsmagneten. In der schwarzen Komödie „Ted“ (2012) präsentierte er sich einmal mehr von seiner witzigen Seite. Seine Dialoge mit dem computeranimierten Teddybären Ted sprudeln vor Witz und Zynismus. Die Kinozuschauer zeigten sich begeistert und brachten dem Film weltweit über 500 Millionen US-Dollar ein. Drei Jahre später folgte deshalb die Fortsetzung „Ted 2“.

 

Noch viel erfolgreicher schnitt Wahlberg mit seinem Einstieg beim „Transformers“-Franchise ab. Als Held der Filme „Transformers: Ära des Untergangs“ (2014) und „Transformers: The Last Knight“ (2017) etablierte er sich als Actionstar des Kinos und avancierte 2017 zum bestbezahlten Schauspieler der Welt.

© Paramount

Es mag ihm auch deshalb möglich gewesen sein, zwei Millionen Dollar seiner Gage von den Dreharbeiten zu Ridley Scotts Skandalfilm ALLES GELD DER WELT zu spenden. Nachdem bekannt geworden war, dass seine Kollegin Michelle Williams (BROKEBACK MOUNTAIN) für den Nachdreh nur die übliche Tagesgage, er aber 1,5 Millionen Dollar bekommen hatte, hagelte es Proteste. Mark reagierte und ließ der Initiative Time's Up, die sich gegen sexuelle Belästigung in der Branche und für gleiche Löhne einsetzt, die stattliche Summe zukommen.

Auch interessant: Wie es eigentlich zur Neubesetzung in ALLES GELD DER WELT kam

Einen Vorgeschmack gibt es hier im neuen Trailer zum Film:

 

Folge uns auch auf Facebook, Instagram und YouTube.

DIESEN ARTIKEL WEITERLEITEN