ZU GUTER LETZT

Shirley MacLaine - Bilder einer legendären Karriere

Alle lieben Shirley MacLaine! Die Leinwand-Legende hat sich in ihrer über 60jährigen Karriere mit mehr als 70 Rollen in die Herzen eines weltweiten Publikums gespielt. Wir haben die Bilder zu einem Leben voller Highlights - ein Oscar als Beste Hauptdarstellerin inklusive.

Sie verkörperte oft die leicht chaotische, aber charmante, lebenslustige, manchmal ein wenig überspannte, doch immer liebenswerte Protagonistin. In ihrem neuen Kinofilm ZU GUTER LETZT dürfen wir Shirley MacLaine mit 82 Jahren endlich wieder in dieser Paraderolle auf der großen Leinwand bewundern. Unter dem Trailer zu ihrer neuen Komödie wagen wir einen Blick auf die unvergesslichen Highlights der Hollywood-Ikone. Viel Spaß beim Scrollen und Staunen! :) 

Die Anfänge

Als Tochter des Musikers Ira Beaty und der Schauspiellehrerin und Schauspielerin Kathlyn MacLean betrat die ältere Schwester des Schauspielers Warren Beatty schon früh die Bretter, die die Welt bedeuten. 1952 zog sie nach dem Schulabschluss nach New York, um als Schauspielerin und Tänzerin am Broadway zu arbeiten. Ihr Filmdebüt gab die 1934 geborene in der schwarzen Komödie „Immer Ärger mit Harry“ (1955) von Alfred Hitchcock.

Hitchcock mochte das 19jährige Ausnahmetalent, allerdings ganz anders als seine sonstigen blonden, ätherischen Hauptdarstellerinnen, wie Shirley erst kürzlich bei James Corden verriet:

„Er wollte jeden Tag mit mir zusammen essen. So nahm ich 10 Kilo zu und ruinierte fast gleich zu Beginn meine ganze Karriere!“

Doch ihr Einsatz zahlte sich aus. Für ihre Darstellung erhielt sie einen Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin.

Die prägenden 50er und 60er Jahre

Ihre berühmtesten Filme hatte Shirley Maclaine Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre. Für ihre Darstellung in „Verdammt sind sie alle“, an der Seite von Frank Sinatra, erhielt sie ihre erste Oscar-Nominierung.

Der Film markierte nach „Maler und Mädchen" bereits ihre zweite Zusammenarbeit mit Schauspiellegende Dean Martin, mit dem sie insgesamt in sieben Filmen zusammen zu sehen war. Hollywood hatte ein neues Kino-Traumpaar! Alle Auftritte der beiden haben wir in der folgenden Galerie zusammengefasst. Chronologisch geordnet, verzauberten uns die beiden in „Maler und Mädchen" (1955), „Verdammt sind sie alle“ (1958), „Viele sind berufen“ (1959), „Frankie und seine Spießgesellen“ (1960), „Alles in einer Nacht“ (1961), „Immer mit einem anderen“ (1964) und „Auf dem Highway ist wieder die Hölle los“ (1984).

In dieser frühen Phase ihrer Karriere spielte Shirley bereits Seite an Seite mit dem „Who is who" Hollywoods und verdrehte ihren männlichen Co-Stars reihenweise den Kopf. Darunter waren so illustre Namen wie David Niven („Immer die verflixten Frauen", 1959), Anthony Perkins („Die Heiratsvermittlerin", 1958) oder Robert Mitchum („Spiel zu zweit", 1962). Ihre größten Erfolge aber sollte sie als ebenbürtiges Gegenüber eines ganz bestimmten Mannes erleben...

Zusammen mit Jack Lemmon brachte sie in „Das Appartement“ (1960) oder „Das Mädchen Irma la Douce“ (1963) die Leinwand zum Glühen. So viel geballte Nonchalance traf nicht nur einen Nerv beim Publikum in den frühen 60ern und wurde vielfach prämiert, sondern begeistert noch heute. Charlize Theron brachte es in ihrer Hommage an Shirley bei den diesjährigen Oscars auf den Punkt:

„Shirley machte diesen Schwarz/Weiß-Film für mich bunt!"

Shirley MacLaine verkörperte und prägte mit ihrem Aussehen und ihrer Ausstrahlung ein modernes, weil selbstbewusstes und zugleich verletzliches Frauenbild, das sich maßgeblich von alten Rollenklischees der 50er Jahre unterschied und diese plötzlich bieder und altmodisch erscheinen ließ.

Eine ganz andere Seite zeigte sie in „Infam“ (1961), der Verfilmung des Theaterstücks „Kinderstunde" (The Children’s Hour) von Lillian Hellman. Audrey Hepburn und Shirley spielen die Schulleiterinnen einer privaten Mädchenschule, die von einer ihrer Schülerinnen der Homosexualität beschuldigt werden. Der Film war für 5 Oscars nominiert. Shirley wurde für ihre Darstellung bei den Golden Globes als Beste Hauptdarstellerin nominiert. Doch trotz zahlreicher Nominierungen blieb „Infam“ bei sämtlichen Preisverleihungen chancenlos, bis auf eine Ausnahme. Bei den damals von den Kinobetreibern verliehenen Laurel Awards überzeugte Shirley MacLaine als Beste Hauptdarstellerin.

Die 70er und 80er Jahre: Mehr als Schauspielerei

Schon in den 60er Jahren engagierte sich Shirley politisch, demonstrierte gegen den Vietnamkrieg und setzte sich für die Frauenrechte ein. 1970 erschien ihre erste Autobiographie „Don't Fall Off the Mountain". 16 weitere, zum Teil sehr esoterische Bücher sollten bis heute folgen. Einige schafften es sogar auf die Bestsellerliste.

Außerdem produzierte Shirley 1974 ihren ersten eigenen Dokumentarfilm: „The Other Half of the Sky: A China Memoir“, den sie zusammen mit der Filmemacherin Claudia Weill über die Volksrepublik China drehte.

1971 bekam Shirley ihre eigene Comedy-Serie „Shirley’s World“. Darin spielt sie eine Fotojournalistin, die auf ihrer Reise um die Welt allerlei verrückte Abenteuer erlebt. Leider floppte die TV-Show und so blieb es bei nur 17 Episoden.

Daraufhin wendete sie sich schauspielerisch immer öfter dem bedeutsameren Drama-Genre zu. Ihr Film „Am Wendepunkt“ mit Anne Bancroft etwa wurde vom Branchenblatt Variety als „einer der besten seiner Ära“ bezeichnet und erhielt 11 Oscar-Nominierungen. Leider konnte er keine der begehrten Trophäen mit nach Hause nehmen. Dabei hatte „Am Wendepunkt“ zuvor noch groß bei den Golden Globes abgeräumt, die schon immer ein wichtiger Gradmesser für die Oscars waren.

1979 spielte Shirley MacLaine an der Seite von Peter Sellers in der Satire „Willkommen Mr. Chance“. Der Film über einen Gärtner, der die Außenwelt bis zum Tod seines Arbeitgebers nur durch das Fernsehen kannte, war Sellers vorletzter Film vor seinem Tod am 24. Juli 1980 und gilt als einer seiner besten. Unbedingt sehenswert!

And the Oscar goes to…

Mit ihrer fünften Nominierung als Beste Hauptdarstellerin bei den Oscars sollte es 1984 endlich klappen. Für ihre Darstellung der kratzbürstigen Film-Mutter in „Zeit der Zärtlichkeit“ erhielt sie den begehrtesten Filmpreis der Welt schließlich.

Unvergesslich war ihre Dankesrede bei der Oscarverleihung.

 

„Ich habe das verdient, danke.“

Verdient hatte sie auch ihren nächsten Golden Globe für „Madame Sousatzka", John Schlesingers („Asphalt Cowboy") Psychogramm einer Klavierlehrerin. Für diese Rolle wurde Shirley bei den Filmfestspielen in Venedig auch mit dem Goldenen Löwen belohnt. Viele werden sich auch noch an „Magnolien aus Stahl“ (1989) erinnern, in dem sie mit einem weiblichen Allstar-Ensemble neben Sally Field, Daryl Hannah, Dolly Parton und Julia Roberts spielte. Im Kino sah diese Filme zumindest in Deutschland jedoch kaum noch jemand.

Die undankbaren 90er

In den 90er Jahren hörte die Glückssträhne für die mittlerweile knapp 60jährige Shirley MacLaine plötzlich auf. Ihre Filme reüssierten nicht mehr an den Kinokassen und auch der Preisregen der vergangenen Jahre blieb aus. Daran konnten auch die strahlendsten Co-Stars nichts ändern.

„Grüsse aus Hollywood" war ihr erster Film mit Meryl Streep, die zu jener Zeit mit Hollywoodkomödien ein immer größeres Publikum für sich gewann. Ein Jahr später folgte „Rendezvous im Jenseits" mit der Oscargewinnerin. Auch „Tess und ihr Bodyguard“ (1994) mit Nicolas Cage, in den 90ern ein Superstar, floppte.

Und selbst die Fortsetzung ihres Oscar-Erfolgs „Zeit der Zärtlichkeit“ mit dem einfallslosen deutschen Titel „Jahre der Zärtlichkeit“ (1997) überzeugte weder Publikum noch Kritik. Doch Shirley ließ sich nicht entmutigen.

Das Comeback im neuen Jahrtausend

Mit 71 Jahren sollte Shirley MacLaine 2005 gleich zwei ihrer größten kommerziellen Erfolge einfahren. In der romantischen Komödie „Wo die Liebe hinfällt“ erfährt Hauptdarstellerin Jennifer Aniston, dass ihre Familie die reale Vorlage für „Die Reifeprüfung" war - und ihre Großmutter (Shirley MacLaine) damit niemand geringeres als Mrs. Robinson.

„Wo die Liebe hinfällt“ lockte mehr als 1 Million Besucher in die deutschen Kinos. Ein Erfolg, der ihr nur einen Monat zuvor bereits mit „In den Schuhen meiner Schwester“ an der Seite von Cameron Diaz und Toni Collette gelang und Shirley obendrein eine weitere Nominierung als Beste Nebendarstellerin für den Golden Globe einbrachte.

Die Ruhelose

Seit Beginn ihrer Karriere verging kaum ein Jahr, in dem Shirley nicht auf der Leinwand oder in einer Serie zu sehen war. Auch mit mehr als 80 Jahren wird die Oscargewinnerin nicht müde, in immer neue Rollen zu schlüpfen. Zum Glück für uns! Ob im Episodenfilm „Valentinstag“ (2010) oder mit Gastauftritten in Erfolgsserien wie „Glee“ (2014) oder „Downton Abbey“ (2012) - jeder ihrer Auftritte ist legendär.

2017 dürfen wir Shirley MacLaine nun also endlich wieder in einer Hauptrolle bewundern, in der sie alles gibt, was wir an ihr lieben. In ihrem aktuellen Kinofilm ZU GUTER LETZT ist sie wieder frech, leidenschaftlich und einzigartig. Für uns und alle Shirley MacLaine-Fans ein Pflichttermin. Was sagst du? Wirst du dir die neue Komödie mit Shirley im Kino ansehen?

 

Bildrechte: Sony Pictures Home Entertainment, Millennium Entertainment, Lifetime Television, Columbia Pictures, Twentieth Century Fox,Sony Pictures Home Entertainment, Universal Pictures Germany GmbH, Warner Home Video, Paramount, Alive - Vertrieb und Marketing/DVD

DIESEN ARTIKEL WEITERLEITEN