ZU GUTER LETZT

Shirley MacLaine: „Solange es Hunde und gute Komödien in meinem Leben gibt, bin ich glücklich."

Mit 82 Jahren und einer über 60jährigen Karriere blickt Oscar-Preisträgerin Shirley MacLaine auf einen wahren Schatz an Lebenserfahrungen zurück. Zu unserer Freude ließ sie uns auf der Promotiontour ihrer neuen Komödie ZU GUTER LETZT daran teilhaben.

In ZU GUTER LETZT spielt Shirley MacLaine die früher erfolgreiche, aber nicht gerade umgängliche Geschäftsfrau Harriet Lauler, ein echter Drachen, wenn man ihre Bekannten, ihre Familie und ehemaligen Arbeitskollegen fragt (dazu hier ein kleiner Filmausschnitt).

„Es ist eine Rolle wie für Shirley MacLaine geschrieben. Denn auch im wirklichen Leben ist sie alles andere als altersmilde. Im Gegenteil: Sie ist hellwach, hat eine scharfe Zunge und einen erfrischend lakonischen Humor." (FRANKFURTER RUNDSCHAU)

Shirley MacLaine trug ihr Herz schon immer auf der Zunge, was sie so liebenswert macht und uns viele Lebensweisheiten beschert, die man glatt auf T-Shirts drucken könnte :D

 

Ein Beitrag geteilt von Tobis Filmclub (@tobisfilmclub) am <time style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;" datetime="2017-03-28T21:35:33+00:00">28. Mär 2017 um 14:35 Uhr</time>

 

Shirley MacLaine über ihre neue Komödie ZU GUTER LETZT:

„ZU GUTER LETZT ist vor allem aus der Sicht einer Frau geschrieben, die in den 1930ern geboren wurde, als Frauen im Geschäftsleben noch keine Macht hatten. Um erfolgreich zu werden, musste sie den starken Mann markieren. Das ist es, was diese Figur bis heute macht. Und gleichzeitig ist sie dabei auch noch witzig. Sie weiß, dass sie in ihrem Leben viele Menschen irritiert hat. Trotzdem möchte sie in guter Erinnerung bleiben.”

... über Gemeinsamkeiten mit ihrer Filmfigur:

„Viele von Harriets Charaktereigenschaften habe ich auch selbst: Sie ist sehr direkt, sehr offen, lässt sich nicht für dumm verkaufen, ist sehr ambitioniert, fordert viel von ihren Mitmenschen, hat aber auch ein großes Herz. Außerdem hat sie einen beißenden Humor und ein tiefes Bedürfnis, immer das zu sagen, was sie wirklich denkt und fühlt. Auch das kenne ich von mir."

„Ich habe dieses unbändige Verlangen, die Wahrheit zu sagen."

„Ich habe nie eingesehen, warum ich mich verstellen oder gar lügen sollte. Die Wahrheit kommt sowieso ans Licht. Und diese Blender sind meist auch noch furchtbar langweilig. Authentische Menschen sind jedenfalls viel interessanter."

... über Unterschiede zu ihrer Filmfigur:

„Ich denke nicht über meine eigene Sterblichkeit und mein Vermächtnis nach, weil ich daran glaube, dass ich sowieso nicht sterbe. Ich sollte trotzdem langsam mal mein Testament machen… Ich habe eins, aber das ist irgendwie nicht fertig.“

„Harriet hat keine Angst vor Konsequenzen. Den Mut hätte ich nicht.“

„Und ich hätte nicht den Mut gehabt, im wahren Leben ein so großes Miststück zu sein.“

... über Risiken im Leben:

„Ich habe mich im Zweifelsfall immer für das Abenteuer entschieden, nie für die Gemütlichkeit."

„Ich habe schon eine Menge riskiert, was ich nicht hätte riskieren sollen. Aber ich habe das nicht als Risiko angesehen, sondern als Möglichkeit, Dinge zu tun. Vielleicht bin ich zu naiv – das kann schon sein."

Shirley MacLaine über ihren Erfolg:

„Da ich nie eine von diesen betörenden Hollywood-Schönheiten war, habe ich mich sehr schnell darauf besonnen, gute Rollen an Land zu ziehen. Und so bin ich wohl das geworden, was man eine Charakterschauspielerin nennt. Ich hatte immer dieses Gefühl, anders zu sein, und wenn man im Kontakt zu seinem eigenen Schicksal steht und fühlt, dass es so ist, dann wird man erfolgreich.“

„Jeder ist der Architekt seines eigenen Lebens.“

„Man kann doch das Leben nur aktiv angehen, es planen und hoffen, dass sich die Träume dann auch erfüllen. Wir sind ja nicht nur die Architekten unseres Lebens, sondern auch noch die Innenausstatter, die Putzfrau, der Hausmeister und der Gärtner. Je mehr man sich selbst treu bleibt, desto mehr weiß man, wer man ist. Das bedeutet der Film für mich. Und deswegen wollte ich dabei sein."

... über Männer:

„Der einzige Weg, glücklich verheiratet zu sein, ist, nicht zusammen zu leben. Kompromiss bedeutet doch nur, dass es zwei Leuten schlecht geht, statt einem allein.“

„Frank Sinatra und Dean Martin [zusammen mit Shirley, Joey Bishop und Peter Lawford das sogenannte Rat Pack] waren nicht mein Typ. Ich mag komplizierte Männer, wie Robert Mitchum („Immer mit einem anderen") einer war. Es hat mir etwas gegeben, zu versuchen, aus ihnen schlau zu werden. Ich wollte sehen, wie sie führen würden, wenn sie Macht bekämen."

 

... über das alte Hollywood:

„Ich war 19 Jahre alt, als mich Alfred Hitchcock (für „Immer Ärger mit Harry") entdeckte. Und ich musste nie für irgendetwas vorsprechen. Ich kam nach Hollywood und war irgendwie gesetzt. Aber ich bekam mit, wie viele meiner Freundinnen gedemütigt wurden, indem man ihnen sagte: 'Du bist eine Frau. Du weißt gar nicht, wovon du sprichst. Und jetzt ab auf die (Besetzungs-)Couch!' Es hat nie jemand gewagt, Sex von mir zu verlangen. Da habe ich mich natürlich gefragt: Was ist falsch mit mir? Die folgende Geschichte ist wirklich wahr. Ich habe daraufhin andere Leute gefragt und die haben gesagt: 'Oh, naja, Dean Martin, Frank Sinatra und das Rat Pack würden denjenigen umbringen, der es wagt. Deshalb bleibt dir das erspart."

... über Glück:

„Meine größte Freude im Leben ist ein warmer Toilettensitz (lacht). Im Ernst, meine größte Freude ist es, Freiheit zu spüren.“

„Solange es Hunde und gute Komödien in meinem Leben gibt, bin ich glücklich."

... über ihren Ruf:

„Es interessiert mich nicht sehr, was die Leute über mich sagen. Die Hälfte von mir hat sich natürlich einige Zeit dafür interessiert, was andere von mir dachten. Die kanadische Seite… (lacht) Aber irgendwann habe ich verstanden, dass man so nicht leben kann und authentisch und man selbst sein sollte."

„Es gibt nichts Wichtigeres im Leben, als herauszufinden, wer man ist!“

... über Fehler:

„Vor rund 30 Jahren hatte ich mal ein Facelifting – um anschließend zu erkennen, dass das alles Unsinn ist."

„Anstatt Falten zu bekämpfen, möchte ich viel lieber dafür kämpfen, dass reifere Frauen nicht mehr unsichtbar sind in unserer Gesellschaft."

„Ich möchte dafür kämpfen, anderen die Augen dafür zu öffnen, dass meine Altersgruppe oft unterschätzt und in eine falsche Schublade gepackt wird. Wir haben reichlich Erfahrung im Leben und daher auch klare Meinungen.“

Klare Meinungen hat Shirley auch in ihrer Rolle als Harriet Lauler und einen guten Rat für Amanda Seyfried:

„Nein, Sie machen keine Fehler. Die Fehler machen Sie. Fehler machen Sie klüger. Sie machen Sie stärker. Und Sie verleihen Ihnen Selbstsicherheit. Fallen Sie auf die Schnauze! Ja. Wenn Sie versagen, lernen Sie. Wenn Sie versagen, leben Sie.”

... über die Zukunft:

„Ich finde die Aussicht auf ein langes Leben derzeit nicht sonderlich inspirierend. Ich sage nur einen Namen - Donald Trump. Es gibt keine Worte in unserer Sprache, um diesen Mann zu beschreiben."

„Es ist eine Schande, dass jemand, der so abgrundtief lächerlich ist, als Präsident der USA durchgeht."

... über das neue Hollywood:

„Meine Altersgruppe wird vergessen. Seien wir doch einmal ehrlich! Frauen in meiner Altersgruppe werden schnell vergessen in Hollywood. Und nicht nur dort. Auch in unseren Familien haben ältere Menschen längst nicht mehr den Respekt, den sie noch in jungen Jahren erhalten."

„Auch alte Menschen gehen noch gerne ins Kino und sehen sich selbst und ihre Themen auf der Leinwand. Es wäre schön, wenn Hollywood das erkennt.“

Shirley MacLaine über Shirley MacLaine:

Wenn du jetzt auf den Geschmack gekommen bist, mehr von Shirley MacLaine gibt es endlich wieder im Kino. Hier findest du alle Spielzeiten von ZU GUTER LETZT auf einen Blick mit einem Klick:

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Weitere Weisheiten von Shirley MacLaine gibt es in diesem tollen Interview, das sie vor ein paar Jahren mit Radiomoderator Leonard Lopate führte:

„Wenn ich klickwürdig bin, dann weil ich noch aufrecht gehen kann.“

 

Bildrechte: TOBIS Film, Twentieth Century Fox

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