Paris kann warten

Sich selbst treu geblieben: 9 Höhepunkte mit Diane Lane

Mehr als 15 Jahre sind seit den Dreharbeiten zu „Untreu" vergangen und Diane Lane scheint seitdem um keinen Tag gealtert zu sein. Noch immer strahlt die attraktive New Yorkerin diese erfrischende Dynamik aus. Trotzdem findet sie heute immer weniger Rollen im vom Jugendwahn besessenen Hollywood.

In ihrem neuen Film PARIS KANN WARTEN, der neu im Kino läuft, darf Diane Lane zu ihrem Alter stehen, Ambivalenz und Tiefe zeigen. Als enttäuschte Ehefrau begibt sie sich darin eher unfreiwillig auf eine kulinarische Reise durch Frankreich und lernt so das Leben wieder neu zu genießen.

Uns als Kinobesucher bereitet es schon Vergnügen, ihr dabei zuzuschauen und bei der Gelegenheit auch durch die bunte Filmkarriere von Diane Lane zu reisen, die nun schon fast 40 Jahre umfasst und einige sehenswerte Perlen zu bieten hat. Die besten (nach Publikumswertung auf der weltgrößten Kinoplattform IMDb) haben wir hier zusammengefasst. Eines sei jedoch schon an dieser Stelle verraten: Das skandalumwitterte Erotikdrama „Untreu“ mit Richard Gere, für das Diane Lane viel Haut zeigte und 2003 mit ihrer bislang einzigen Oscar-Nominierung bedacht wurde, hat es mit einer eher durchschnittlichen Publikumswertung von 6,7 nicht in die folgende Top 9 geschafft.

Platz #9: „Ladies and Gentlemen, the Fabulous Stains“ (1982)

The Fabulous wer? Eine Frage, die durchaus berechtigt wäre, denn hierzulande ist das Rockmusik-Drama nicht allzu bekannt. Für jeden, der Diane Lane jedoch einmal als rebellierende Teenagerin, grölend in schrillen Outfits erleben möchte, dürfte jede der 87 Minuten Laufzeit eine Sichtung wert sein.

The Fabulous Stains heißt die Punkrock-Band, die die von ihr gespielte Corinne Burns als Reaktion auf den Tod ihrer Mutter gründet. Obwohl sie weder Talent noch Erfahrung besitzen, werden die drei Rockgören zu einem nationalen Phänomen. Wie die Gruppe im Film klingt? Hier gibt’s eine Kostprobe:

IMDb-Wertung: 6,9

Platz #8: „Mein Hund Skip“ (2000)

Wirklich zu Herzen geht diese Romanverfilmung, in der ein zurückhaltender Junge einen Jack Russell Terrier geschenkt bekommt und eine ganz besondere Freundschaft zu diesem entwickelt. Diane Lane überzeugt hier als liebevolle und fürsorgliche Mutter des kleinen Protagonisten, die ihrem Sohn den treuen Vierbeiner schenkt und sich damit gegen ihren strengen Ehemann durchsetzt.

An der Seite von Diane Lane begeisterte auch Kevin Bacon in dem während des Zweiten Weltkriegs spielenden Film. So schrieb die New York Times:

„[Kevin] Bacon […] liefert eine erfreulich unaufdringliche Vorstellung ab, genau wie Diane Lane, die Willies Mutter Ellen spielt."

IMDb-Wertung: 7,0

Platz #7: „Man of Steel“ (2013)

Dass ausgerechnet eine Comic-Verfilmung in dieser Liste erscheint, ist gar nicht so abwegig. Denn auch in „Man of Steel“ mimt Diane Lane hingebungsvoll eine Mutter. Diesmal zieht sie jedoch niemand Geringeren als Superman (Henry Cavill) groß. Der außerirdische Superheld landet nämlich als Säugling auf der Erde und wird prompt von Martha Kent und ihrem Mann Jonathan (Kevin Costner) adoptiert. Lange lassen sich Clarks immense Kräfte aber nicht verbergen. Spätestens als der Schurke General Zod (Michael Shannon) vom Planeten Krypton zur Erde reist, muss sich Superman seiner Identität stellen, um die Menschheit zu retten.

Die Neuauflage des Superman-Franchises verschaffte Diane Lane auch die Besetzung in der Fortsetzung „Batman v Superman: Dawn of Justice“ und dem bereits angekündigten „Justice League", leider eine der wenigen Rollen, die der 52jährigen noch in Hollywood angeboten werden.

IMDb-Wertung: 7,1

Platz #6: „Secretariat – Ein Pferd wird zur Legende“ (2010)

Neben kleinen Hunden und Superhelden nimmt sich Diane Lane auch allen anderen Geschöpfen gerne an, wie etwa Rennpferden – und das nicht nur im Film. Auch im wahren Leben ist sie eine passionierte Reiterin. In „Secretariat – Ein Pferd wird zur Legende“ verkörpert sie die Hausfrau Penny Chenery, die im Jahr 1973 den Rennstall ihres kranken Vaters übernimmt. Zur Überraschung aller gewinnt sie mit dem titelgebenden Pferd Secretariat zum ersten Mal seit 25 Jahren die drei wichtigsten Pferderennen in den USA – und damit die prestigeträchtige Triple Crown. 

Für Diane Lane war der mitreißende Film wieder einmal eine Gelegenheit, sich in einer Hauptrolle beweisen zu können. Dies tat sie mit Bravour und musste sich auch vor ihren Co-Stars, den Schauspielgrößen John Malkovich und James Cromwell, nicht verstecken. Das sah die amerikanische Kritik nicht anders:

„Penny Chenery wird von Diane Lane mit Anmut, Biss und einem wachsenden Selbstwertgefühl verkörpert."

Die blonde Perücke stand ihr nebenbei auch nicht schlecht…

IMDb-Wertung: 7,2

Platz #5: „Rumble Fish“ (1983)

Obwohl noch keine 20 Jahre alt, stand Diane Lane bereits Anfang der 80er-Jahre für Regielegende und Oscar-Preisträger Francis Ford Coppola in diesem Film vor der Kamera. Das zum größten Teil in schwarz-weiß gedrehte Drama handelt von einem jugendlichen Kleinkriminellen und Bandenführer, der seinem älteren Bruder nacheifern will. Dieser möchte jedoch lieber mit seiner Gangvergangenheit abschließen und scheint alles andere als begeistert darüber zu sein.

In der Adaption eines Romans der Autorin S.E. Hinton war Diane Lane neben zahlreichen Schauspielern zu sehen, die genau wie sie Jahre darauf zu Hollywood-Stars wurden. Ein paar Beispiele gefällig? Matt Dillon, Mickey Rourke, Nicolas Cage und Laurence Fishburne gehörten damals zu der exzellenten Besetzung von „Rumble Fish“. Doch man muss schon genauer hinsehen, um Lane hier neben Nicolas Cage wiederzuerkennen.

IMDb-Wertung: 7,2

Platz #4: „Die Outsider“ (1983)

Gleiches Jahr, gleicher Regisseur, gleiche Buchautorin. Unmittelbar vor „Rumble Fish“ inszenierte Francis Ford Coppola ein weiteres Jugenddrama nach einem Roman von S.E. Hinton. Auch „Die Outsider“ spielt im Gangmilieu und hat eine beeindruckende Riege von Darstellern im Repertoire, zu denen u.a. Tom Cruise und Patrick Swayze zählen.

IMDb-Wertung: 7,2

Diane Lane arbeitete hier übrigens erstmals mit Francis Ford Coppola zusammen. Trotz ihrer eher kleinen Nebenrolle in „Die Outsider“ war Coppola so von ihr begeistert, dass er sie noch drei weitere Male in seinen Filmen besetzte. Im bereits erwähnten „Rumble Fish“, im Gangsterfilm „Cotton Club“ und im Drama „Jack“. Dank seiner Bewunderung für die damals noch weitestgehend unerfahrene Aktrice, konnte Diane Lane ihre Schauspielkarriere so richtig ins Rollen bringen. Bis heute hält die Verbindung und gegenseitige Bewunderung. So ist es sicher kein Zufall, dass Diane Lane die Hauptrolle in PARIS KANN WARTEN bekam, dem Regiedebüt von Francis Fords Ehefrau Eleanor Coppola.

Platz #3: „Ich liebe dich - I love you - je t'aime“ (1979)

Zarte 14 Jahre jung war Diane Lane, als sie mit dieser romantischen Liebeserklärung an Paris, Venedig und die Liebe selbst, ihr Filmdebüt feierte. Sie spielt die amerikanische Schülerin Lauren, die in Frankreichs Hauptstadt den gleichaltrigen Daniel (Thelonious Bernard) kennen und lieben lernt. Um ihre Liebe zu besiegeln, beschließen die beiden, nach Venedig zu reisen und sich unter der Seufzerbrücke zu küssen. Dabei soll sie der erfahrene Julius (Laurence Olivier) begleiten. Doch so einfach, wie das verliebte Paar sich dieses Unternehmen vorgestellt hat, wird der Romantikausflug dann doch nicht.

Der große Laurence Olivier höchstpersönlich adelte Diane Lane und nannte sie nach der gemeinsamen Arbeit an „Ich liebe dich - I love you - je t'aime“ die nächste Grace Kelly. Die charmante und entwaffnende Ausstrahlung, die Lane in ihrem Debüt versprüht, brachte sie schließlich sogar auf das Cover des berühmten Time-Magazines.

Keine zehn Jahre später hatte Diane Lane übrigens bereits mehr Filme gedreht als Kino-Ikone Grace Kelly in ihrer gesamten Karriere.

IMDb-Wertung: 7,5

Platz #2: „Trumbo" (2015)

Es ist nicht selbstverständlich, dass Diane Lane in „Trumbo“ an der Seite von Hauptdarsteller Bryan Cranston als dessen Frau zu sehen ist. Denn erst wenige Jahre zuvor erklärte sie ihren vorübergehenden Rücktritt von der Schauspielerei. Damit reagierte sie auf den Mangel an vielfältigen Rollenangeboten, mit dem sie und viele andere Darstellerinnen jenseits der 40 zu kämpfen haben. Lane hatte genug von dieser Altersdiskriminierung und äußerte ganz klare Vorstellungen von den Charakteren, die sie spielen wollte:

„Ich habe es auf etwas abgesehen, dass nicht so sympathisch ist. Ich will ein Miststück sein. Und ich möchte in einer Komödie dabei sein. Ich habe beschlossen, nicht mehr die nette Frau von nebenan zu sein."

Anschließend zog sie sich tatsächlich zurück und widmete sich ihrer Familie. Jedoch hielt sie es nicht lange ohne Kamera aus und konnte sich auch danach nicht so ganz vom bemängelten Rollentypus lösen. 2015 mimte sie in „Trumbo“ erneut eine Sympathieträgerin: Die Ehefrau und treue Unterstützerin des legendären Hollywood-Drehbuchautors Dalton Trumbo.

Dass sie aber auch beste Entertainer-Qualitäten in sich trägt, zeigt sie in dieser Szene des Films:

IMDb-Wertung: 7,5

Platz #1: „Chaplin" (1992)

Für das Biopic „Chaplin“ über den weltberühmten Komiker und Filmstar Charlie Chaplin, gespielt von Robert Downey junior, schlüpfte Diane Lane in die Rolle von Paulette Goddard, die sechs Jahre lang mit der Hollywood-Legende verheiratet und auch in zwei seiner Filme zu sehen war.

IMDb-Wertung: 7,6

Auch im echten Leben war Diane Lane schon mit zwei bekannten Schauspielern verheiratet. Die Ehen mit Christopher Lambert („Highlander“) und Josh Brolin („Everest“) hielten aber leider nur 6 bzw. 8 Jahre lang.

In PARIS KANN WARTEN gerät die Ehe von Diane Lanes Charakter Anne ebenfalls gehörig ins Wanken. Der Grund dafür ist der charmante Franzose Jacques (Arnaud Viard), der ihr auf einer Reise von Cannes nach Paris die französische Küche und Kultur näher bringt. Ihr abwesender Ehemann Michael (Alec Baldwin) ist nicht grundlos eifersüchtig. Welches Ende diese verzwickt-romantische Geschichte findet, erfährst du im Film.

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