Alles Geld der Welt

Top 9 der besten Entführungsthriller

Fingernägel kauen ist eigentlich eine Unart. Sieht nicht schön aus, das Popcorn wird pappig und den Sitznachbarn nervt es auch. Aber in diesem Genre können wir einfach nicht anders. Wenn es auf der Leinwand um Entführungen geht, ist Hochspannung garantiert und Fingernägel in Gefahr.

17 Millionen Dollar fordern die Kidnapper in ALLES GELD DER WELT für die Freilassung von John Paul Getty III, Enkel des milliardenschweren Öltycoons  J. Paul Getty. Als dieser sich weigert, schneiden sie dem 16-jährigen ein Ohr ab, schicken es der Presse und drohen damit, ihn stückchenweise wieder frei zu lassen, solange kein Lösegeld fließt. Kultregisseur Ridley Scott drehte erstmalig einen Entführungsthriller und misst sich mit einigen erstklassigen Genrevertretern, zu denen auch sein Bruder Tony Scott einiges beigetragen hat. Robert vom Tobis Filmclub hat in seinem neuen Video seine ganz persönliche Top 5 der besten Entführungsthriller zusammengestellt, die du dir hier ansehen kannst. Direkt darunter erhöhen wir auf 9 und haben die weltgrößte Filmplattform für dich nach den besten Bewertungen durchforstet. Viel Spaß!

 

Platz #9: „Der Mann, der zuviel wusste" (1956)

Prägend für alle Entführungsfälle auf der Leinwand war Regiegroßmeister Alfred Hitchcock. In „Der Mann, der zuviel wusste" schickt er die Familie McKenna in den Urlaub nach Marokko, der sich für diese zu einem echten Albtraum entwickelt. In den Hauptrollen besetzte er James Stewart („Das Fenster zum Hof") und Doris Day („Bettgeflüster"), die als Eltern in dieser Szene noch friedlich mit ihrem Sohn vereint sind.  Nostalgie pur ist, wie Hitchcock die Busfahrt mittels Projektion vortäuscht ;-)

Dass der Junge nur wenig später von Unbekannten verschleppt wird, ahnen die McKennas natürlich nicht. Da sie Angst um den kleinen Hank haben, machen sie sich schließlich auf eigene Faust auf die Suche nach ihrem Sohn. Die Entführung ist Teil einer großen Verschwörung, bei der ein Politiker getötet werden soll. Wie das Ganze mit den McKennas zusammenhängt, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden...

© Universal Pictures

Das weltberühmte Lied „Que sera, sera" wurde übrigens für diesen Film geschrieben und auch von Hauptdarstellerin Doris Day gesungen.

 

Der Thriller ist ein Remake von Hitchcocks eigenem Film aus dem Jahr 1934, der den gleichen Titel trägt. In der Neuverfilmung veränderte er einige Orte, Figuren und Handlungsstränge, erzählte aber im Grunde die gleiche Geschichte. Nur noch besser als im Original, wenn es nach den Filmbewertungen auf IMDb geht. Das Remake kommt auf 7,5, das Original nur auf 6,9 von 10 möglichen Punkten. Eine der Hauptrollen in der Version von 1934 übernahm Schauspiellegende Peter Lorre („Casablanca").

© Concorde

Platz #8: „Flug 93" (2006)

Gleich ein gesamtes Flugzeug voller Menschen wird in „Flug 93" entführt. Der hochspannende Thriller rekonstruiert die Ereignisse, die am 11. September 2001 an Bord der Passagiermaschine stattfanden, die von Terroristen übernommen wurde und in ein Regierungsgebäude in Washington, D.C. fliegen sollte. Anders als bei den anderen drei Flugzeugen, die entführt und ins World Trade Center und Pentagon gelenkt wurden, konnten die Passagiere an Bord von „Flug 93" die Terroristen überwältigen und die Maschine noch vor ihrem Ziel abstürzen lassen. Dabei starben sämtliche Insassen.

© Universal Pictures

Regisseur Paul Greengrass („Jason Bourne") setzte bei seinem Film vor allem auf Authentizität. Um diese zu erreichen, engagierte er weitgehend unbekannte Schauspieler, aber auch echte Piloten und Fluglotsen, die den Anschlag von 2001 miterlebt hatten. Dadurch entfaltet „Flug 93" eine so realistische wie bedrückende Atmosphäre, die den wahren Helden ein filmisches Denkmal setzt. Wenn die Terroristen beginnen, ihren Plan in die Tat umzusetzen, stockt wohl jedem Zuschauer der Atem. Für seine Leistung als Regisseur erhielt Greengrass eine Oscarnominierung.

© Universal Pictures

IMDb-Wertung: 7,6

Platz #7: „Gone Baby Gone - Kein Kinderspiel" (2007)

Auch die Romanverfilmung „Gone Baby Gone" bleibt lange im Gedächtnis. Darin wird ein vierjähriges Mädchen entführt, was die Privatdetektive Patrick und Angela aufhorchen lässt. Sie übernehmen den Fall, doch bald treiben die Ermittlungen sie an den Rand des Erträglichen.

© StudioCanal

Schon die literarische Vorlage von Dennis Lehane aus dem Jahr 1998 war nichts für nervenschwache Gemüter. Der Film überträgt die düstere Stimmung perfekt und erweckt die komplexen Charaktere mit Hilfe grandioser Darsteller zum Leben. Als Ermittlerduo standen Casey Affleck (AUGE UM AUGE) und Michelle Monaghan (SLEEPLESS) vor der Kamera. Als Nebendarsteller brillierten zudem Oscarpreisträger Morgan Freeman (TRANSCENDENCE) und Ed Harris („Die Truman Show"). „Gone Baby Gone" stellt übrigens das Regiedebüt von Ben Affleck („Argo") dar, der hier schon früh bewies, dass er ein Gespür für spannende Inszenierungen hat.

© StudioCanal

IMDb-Wertung: 7,7

Platz #6: „Mann unter Feuer" (2004)

So traurig es ist, aber in keinem anderen Land der Welt werden mehr Menschen gekidnappt als in Mexiko. Genau dort, in der Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes, spielt die Handlung von „Mann unter Feuer". Denzel Washington (THE BOOK OF ELI) ist hier als Protagonist John W. Creasy zu sehen, der als Leibwächter der kleinen Pita (Dakota Fanning) arbeitet und widerwillig ein freundschaftliches Verhältnis zu dem Mädchen aufbaut.

© StudioCanal

Als Pita von brutalen Gangstern entführt wird, begibt sich der kampferprobte John auf einen blutigen Rachefeldzug, um im Alleingang die Drahtzieher der Entführung ausfindig zu machen und zur Strecke zu bringen. Schnell lernen die Verbrecher, dass sie besser die Finger von dem Mädchen gelassen hätten, denn John ist gnadenlos und furchtbar wütend.

© StudioCanal

Die Regie zu dem Actionthriller führte Ridley Scotts Bruder Tony, der sich 2012 traurigerweise das Leben nahm.

IMDb-Wertung: 7,7

Platz #5: „Blue Velvet" (1986)

Die Handlung eines David Lynch-Films zu erklären, ist oft alles andere als einfach. Aber es besteht nun wirklich kein Grund, deswegen gleich in Heulkrämpfe auszubrechen...

© 20th Century Fox

„Blue Velvet" ist ein faszinierendes Puzzle aus Gewalt, Sex und Surrealismus, in dem die Entführung einer Familie nur oberflächlich eine Rolle spielt. Das Werk brachte Lynch eine Oscarnominierung als Bester Regisseur ein, was er wohl seinem Einsatz von einzigartigen Bildkompositionen und außergewöhnlichen Charakterentwicklungen zu verdanken hatte. Ein exzellent ausgewählter Soundtrack rundet das Gesamterlebnis ab. Nach seiner Veröffentlichung im Jahr 1986 löste der Film Kontroversen aus, da er auch sadomasochistische Sexualpraktiken thematisiert. Heute gilt „Blue Velvet" jedoch als absoluter Kultstreifen.

© 20th Century Fox

IMDb-Wertung: 7,8

Platz #4: „Captain Phillips" (2013)

Nur vier Jahre, nachdem somalische Piraten das Containerschiff Maersk Alabama entführten und die Besatzung als Geiseln nahmen, kam bereits die Verfilmung der Geschehnisse in die Kinos. Es war erneut Paul Greengrass (siehe Platz 8), der sich dem schicksalhaften Vorfall widmete. 

Für die titelgebende Hauptrolle konnte er den zweifachen Oscarpreisträger Tom Hanks („Forrest Gump") gewinnen, der als Captain Richard Phillips eine herausragende Leistung ablieferte.

© Sony Pictures

Als wahres Phänomen stellte sich jedoch der Somali Barkhad Abdi heraus, der den Anführer der Piraten mimte. Dieser arbeitete noch kurz vor den Dreharbeiten als Chauffeur und feierte mit „Captain Phillips" sein Schauspieldebüt. Von den Kritikern wurde er dafür hochgelobt und sogar für einen Oscar nominiert.

© Sony Pictures

IMDb-Wertung: 7,8

Platz #3: „96 Hours" (2008)

Bryan Mills erlebt in „96 Hours" das wohl schlimmste Horrorszenario eines jeden Elternteils: Seine Tochter wird von Menschenhändlern entführt! Dazu kommt, dass er die Tat auch noch direkt am Telefon mitanhören muss. Mills lässt es sich jedoch nicht nehmen, den Verbrechern noch eine Warnung auszusprechen:

„Wenn Sie meine Tochter jetzt gehen lassen, ist die Sache erledigt. Ich werde nicht nach Ihnen suchen, ich werde nicht Jagd auf Sie machen. Aber wenn nicht... werde ich nach Ihnen suchen, ich werde Sie finden und ich werde Sie töten."

 

Fortan lässt der ehemalige Geheimagent seinen Worten Taten folgen und macht sich auf die Suche nach seiner vermissten Tochter. Dabei schreckt er vor keiner Konfrontation mit den Kriminellen zurück. Mit der Hauptrolle begründete Darsteller Liam Neeson seine Karriere als Actionstar. Der Film war zudem ein voller Erfolg an den Kinokassen und zog zwei Fortsetzungen nach sich.

© 20th Century Fox

IMDb-Wertung: 7,8

Platz #2: PRISONERS (2013)

PRISONERS ist ein Psychothriller, wie er im Buche steht. Gleich zwei Mädchen verschwinden darin spurlos. Einer der Väter, der von Hugh Jackman („X-Men") dargestellt wird, glaubt jedoch nicht an den Tod seiner Tochter. Mit Hilfe des Polizisten Loki (Jake Gyllenhaal) will er den Entführer ausfindig machen und ist dafür bereit, jegliche Grenzen zu überschreiten.

Regisseur Denis Villeneuve („Blade Runner 2049") entführt uns in eine düstere und pessimistische Welt, die dennoch ganz nah am echten Leben ist. Dabei baut er die Spannung kontinuierlich auf und strapaziert unser Nervenkostüm bis zum Schluss. Aber auch die ausgezeichnete Kameraarbeit des für 14 Oscars(!) nominierten Roger Deakins (bekommen hat er ihn nie) und seine überzeugenden Darsteller machen PRISONERS zu einem Meisterwerk, das nicht so schnell vergessen werden wird.

IMDb-Wertung: 8,1

Platz #1: „Zwischen Himmel und Hölle" (1963)

An der Spitze der besten Entführungsthriller steht ein absoluter Geheimtipp. Der Film von Regielegende Akira Kurosawa („Die sieben Samurai") kommt aus Japan und ist bereits mehr als 50 Jahre alt. „Zwischen Himmel und Hölle" ist das Musterbeispiel eines bis ins letzte Detail stimmig inszenierten Thrillers. Darin soll der Sohn des reichen Managers Kingo Gondo entführt werden. Fälschlicherweise wird jedoch der Sprössling seines Chauffeurs gekidnappt. Das Lösegeld zahlt Gondo trotzdem, wodurch er in der Öffentlichkeit zwar als Held gefeiert wird, allerdings seine Firma aufgeben muss.

© Kairos-Filmverleih

Kurosawas Film dreht sich jedoch nicht nur um eine Entführung, sondern zeichnet auch ein Bild der japanischen Gesellschaft, in der die Schere zwischen Arm und Reich schon zu jener Zeit weit auseinanderklafft. Für „Zwischen Himmel und Hölle" arbeitete der Meisterregisseur mit seinem Stammschauspieler Toshirō Mifune zusammen, der in insgesamt 16 Filmen Kurosawas mitwirkte. Auch als Protagonist Kingo Gondo liefert Mifune eine gewohnt tolle Vorstellung ab.

© Kairos-Filmverleih

IMDb-Wertung: 8,4

Wenn du jetzt auf den Geschmack gekommen bist, dann ist ALLES GELD DER WELT mit Mark Wahlberg, Michelle Williams und Christopher Plummer unsere ganz klare Filmempfehlung.

 

Folge uns auch auf Facebook, Instagram und YouTube.

DIESEN ARTIKEL WEITERLEITEN