Independent-Filme sind der kreative Herzschlag des Kinos. Sie bereichern die Leinwand von jeher durch Eigenständigkeit und den Mut zum Risiko. 2026 verspricht, ein besonders guter Indie-Jahrgang zu werden!
Die Möglichkeiten jenseits von Blockbustern und Franchises sind grenzenlos. Das zeigt uns ein Blick in die Trailer-Glaskugel. Wir haben sieben Highlights zusammengestellt für alle, die im Kino gerne neue Pfade betreten und sich von gewagten Ideen und originellen Stories überraschen lassen. Los geht's mit dem aktuellen Highlight des Monats, das für neun Oscars® nominiert ist und für das viele Kinos bereits Tickets im Vorverkauf anbieten:
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Kinostart: 26.02.2026
Drehe wild und gefährlich! Diese Maxime haben die Safdie-Brüder für sich von Anfang an verwirklicht. Lange haben wir den fiebrigen Puls von New York nicht mehr so deutlich gefühlt. Ihre Filme setzen sich über Genre-Grenzen und Sehgewohnheiten hinweg und erschließen neue künstlerische Möglichkeiten. Das gilt auch und besonders für Josh Safdies erste Allein-Regie MARTY SUPREME:
Schuhverkäufer Marty (Timothée Chalamet) hat nur ein Ziel im Leben: Weltmeister im Tischtennis zu werden und somit in den Olymp der gefeierten Athleten aufzusteigen, zu denen er sich selbst ohnehin schon lange zählt. Um an einem Turnier in London teilnehmen zu können, setzt der junge New Yorker alles auf eine Karte, muss sich im nervenaufreibenden Finale aber dem japanischen Sportstar Endo (Koto Kawaguchi) geschlagen geben. Doch das ist erst der Anfang der Odyssee eines Mannes, der bereit ist, für Ruhm und Erfolg alles zu riskieren.
März
Kinostart: 26.03.2026
Der März steht definitiv im Zeichen von Richard Linklater, einem Regisseur, der uns seit beinah vier Jahrzehnten immer wieder mit neuen Erzählweisen überrascht. BLUE MOON lief schon im letzten Jahr auf der Berlinale, kommt aber erst jetzt bei uns ins Kino. Linklaters Drama über die letzten Tage des Broadway-Songwriter-Teams Rodgers and Hart zeigt Ethan Hawke in Bestform und mit atemberaubender Maske – ebenfalls ein Oscar®-Kandidat in der Kategorie Bester Hauptdarsteller.
April
Kinostart: 23.04.2026
Es geht nach Frankreich. Und zu einer Säulenheiligen des französischen Kinos: Isabelle Huppert. Sie spielt eine zurückgezogen lebende Milliardärin, die in einen Sog aus Abhängigkeiten, Manipulation und Machtkämpfen gerät. Um sie herum konkurrieren Familie, Vertraute und Opportunisten um Einfluss, Geld und Deutungshoheit – während ihr eigener Wille zunehmend untergraben wird. Der Film zeigt keinen Glamour des Reichtums, sondern dessen Verfallsform: Einsamkeit, Kontrollverlust und ist weniger Biopic als eine Studie darüber, wie Vermögen Beziehungen korrumpiert und Macht selbst die Mächtigsten verwundbar macht.
DIE REICHSTE FRAU DER WELT spielt klar erkennbar auf Liliane Bettencourt (1922-2017) an, Erbin des L’Oréal-Imperiums und zeitweise reichste Frau der Welt. Sie soll von ihrem Umfeld – besonders vom Fotografen und Lebemann François-Marie Banier – manipuliert worden sein.
Mai
Kinostart: 07.05.2026
Als eines Tages Kurt (Harald Krassnitzer) vor Hannes (Dagmar Manzel) Tür steht, hat die Kunstlehrerin plötzlich zwei Männer. Denn obwohl sie seit 20 Jahren von Kurt geschieden und mit Bernd (August Zirner) mehr oder weniger glücklich verheiratet ist, hält Kurt sich noch immer für Hannes Ehemann. Kurt hat Demenz. Bernd und Hanne nehmen Kurt bei sich auf – und geraten dabei in ein fragiles Gleichgewicht aus Mitgefühl, Überforderung und einer Ehe, die plötzlich zu dritt verhandelt werden muss.
Dagmar Manzel, Harald Krassnitzer und August Zirner bilden ein fantastisches Schauspieler:innen-Trio, das Beziehung, Älterwerden, Abschied und Neuanfang nicht in großen Gesten, sondern in kleinen Momenten, mit einem Augenzwinkern, einem Kopfschütteln und einer leisen Berührung verhandelt. Beeindruckend geführt werden sie von Regisseur Welf Reinhart, der für seinen Kurzfilm EIGENHEIM 2022 mit dem Studenten-Oscar® ausgezeichnet wurde und mit DER VERLORENE MANN sein Langspielfilm-Debüt gibt.
Juni
Kinostart: 04.06.2026
Zu welchen Geniestreichen der polnischstämmige Regisseur Jan Komasa fähig ist, konnten wir erst kürzlich in seiner brillanten Amerika-Dystopie THE CHANGE sehen. Seinen nächsten Film HEEL drehte er in Großbritannien und Polen.
Der 19-jährige Internet-Influencer Tommy (Anson Boon) verleitet seine Zuschauer bei TikTok zu grausamen Gewalttaten. Als er sich in eine alkohol- und drogengetränkte Partynacht stürzt, wird er auf der Straße ohnmächtig, von einem Fremden (Stephen Graham) in dessen Haus geschafft und im Keller gefesselt. Der Beginn eines überaus düsteren Trips.
Juli
Kinostart: 30.06.2026
Offiziell ist noch kein deutscher Verleihtitel genannt worden. Aber wir dürfen das spanische Original AMARGA NAVIDAD wohl mit „bittere Weihnachten“ übersetzen. Auch der spanische Trailer ist noch ganz frisch, aber echte Almodóvar-Fans schauen sich vermutlich ohnehin mindestens die OMU-Version an.
Der Plot: Als die Mutter von Elsa (Bárbara Lennie) während der Weihnachtszeit stirbt, stürzt sich die Werbe-Regisseurin in die Arbeit und verdrängt die Trauer. Erst als Panikattacken sie dazu zwingen, Abstand vom Alltag zu nehmen, reist sie mit einer Freundin nach Lanzarote, wo sich neue Perspektiven eröffnen. Parallel dazu entfaltet sich die Geschichte eines Drehbuchautors und Regisseurs, die mit Elsas Erlebnissen verwoben ist. Alles hängt mit allem zusammen, wie so oft bei Pedro Almodóvar.
August
Kinostart: 20.08.2026
Das Zitat „It's a sad and beautiful world“ (Es ist eine traurige und schöne Welt) stammt aus dem Film DOWN BY LAW (1986) von Jim Jarmusch. Im Film sagt die Figur Roberto (gespielt von Roberto Benigni) diesen Satz, worauf Zack (Tom Waits) zustimmt: „Yeah, it's a sad and beautiful world, pal“. Diese Mischung aus Melancholie und Zuversicht zeichnet auch das Debüt des libanesischen Regisseurs Cyril Aris aus, der nicht weniger als eine moderne Liebesgeschichte im Beirut der Gegenwart erzählen will. Der Film lief auf über 20 Festivals und wurde vielfach mit Preisen bedacht.
Nino (Hasan Akil) und Yasmina (Mounia Akl) werden am selben Tag im selben Krankenhaus geboren, aber sie begegnen sich erst Jahre später. Sofort spüren beide eine tiefe Verbindung, die sich nicht erklären lässt. Gemeinsam schmieden sie den Plan, Beirut mit einem magischen Zug zu verlassen. Daraus wird jedoch nichts, denn als der Moment der Flucht gekommen ist, taucht Yasmina nicht auf. Erst nach weiteren 25 Jahren führt das Schicksal die beiden wieder zusammen …
In MARTY SUPREME ist die Welt ein buntes Potpourri aus Schicksal und Zufällen, Glanz und Glamour und endlosem Abenteuer – getragen von einem Helden, der sich selbst längst für eine Legende hält, noch bevor es die Welt tut. Das ist pure Indie-Magie: wild, nervös, komisch, gefährlich nah am Abgrund. Da fühlt man wieder, warum Independent-Kino der kreative Herzschlag der Leinwand ist!

MARTY SUPREME startet am 26. Februar im Kino!
Autor/-in: A. Smithee
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