Catweazle

Otto: „Catweazle steht der neuen Welt genauso ratlos gegenüber wie ich manchmal."

Im Kino ist Ottos CATWEAZLE bereits schneller als James Bond gelandet. Klappt das bei den Frauen eigentlich auch so? Zum Kinostart seiner neuen Komödie machte sich Otto so einige Gedanken  und offenbarte eine ganz neue, persönliche Seite...

Mit 72 Jahren erobert Otto als Zauberer in seinem neuen Kinofilm CATWEAZLE einmal mehr die große Leinwand. Dabei hat er sich sogar ein bisschen neu erfunden und ist sich trotzdem treu geblieben. Was er dazu sagt? Lassen wir Otto doch einfach selbst zu Wort kommen...

... über die Herausforderung, eine andere Rolle zu spielen:

„Ich bin ja kein Schauspieler, der nach Belieben in jede Rolle schlüpft. Normalerweise bin ich Otto. [...] Da sollte aber nicht Otto zu sehen sein, sondern Catweazle. Das war anstrengend. Der magische Blick hat geholfen [...].” 

 

Otto Waalkes
CATWEAZLE, Rechte bei Tobis

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... über die Ähnlichkeit zu Geoffrey Bayldons Catweazle:

„Die Ähnlichkeit war ja verblüffend. Es gibt Fotos aus der englischen TV-Serie, auf denen der Catweazle-Darsteller mir erschreckend ähnlich sieht, aber es gibt auch eine innere Verwandtschaft [...] Catweazle steht der neuen Welt genauso ratlos und staunend gegenüber wie ich manchmal."

 

Julius Weckauf, Otto Waalkes
CATWEAZLE, Rechte bei Tom Trambow/TOBIS

... über Unterschiede zu Geoffrey Bayldons Catweazle:

„Der Catweazle von Bayldon war mir zu mürrisch, eine misogyne Figur. Das entspricht nicht meinem Wesen. Ich habe also versucht, ihn ein wenig zu aktualisieren, nicht zu verbessern. Ich habe nichts anderes einzubringen als meine Persönlichkeit. Ich bin ja kein Schauspieler.”

... warum er sich nicht als Schauspieler sieht:

„Ein Gert Fröbe schlüpft einfach in die Rolle von Räuber Hotzenplotz, ein Henning Baum ist Lukas, der Lokomotivführer. Das könnte ich alles gar nicht. Was ich kann, ist, eine Figur um Ottotypisches zu ergänzen. Dadurch wird sie nicht ganz zu Otto, aber durch kleine komische Einsprengsel – gestisch, mimisch, akustisch – wird sie mir ähnlich.”

 

Otto Waalkes
CATWEAZLE, Rechte bei Tobis

... als was er sich selbst bezeichnen würde:

„Musikclown? Spaßmacher? Alleinunterhalter? Ich weiß es nicht. Maler, Zeichner, Musiker? Entertainer. Das würden die Amerikaner sagen. Wenn ich in die USA reise, gebe ich meinen Beruf immer mit ,Comedian’ an.”

... was er eigentlich werden wollte:

„Ich habe acht Semester Kunst studiert. Wollte eigentlich Grafiker werden, die nahmen aber nur angehende Kunstpädagogen auf. Also habe ich das gemacht. Das scheiterte dann aber, weil ich zu dieser Zeit schon wusste, dass Komiker ein Beruf sein kann. Privat habe ich weiter gemalt und gezeichnet.”

Auf seinem Instagramprofil veröffentlicht Otto regelmäßig Kostproben seiner Werke, die er auch ausstellt.

... wie er zufällig zum Komiker wurde:

„Meine ersten Gags sind meist als Rettung aus peinlichen Situationen entstanden. Ich versuchte damals, ernsthafte Folklore zu machen. Bob Dylan, [...] ein bisschen Blues. Ich war so nervös, dass mir schon mal das Mikro runtergefallen ist, irgendwas ging immer kaputt, und dann habe ich mich hektisch entschuldigt, ungefähr so: ,Tutmirleidkommtnichtwiedervorundichbindaserstemalhier!’. Diese Zwischenbemerkungen haben den Leuten überraschend gut gefallen, also kamen Witze dazu.”

... über den Adrenalinrausch nach seinen Auftritten:

„Da bin ich vollkommen aufgedreht."

 

CATWEAZLE, Rechte bei Tobis

„Ich liege nach einer Show im Bett und versuche zu schlafen und mein Herz wummert wie verrückt.”

... über Anerkennung:

„Die wichtigste Anerkennung bekomme ich von meinem Publikum. Etwas anderes ist es, wenn Steve Martin mich in seiner Autobiografie erwähnt: ,German comedian, very funny’. Das empfinde ich als sehr großes Kompliment. Einmal saß ich in Los Angeles mit Roland Emmerich zusammen, und Steve Martin kam an unseren Tisch: ,Hi Otto, how are you doing?”’

... wie er mit seiner Berühmtheit umgeht:

„Wichtig ist, dass man nicht abhebt, wenn dieser Anonymitätsverlust eintritt. Dass es dir nicht ergeht wie manchem One-Hit-Wonder. Man darf nie vergessen, dass man nur ein kleines Rädchen ist oder auch nur der Hamster, der dieses Rädchen dreht. Dem Hamster kommt sein Rad natürlich viel größer vor. Aber das ist eine Täuschung.”

 

Otto auf dem Roten Teppich (Rechte bei TOBIS / Foto: Patric Fouad)

... über seine großen Vorbilder:

„Jim Carrey ist ein begnadeter Bewegungskomiker. Ich habe ihn mal kennengelernt [...] in den Neunzigerjahren. [...] Er war damals wirklich der Größte. Obwohl: Robin Williams war auch sehr stark. Um ihn zu sehen, bin ich extra mal nach New York geflogen [...]. Die Nachricht von seinem Tod hat mich sehr getroffen.”

... über den Unterschied zwischen Deutschen und Amerikanern:

„Bei den Amerikanern ist alles erlaubt. Einerseits sind sie politisch sehr korrekt, andererseits verzeihen sie in der Comedy viel mehr als die Deutschen.”

... über die Rassismus-Vorwürfe gegen OTTO - DER FILM:

„Das ist ein Missverständnis. [...] En passant wollten wir den alltäglichen Rassismus der älteren Generation entlarven, indem wir uns über ihn lustig machten. Eine Karikatur der gängigen Vorurteile in der guten, alten BRD. Unter anderem deswegen haben wir für die kleine Rolle des schwarzen G.I. einen bekannten, hochangesehenen Schauspieler [Anm. Günther Kaufmann] engagiert, der übrigens schon beim Lesen des Drehbuchs verstanden hat, was wir vorhatten.” 

 

Otto Waalkes, Günther Kaufmann
OTTO - DER FILM, Rechte bei Tobis

„Der hätte wohl kaum mitgespielt, wenn irgendetwas darauf hingedeutet hätte, dass wir uns über ihn oder Schwarze im Allgemeinen lustig machen wollten.”

... über Humor, den er nicht mag:

„Erstaunlich, wie tief unter die Gürtellinie man gehen kann. Es gab und gibt frauenfeindliche Gags – männerfeindliche übrigens auch – die mit einer Inbrunst vorgetragen werden, dass ich mich frage: ,Was ist denn da los?’ Irgendwann geht’s halt nicht noch tiefer, und dann wird's nur noch unangenehm.”

... über seinen Ruf als „Blödelbarde":

„Viel hängt von dem Umfeld ab, in dem ich mich bewege. Im Kindergarten wirke ich recht vernünftig, im Altersheim eher anarchisch. Ein kleines, komisches Licht leuchtet so oder so. [...] Der Barde genoss hohes Ansehen im Mittelalter!”

 

Otto Waalkes
CATWEAZLE, Rechte bei Tom Trambow/TOBIS

... über Geld:

„Ich habe mich ja nie intensiv ums Geldverdienen bemüht, das Geldausgeben fällt mir irgendwie leichter. Woher das Geld kommt? Keine Ahnung.”

... wie er zur Musik fand:

„Vor allem bin ich durch die Kirche zur Musik gekommen. Im Bibelkreis habe ich das erste Mal eine Gitarre in der Hand gehalten, da war ich sechs. Von da an habe ich geübt wie ein Gottloser.”

... über seine Kindheit:

„Mein Vater war Anstreicher, Tapezierer, saubere Arbeit war sein Prinzip. Wir waren gerne ,Unterschicht’, lebten in einer kleinen Straße, drei Zimmer, dreiundvierzig Quadratmeter mit Omas, Opas und so weiter. Hier habe ich eine heile Welt – ich will nicht sagen: vorgegaukelt bekommen. [...] Das Leben ist schön. So bin ich aufgewachsen. Sie haben sich immer geliebt, meine Eltern, bis ins hohe Alter.”

... über seine Ehen:

„Ich wurde konfliktfrei erzogen in einem weitgehend konfliktfreien Umfeld. Als es dann später zu Konflikten kam im eigenen Leben – als etwa meine Frau mich verließ – da sagten Leute zu mir: Schau, das ist dein Problem, du bist nicht konfliktfähig! Mein Bruder und ich haben uns so gut mit unseren Eltern verstanden – uns richtig zu streiten haben wir da natürlich nie gelernt. Das Problem an der Sache ist, dass Frauen so viel Harmonie zwar oft sehr lange mitmachen. Aber wenn es ihnen irgendwann langweilig wird, dann sind sie weg und suchen das Abenteuer anderswo. Dafür habe ich theoretisch volles Verständnis, die Praxis sieht leider anders aus. Und je mehr du jammerst und bettelst, desto unattraktiver wirst du.”

... über seinen Singlestatus:

„Ich flirte gerne mit Blicken. Erst mit Blicken, dann mit Humor. Dabei bleibt’s dann auch meist.”

 

CATWEAZLE, Rechte bei Tobis

„In meinem Job gibt es ein Problem: Du bist ständig unterwegs, nie zu Hause. Wenn sich eine Partnerin gerade an dich gewöhnt hat – bist du schon wieder weg. Und so fängst du jedes Mal wieder bei Null an.”

... über das Alter:

„Toi, toi, toi, ich habe bisher kein Problem damit. Ich mache viel Sport, spiele Tennis [...]. Ich bin immer in Bewegung. Und zweieinhalb Stunden auf der Bühne sind ja auch ein gutes Training, Marathon-tauglich. Außerdem ernähre ich mich schadstoffarm. Morgens Müsli...

 

Otto Waalkes
CATWEAZLE, Rechte bei Tobis

... abends wenig. Ich fühle mich eigentlich immer noch wie vor 20 Jahren, für mich ist eigentlich 70 das neue 30.”

... über sein WG-Leben mit Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen:

 

„Sex, Drugs and Rock'n'Roll – den Rest der Zeit haben wir Party gemacht. Nein, ich will die Vergangenheit nicht verklären, alles war ziemlich normal: Alle wollten abtrocknen, keiner wollte abwaschen, so wie in jeder anderen WG. Abgesehen davon, dass Udo Lindenberg morgens um vier Uhr noch Schlagzeug geübt hat, dazu improvisierte ich auf meiner Wandergitarre, dann kam Marius dazu [...].”

... über seinen Co-Star Julius Weckauf:

„Der Julius hat einen natürlichen Charme. Für sein Alter hat er wahnsinnig viel Routine. Dabei ist er so wunderbar spontan geblieben, von ihm kann ich noch was lernen.”

 

Otto Waalkes
CATWEAZLE, Rechte bei Tom Trambow/TOBIS

... über seine Überforderung mit Schnelllebigkeit heute: 

„Es geht heute alles sehr schnell, man verpasst den Anschluss und wird zum Catweazle: neugierig, fasziniert, aber auch etwas überfordert.”

Catweazle und Otto sind also gar nicht mal so weit voneinander entfernt. Auch, wenn Otto sich nicht als Schauspieler sieht, hat er seine Rolle hervorragend mit Leben gefüllt! Und eben mit einer Prise Otto. Das Ergebnis siehst du jetzt im Kino!

 

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Autor/-in: J.Leipnitz 

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