Der Trafikant

Gut zitiert: Sigmund Freud und DER TRAFIKANT

Sigmund Freud gehörte zu den klügsten Köpfen des 20. Jahrhunderts. Die Möglichkeit, ihn persönlich um Rat zu fragen, haben wir zwar nicht mehr, doch zum Glück hinterließ er zahlreiche Schriften, die uns bis heute inspirieren. Nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in der Kunst, in der Literatur und im Kino...

Auch in Robert Seethalers Bestseller „Der Trafikant" steckt die von Sigmund Freud genannte magische Kraft. Der Roman ist voll von Zitaten, die man sich am liebsten ausdrucken und als Poster an die Wand hängen möchte. Einige dieser Lebensweisheiten und Kernsätze haben es schließlich auch in die Verfilmung DER TRAFIKANT mit Bruno Ganz geschafft, die jetzt neu in den Kinos läuft.

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Direkt unter der Vorschau zum Film haben wir einige der schönsten Zitate für dich zusammengestellt.

 

 

Über das Rauchen

„Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre." Diesen Satz soll Sigmund Freud einmal gesagt haben, was aber gar nicht belegt ist. Dank der verbrieften Obsession Freuds für die Droge Tabak klingt er auch fast ein bisschen zu gleichgültig, um wahr zu sein. Schließlich pflegte Sigmund Freud seine Sucht, ging ein und aus in der Trafik an der Ecke, einer Art Kiosk, die die aber doch so viel mehr ist, wie der Darsteller Johannes Krisch hier treffend erklärt.

 

 

Johannes Krisch gibt in DER TRAFIKANT den Rauchkultur-Experten Otto Trsnjek, der seinem Lehrling Franz (Simon Morzé) auch erklärt, dass eine Zigarre eben nicht nur eine Zigarre ist:

„Eine schlechte Zigarre, die schmeckt nach Pferdemist, eine gute Zigarre schmeckt nach Tabak. Aber eine sehr gute, die schmeckt nach der Welt."

 

Eine weitere Analogie findet Bruno Ganz in seiner Rolle als Sigmund Freud und stößt damit auf das eigentliche Dilemma des jungen Trafikanten-Lehrlings Franz:

Über die Liebe

Der 17-jährige Franz gerät in DER TRAFIKANT in ein wahres Gefühlschaos. Er verliebt sich nämlich in die selbstbewusste Varietétänzerin Anezka (Emma Drogunova), die es ihm allerdings nicht gerade einfach macht. Kein Wunder, dass Franz verzweifelt:

„Vielleicht ist die Liebe nichts für mich. Oder vielleicht bin ich nichts für die Liebe."

In der Buchvorlage hat Sigmund Freud den passenden Rat für ihn:

„An den Klippen zum Weiblichen zerschellen selbst die Besten von uns!"

Im Film rät ihm sein Mentor Freud aber, mehr auf sein Herz anstatt auf seinen Kopf zu hören...

Wie seine Alter-Egos im Film und Buch wähnte sich auch Freud selbst in Hinblick auf das andere Geschlecht eher ratlos...

Vielleicht hätte Sigmund Freud mehr auf seine Mutter Amalia hören sollen. So wie Franz auf seine liebe Mama Margarete Huchel (Regina Fritsch), die ihm im Film diesen wertvollen Tipp gibt...

Aber tief in seinem Herzen scheint Franz sein Problem schon genau erkannt zu haben...

Über schwierige Zeiten

In DER TRAFIKANT geht es aber nicht nur um Liebe und Zigarren. Die berührende Coming-of-Age-Geschichte wirft auch einen Blick auf das Leben und die Gesellschaft der späten Dreißigerjahre, die vom Aufstieg des Nationalsozialismus geprägt war. Ein treffender Satz der Romanvorlage kommt dazu von Trafikant Otto Trsnjek...

Und sein Stammkunde Sigmund Freud hat ein auch heute noch gültiges Rezept, wie gegen diese menschenverachtende Politik vorzugehen ist:

„Nur mit viel Mut oder Beharrlichkeit oder Dummheit, am besten mit allem zusammen, gelingt es uns, hier und da ein Zeichen zu setzen."

Das ist natürlich kein leichtes Unterfangen. Aber Freud weiß im Film auch dazu Rat:

„Im Versuch schaffen sich die Welten neu."

Über das Leben

Eine der Kernthesen der Psychoanalyse gibt Freud im Film einer Patientin zum Knabbern, die sich auf der Therapiecouch für ihr Äußeres schämt und gleichzeitig über ihre Lust auf Süßes spricht:

„Lust und Scham sind Geschwister."

Auch der junge Franz möchte gern einmal auf Freuds Couch, von der alle reden, was sich der Trafikant allein vom Erlös aus Tabakwaren und Zeitschriften aber nie leisten könnte. Dabei merkt er gar nicht, wie ihm der Professor täglich neue Lektionen fürs Leben mitgibt. Vielleicht, weil ihm nicht alle gefallen oder einleuchtend erscheinen. Doch:

„Die Wahrheit ist selten gemütlich."

Im Buch muss sich Franz schließlich den folgenden Spruch seines väterlichen Freundes zu Herzen nehmen:

„Die Einsicht ist die Hebamme der Besserung."

Franz zieht aus seinen Erfahrungen mit den Nationalsozialisten und seiner persönlichen Entwicklung aber ein eher nüchternes Fazit:

„Vielleicht ist es ja so mit dem ganzen Leben: Man entfernt sich von Geburt an und mit jedem einzelnen Tag ein bisschen weiter weg von sich, bis man sich gar nicht mehr auskennt."

Ein allgemeines Rezept zum persönlichen Glück gibt es auch nicht, was schon der 1939 verstorbene Sigmund Freud erkannte:

Vieles in DER TRAFIKANT lädt zum Nachdenken ein. Die Romanverfilmung versetzt dich direkt in den kleinen Laden von Otto Trsnjek und Franz Huchel mit dem Stammkunden Sigmund Freud, ins Wien der 30er Jahre. Und trotzdem ist der Film aktueller denn je. Ein mitreißendes und emotionales Werk voller Herz und Hirn!

„Ein Trafikant verkauft Genuss und Lust - und manchmal halt auch Laster."

 

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