Jagdsaison

Mit Witz und großem Herzen - das ist Almila Bagriacik

Mit taffen Frauen kennt sich Almila Bagriacik bestens aus, ob als selbstbewusste Tatort-Kommissarin Mila Sahin oder Amara aus der Serie „4 Blocks”. Höchste Zeit, eine neue Seite der Berlinerin kennenzulernen: ihr außergewöhnliches Talent für Komik!

In ihrem neuen Film JAGDSAISON erlebt Almila Bagriacik als Beauty-Influencerin Bella einen Wellnesstrip, der total aus dem Ruder läuft: Waxing-Unfälle und Anal-Selfies standen eigentlich nicht auf dem Programm. Aber für Bella und ihre Reisegefährtinnen Eva (Rosalie Thomass) und Marlene (Marie Burchard) ist kein Fettnapf zu groß und kein Geheimnis zu intim! Eine kleine Kostprobe ihrer allerersten Kinokomödie gibt es in der Vorschau zum Film. Direkt darunter stellen wir dir Almila Bagriacik genauer vor.

 

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Die Herren Borowski

Almila Bagriacik wurde am 10. Juli 1990 in Ankara geboren.

Mit fünf Jahren kam die kleine Almila mit ihren Eltern nach Berlin. Hier war es ihr engagierter Deutschlehrer Herr Borowski, der Almila dabei half, in Deutschland anzukommen. Er ermutigte sie, Deutsch zu sprechen und dürfte angesichts ihres Einser-Schnitts in der Schule sehr stolz auf sie gewesen sein. Wahrscheinlich ist es Schicksal, dass eine ihrer bekanntesten Rollen auch mit einem Herrn Borowski verbunden ist. Die Rede ist natürlich vom Kieler „Tatort”-Kommissar Axel Milberg. 

Nachdem sich Almila Bagriacik schon früh in ihrer Karriere einmal quer durch die deutsche Krimi-Landschaft gespielt hatte – vom „Großstadtrevier” und „Der Kriminalist” über „SOKO Leipzig” und „Der Alte” bis zu „Kommissarin Lucas” und „Unter Verdacht” – trat sie in die Fußstapfen von Sibel Kekilli und erobert seit 2017 das Revier des erfahrenen Kommissars Borowski. Als Mila Sahin lässt sich Bagriacik nicht die Butter vom Brot nehmen und steht trotz ihres jungen Alters immer ihre Frau. 

Wenn es nach ihr ginge, könnte das noch lange so weitergehen: 

„Mein Traum ist es ja, mit dem „Tatort“ alt zu werden. Ich stelle mir vor, dass ich irgendwann mit meinen Kindern meine ersten „Tatort“-Folgen gucke und dann sage: Guckt mal, da sah Mutti noch jung und sportlich aus.” 

Nicht nur schön anzusehen, sondern auch anzuhören war Almila Bagriacik in der Episode „Borowski und der Fluch der weißen Möwe”. Für diese Folge nahm sie gemeinsam mit ihrem Schulfreund, dem Rapper Sero, den Titelsong „Fliegen" auf.

 

Wann immer sie Zeit findet (was bei ihrem vollen Terminkalender selten ist), arbeitet sie an ihrem ersten eigenen Album. Fans müssen sich also noch ein bisschen gedulden.

Deutsch – Türkisch – Preisgekrönt

Als Tochter zweier Journalisten, die als Auslandskorrespondenten für ein türkisches Medium in Deutschland arbeiteten, wollte Almila Bagriacik eigentlich unbedingt Diplomatin werden.

Glücklicherweise wurde sie stattdessen mit Zwanzig in einem Berliner Club entdeckt und quasi direkt von der Tanzfläche weg für Feo Aladags Drama „Die Fremde” gecastet. Darin spielt sie an der Seite von Sibel Kekilli, die aus ihrer von Gewalt erfüllten Ehe ausbricht. Mit fatalen Folgen. Denn ihre streng gläubige türkische Familie sieht ihre Ehre verletzt. 

 

Almila Bagriaciks erster Kinofilm landete 2010 gleich auf der Berlinale und stieß deutschlandweit und international auf ein begeistertes Echo. Auch ihre erste Hauptrolle in einem Kinofilm sorgte für Furore. 2014 beeindruckte sie in „Hördur” als Aylin, die wegen ihrer türkischen Herkunft von ihren MitschülerInnen gemobbt wird und auch zu Hause auf keinerlei Verständnis trifft. Unter dem Druck rastet sie eines Tages aus. Während sie Sozialstunden auf einem Reiterhof leistet, findet Aylin einen ungewöhnlichen Freund:

 

Mit ihrem tierischen Co-Star verstand sich Almila bestens, denn die beiden sind sich charakterlich sehr ähnlich, wie sie in einem Interview verriet: 

„[S]ehr lebendig, sehr wach, kann am Anfang sehr Diva-mäßig rüberkommen, hat aber ein sehr großes Herz”.

Die Deutsche Filmkritik nominierte sie daraufhin als Beste Darstellerin und auf dem Internationalen Filmfestival Bukarest wurde Almila Bagriacik als Beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Preisverdächtig ging es weiter: 2017 durfte sie den Deutschen Fernsehpreis entgegennehmen…

…für eine Produktion, die es wirklich in sich hatte: In der von der ARD produzierten Trilogie über die NSU-Morde übernahm Almila Bagriacik im zweiten Teil die Hauptrolle. „Die Opfer – Vergesst mich nicht” zeigt sie als Semiya Şimşek, die mit 14 Jahren nicht nur den Mord an ihrem Vater, sondern auch noch die eklatanten Ermittlungsfehler der Polizei ertragen muss. Die besondere Herausforderung, eine Rolle zu spielen, die sich von einer jungen Teenagerin zu einer erwachsenen Frau entwickelt, meisterte Almila Bagriacik mit Bravour. Vom Deutschen Schauspielpreis wurde sie als Beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet.

Auf zu neuen Ufern

Von 2015 bis 2017 eroberte Almila Bagriacik sich als Filiz das türkische Publikum in der Drama-Serie Hayat Şarkisi. Aufgrund ihrer Präsenz wurde die Rolle, die ursprünglich nur auf einen kurzen Auftritt ausgelegt war, weiter ausgebaut.

Ihren Siegeszug durch die TV-Landschaft setzte Almila Bagriacik 2016 auch in Deutschland fort. Für die Dreharbeiten zu „4 Blocks” zog es sie zurück in ihre geliebte Heimatstadt Berlin. Die Serie über einen Berliner Familienclan entwickelte sich zu einem echten Hit. In drei Staffeln spielt Bagriacik Amara, eine starke Frau, die sich im Testosteron-geladenen Umfeld der organisierten Clan-Kriminalität behauptet.

Für „4 Blocks” regnete es Preise, darunter die Goldene Kamera und mehrfache Auszeichnungen mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis.

Mit dem aufwühlenden Drama „Nur eine Frau” kehrte Almila Bagriacik 2019 thematisch zu ihren Anfängen zurück. Genau wie ihr erster Spielfilm „Die Fremde” thematisiert der von Sandra Maischberger produzierte Film einen Ehrenmord. Dieses Mal spielt Bagriacik aber selbst das Opfer.

Sie spielt die deutsch-kurdische Berlinerin Hatun Sürücü, die 2005 von ihrer Familie ermordet wurde, weil sie ein selbstbestimmtes Leben führen wollte.

 

Für die Hauptrolle hätte man keine Bessere als Almila Bagriacik finden können. Schließlich zeichnet sich ihre Karriere bislang durch spannende Rollen mit Migrationshintergrund aus. Dabei rutscht sie nie in Klischees ab und spielt jede der Frauen mit feinen Nuancen. Über den Umgang mit ihren türkischen Wurzeln in der Filmbranche sagt sie:

„Ich habe überhaupt kein Problem damit, ganz im Gegenteil. Ich spiele nur nicht in Filmen mit, die den Migrationshintergrund zum Hauptthema machen und das Ganze problematisch darstellen.”

Über ihren neuen Kinofilm ist sie in dem Zusammenhang sehr froh:

„Bei JAGDSAISON spiele ich einfach Bella, da gibt es keinen Nachnamen. Das ist für mich die gesunde Form von Arbeit mit Schauspielerinnen, die einen Background haben.”

 

JAGDSAISON, Rechte bei Tobis

Ob das auch der Grund dafür ist, dass ihr die Rolle der Bella von allen bisherigen Rollen am meisten Spaß gemacht hat? Das verriet sie ihren Fans nämlich bei einem Q&A auf Instagram. Vielleicht war es aber auch der komplette Wandel, den Almila Bagriacik mit der Komödie vollzogen hat. Weg von dramatischen Schicksalen, hin zu einer leichtfüßigen Komödie, in der sie eine Schicki-Micki-Tussi mit Herz und Verstand spielen darf. 

Almila Bagriacik
JAGDSAISON, Rechte bei Tobis

Wie genussvoll sie diese Verwandlung vollzieht, kannst du dir jetzt im Kino ansehen!

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Autor/-in: J.Leipnitz

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