THE INVITE

Penélope Cruz – Ein Leben für die Leidenschaft

Penélope Cruz
THE INVITE, Rechte bei Tobis

Wenn Penélope Cruz einen Raum betritt, nimmt sie ihn mit ihrem ungezwungenen Charme und ihrer einzigartigen Energie sofort für sich ein.

Seit das erste Mal eine Kamera auf sie zeigte, kann sich niemand dem Zauber von Penélope Cruz entziehen. Ihr Talent hat sie weit über die Grenzen Spaniens berühmt gemacht. Auch Hollywood widersteht ihr nicht. Im Kino ist sie demnächst neben Edward Norton in Olivia Wildes Beziehungskomödie THE INVITE zu sehen. Darin ist ihr feuriges Liebesleben selbst durch die Wände hindurch für ihre Nachbarn nicht zu überhören. Es ist eine Rolle, die wie für Cruz gemacht ist: sinnlich, selbstbewusst und voller Charisma. Wir nähern uns dem Geheimnis der erfolgreichen Spanierin, die seit mehr als drei Jahrzehnten mit ihrer Leidenschaft die Kinoleinwände entflammt.

 

Edward Norton, Penélope Cruz
THE INVITE, Rechte bei Tobis

 

Mit Vollgas bis zum Mond

Cruz wurde 1974 in der Nähe von Madrid geboren und heute würde man sie wohl mit ADHS diagnostizieren. Mit ihrer unbändigen Energie stieß sie in der Schule und zu Hause an ihre Grenzen, bis das Ballett ihr das nötige Ventil gab. Das Gefühl, sich über den Tanz kreativ ausdrücken zu können, formte auch ihren Berufswunsch:

„Ich war elf, als ich zum ersten Mal sagte, ich möchte Schauspielerin werden. Alle sahen mich an, als hätte ich gesagt, ich wolle zum Mond fliegen.“

Eine Karriere als Schauspielerin schien für die Tochter eines Automechanikers und einer Friseurin tatsächlich ungefähr so weit weg wie der Mond. Doch das hielt sie nicht auf. Mit 14 Jahren sprach sie das erste Mal bei einer Agentin vor. Sie wurde abgelehnt. Zu jung. Doch Cruz ließ nicht locker und beim dritten Anlauf wurde sie unter Vertrag genommen. Ihre erste Rolle spielte sie im Musikvideo zu „La Fuerza del Destino“ vom spanischen Pop-Trio Mecano, das sie in ihrem Heimatland bekannt machte. 

 

Ihre besondere Ausstrahlung, eine Mischung aus unbeschwerter Jugend und Sinnlichkeit, faszinierte den Regisseur Bigas Luna und er besetzte sie in JAMÓN JAMÓN (1992). Um die Rolle zu bekommen, log sich Cruz etwas älter und verriet ihren Eltern auch nicht, worum es im Film ging. Die hätten ihre 16-jährige Tochter sonst wohl mit allen Mitteln von dem äußerst expliziten Film, in dem es auch zwischen Cruz und dem fünf Jahre älteren Javier Bardem ordentlich zur Sache geht, fernzuhalten versucht.

 

Immer noch eine Teenagerin, zog sie bereits weltweite Aufmerksamkeit auf sich, nachdem BELLE EPOQUE – SAISON DER LIEBE (1993) mit dem Oscar® als Bester internationaler Film ausgezeichnet wurde. Darin spielt Cruz die jüngste von vier Schwestern, die in einem Karussell aus Liebe und Lust um einen desertierten Soldaten tanzen, der sich der Reihe nach in alle vier verliebt.

 

Eine schicksalhafte Begegnung

Als Cruz 23 war, wurde ihr großer Traum wahr: Pedro Almodóvar, von dem sie fasziniert war, seit sie im Kino FESSLE MICH! (1990) gesehen hatte, besetzte sie in seinem Drama LIVE FLESH – MIT HAUT UND HAAR (1998). Eine schicksalhafte Begegnung, wie Cruz sagt:

„Ich habe vom ersten Tag an diese unglaubliche Verbindung zu ihm gespürt. Und das hat nie aufgehört. Er ist wie Familie für mich.“

Der gefeierte spanische Regisseur hatte seine neue Muse gefunden und vertraute ihr eine Rolle an, die neue Facetten ihres Talents offenbarte. In LIVE FLESH spielte Cruz eine junge Mutter, die zu einer Lokalberühmtheit wird, nachdem sie ihr Kind in einem Bus zur Welt gebracht hat. Ihr bis dahin kultiviertes Lolita-Image spielt in diesem Drama keine Rolle, was Cruz zu schätzen weiß:

„Das Wunderbare ist, dass jede einzelne Rolle, die er mir gegeben hat, etwas Neues an sich hatte, etwas, das er mich noch nie zuvor hat tun sehen“.

Auch im Film dabei: Javier Bardem. Mit Almodóvar erlebte Cruz schließlich ihren internationalen Durchbruch: ALLES ÜBER MEINE MUTTER (1999) wurde der zweite Film mit Penélope Cruz, der den Oscar® als Bester internationaler Film gewann und etablierte sie als eines der prägendsten Gesichter des modernen spanischen Kinos. Hinter der schönen Hülle ihrer Figur Schwester Rosa verbarg sich eine komplexe Frau voller Widersprüche – eine Rolle, in der Cruz immer wieder besonders glänzt.

 

Die nächste spannende Rolle bot ihr ihr Mentor Almodóvar in VOLVER – ZURÜCKKEHREN (2006). Cruz verkörpert darin die patente Raimunda, die sich um den Haushalt, das Familieneinkommen, ihren nutzlosen Ehemann und die gemeinsame Tochter kümmern muss. Almodóvar schrieb die Rolle für Cruz. Der von fantastischen Frauenfiguren bevölkerte Film wurde international gefeiert. Cruz wurde für einen Oscar® nominiert, gewann das spanische Pendant, den Goya, und den Europäischen Filmpreis. 

 

Schaut man sich auch die weiteren gemeinsamen Filme wie ZERRISSENE UMARMUNGEN (2009), LEID UND HERRLICHKEIT (2019) und vor allem PARALLELE MÜTTER (2022) an, fällt eine Gemeinsamkeit auf: Almodóvar inszeniert Cruz immer als Mutter. Dennoch gleicht keine Figur der anderen und Cruz ist für jede einzelne dankbar:

„Diese verschiedenen Mütter, die ich für ihn gespielt habe – er versetzt sie in sehr schwierige Situationen. Ich bin dankbar, dass die Charaktere schwierig und komplex sind und dass er mir dieses Vertrauen entgegenbringt.“

In LEID UND HERRLICHKEIT wurde Cruz sogar die besondere Ehre zuteil, Almodóvars Mutter zu spielen. 

Hollywood klopft an

Nach dem Oscar®-Erfolg von ALLES ÜBER MEINE MUTTER klopfte Hollywood an und Cruz übernahm an der Seite von Tom Cruise im Thriller VANILLA SKY (2002) die gleiche Rolle, die sie bereits vier Jahre zuvor im spanischen Original ABRE LOS OJOS von Meisterregisseur Alejandro Amenábar gespielt hatte. Im selben Jahr ging ihr zweiter Traum in Erfüllung, den sie seit ihrer Ankunft in den USA träumte:

„Ich kam 1994 zum ersten Mal nach Los Angeles. Ich habe kein Englisch gesprochen. Ich konnte nur zwei Sätze sagen: ‚Wie geht es dir?‘ und ‚Ich möchte mit Johnny Depp arbeiten.‘“

BLOW (2001) bot ihr die Möglichkeit, sich an den von ihr verehrten Star anzuschmiegen und es war nicht die Letzte. Schnell fand sie ihren Platz in Hollywood, drehte Abenteuerkomödien wie SAHARA – ABENTEUER IN DER WÜSTE (2005) mit Matthew McConaughey und BANDIDAS (2006) mit ihrer Busenfreundin Salma Hayek.

 

Unter der Regie von Woody Allen klappte es dann mit dem Goldjungen: Als leicht durchgeknallte Ex-Frau von Javier Bardem bewies sie in VICKY CRISTINA BARCELONA (2008) ihre Fähigkeit, Intensität auszustrahlen, ohne unglaubwürdig zu wirken und wurde als Beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Damit schrieb sie Filmgeschichte als erste spanische Schauspielerin, die in einer Darstellerkategorie gewann.

 

Anschließend schwang sie für Rob Marshall in NINE (2010) das Tanzbein und machte in PIRATES OF THE CARIBBEAN – FREMDE GEZEITEN (2011) ihrem geliebten Johnny Depp Feuer unterm Hintern. Mit Ridley Scott arbeitete sie in THE COUNSELOR (2013) – auch wieder dabei: Javier Bardem … Michael Mann inszenierte sie in FERRARI (2024). Doch unabhängig davon, wie groß die Produktionen wurden, blieb Cruz ihrer spanischen Heimat treu – beruflich wie privat. 

Liebe auf den fünften Blick

Nicht nur ihre Rollen, auch Penélope Cruz’ Privatleben sorgte eine Zeit lang für Schlagzeilen. Nach VANILLA SKY war sie drei Jahre lang mit Tom Cruise liiert, aus SAHARA ging eine Beziehung mit Matthew McConaughey hervor. Dabei lag ihre große Liebe die ganze Zeit so nah: Javier Bardem. Bereits in JAMÓN JAMÓN war die Chemie unverkennbar und doch wurde vorerst kein Paar aus ihnen. 7 gemeinsame Filme haben sie in ihrer Karriere gedreht, erst beim fünften (VICKY CRISTINA BARCELONA) hat es bei beiden Klick gemacht! Bis heute kann Bardem sein Glück nicht fassen:

„Ich denke mir, das ergibt doch keinen Sinn. Was will diese wunderschöne Kreatur von so einem Typen?“

Während andere Hollywood-Beziehungen kommen und gehen, ist die Liebe zwischen dem spanischen Schauspielpaar bis heute geblieben. Skandalfrei und bodenständig leben die beiden in Madrid. Im Jahr 2022 waren sie sogar gleichzeitig für einen Oscar® für die Beste Hauptrolle nominiert. Cruz für Almodóvars PARALLELE MÜTTER und Javier Bardem für BEING THE RICARDOS (2021). Auch da war die Verbundenheit der beiden zu spüren:

„Wenn ich entscheiden müsste, würde ich ihr den Oscar® geben. Das würde mich glücklich machen.“ - Javier Bardem

Scheinbar mühelos gelingt Penélope Cruz der Spagat zwischen Karriere und privatem Glück, zwischen Hollywood-Glamour und Bodenständigkeit. Ein seltenes Kunststück. In THE INVITE darf sie in der Rolle der Pina ihre spanischen Wurzeln zeigen und der Komödie mit ihrer Leidenschaft etwas von dem Feuer einhauchen, das wir an ihrer Arbeit so lieben. Edward Norton mimt als tiefenentspannter Gentleman ihren perfekten Gegenpart.

 

THE INVITE startet am 30. Juli im Kino!

Autor/-in: J.Leipnitz

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