Alle Wetten stehen gegen sie – und trotzdem setzen wir alles auf die Underdogs! Besonders, wenn sie so charmant und wagemutig sind wie die folgenden Kinohelden.
Die beliebtesten Underdogs des Kinos sind keine braven Vorbilder, sondern Typen mit großen Träumen, noch größerem Selbstvertrauen und einer ordentlichen Portion Chuzpe. Genau diese unwiderstehliche Mischung bringt Timothée Chalamet im Februar in MARTY SUPREME ins Kino, Oscar®-Nominierung inklusive. Der perfekte Anlass, die Bühne für jene Filmfiguren zu öffnen, die uns zeigen, wie man mit Frechheit, Mumm und ein bisschen Hustle ganz nach oben kommt: Wir präsentieren die 8 charmantesten Underdogs der Kinogeschichte.
Hier klicken für alle Spielzeiten
Der mittellose Tom Ripley (Matt Damon) wird von dem schwerreichen Richard Greenleaf Senior (James Rebhorn) beauftragt, dessen Sohn Dickie (Jude Law) nach Hause zu holen, der in Italien das süße Nichtstun genießt. Dort angekommen, macht es sich Tom in Dickies Leben bequem. Sein Talent, sich perfekt an seine Umgebung anzupassen, öffnet ihm die Tür in eine neue Welt und Tom beschließt, Dickies Platz einzunehmen. Koste es, was es wolle.
Unscheinbar und harmlos tritt Ripley auf und genau das macht ihn so erfolgreich: Er kann in jede Rolle schlüpfen, sodass seine Mitmenschen in ihm das sehen können, was sie sehen wollen. Mit Tom Ripley schuf Patricia Highsmith eine der faszinierendsten Figuren der modernen Literatur. Im Thriller A TALENT FOR MURDER wird sie (gespielt von Oscar®-Preisträgerin Helen Mirren) demnächst selbst im Kino zur Figur in einem Spiel um Identität, Verführung und Verrat.
Danny Ocean (George Clooney) ist der Typ Gauner, der dir selbst bei strahlendem Sonnenschein einen Regenschirm verkauft und selbst, als du merkst, dass du gehörig über’s Ohr gehauen wurdest, bedankst du dich noch herzlich. Kein Wunder also, dass Danny für seinen frechen Plan, drei Casinos auszurauben, die „zufällig“ dem neuen Ehemann seiner Ex-Frau (Julia Roberts) gehören, gleich zehn Komplizen findet.
Steven Soderbergh inszeniert diesen Star-besetzten Coup mit derselben Perfektion, die auch sein charmanter Held bei der Planung des unmöglichen Verbrechens an den Tag legt. Selten hat es ein so gut gemachtes Remake gegeben, das sich vor dem Original, das immerhin mit Frank Sinatra und Dean Martin zwei der größten Stars aller Zeiten versammelte, nicht verstecken muss. Oder wie Der Spiegel sagte:
„Mit seinem Remake des Sechziger-Jahre-Ganovenstücks erhebt Steven Soderbergh das Mainstream-Kino Hollywoods zur Kunstform.“
Frank Abagnale, jr. (Leonardo DiCaprio) kriegt sie alle: Seien es sexy Stewardessen oder die schüchterne Krankenschwester Brenda (Amy Adams) aus gutem Hause. Doch nicht nur die Frauen verfallen seinem Charme. Auch gestandene Rechtsanwälte und Ärzte merken nicht, dass der souverän auftretende Frank, der sich als Kollege ausgibt, ein Hochstapler ist, der eigentlich noch die Schulbank drücken sollte.
Steven Spielberg verfilmte das Leben des echten Scheckbetrügers Frank Abagnale, jr. als launige Gaunerkomödie. Dabei zeigt er aber auch, was Frank dazu treibt: Der Junge flüchtet aus seinem zerrütteten Elternhaus in die Schwindelei und jede neue Lüge ist zugleich ein Hilferuf. Den beantwortet ausgerechnet Franks Verfolger vom FBI.
Zehn Jahre später lässt Leonardo DiCaprio seinen Charme erneut spielen – diesmal als Börsenmakler Jordan Belfort. Ohne Geld und ohne Kontakte erkämpft er sich seinen Platz in der gnadenlosen Finanzwelt und baut sich ein ebenso schillerndes wie illegales Imperium voller Betrug, Drogen und Prostituierten auf. Für Belfort scheinen bald keine Regeln mehr zu gelten – bis der Bundesbeamte Agent Denham (Kyle Chandler) ihm auf die Spur kommt.
Belforts hemmungslose Over-the-top-Attitüde zieht eine treue Gefolgschaft an, die ihn wie einen Guru feiert. Eigentlich müsste man dem dauerkoksenden Verbrecher spätestens beim „Zwergenwerfen“ im Büro die rote Karte zeigen. Aber dazu macht es einfach zu viel Spaß, DiCaprio in dem von Martin Scorsese inszenierten Exzess-Feuerwerk zuzusehen.
Irving Rosenfeld (Christian Bale) hat eine Plautze und eine Platte. Und trotzdem ist ihm die elegante Sydney (Amy Adams) verfallen. Normalerweise ziehen die beiden Anleger ab. Aber als ihre Betrugsmasche auffliegt, müssen sie ihr größtes Ding drehen und nicht nur hochrangige Politiker, sondern auch noch das FBI und die Mafia reinlegen.

Kein anderer als Christian Bale hätte einem windigen Lebemann mit überkämmter Halbglatze so viel Charisma verleihen können. Folgerichtig wurde Bale als Bester Hauptdarsteller für einen Oscar®, einen Golden Globe und einen BAFTA nominiert. Was Irving so besonders macht, erklärt der Cast in diesem Video:
Für Männer wie Michael Edwards (Taron Egerton) ist die Bezeichnung „Underdog“ erfunden worden. Seit seiner Kindheit träumt er davon, ein Olympionike zu werden. Leider fehlt ihm jegliches Talent. Aber das hält ihn nicht davon ab, es immer wieder zu versuchen. Im Skispringen findet er schließlich seine Disziplin und gemeinsam mit seinem Trainer Bronson Peary (Hugh Jackman) wirbelt er die Olympischen Winterspiele von 1988 gehörig durcheinander.
Keine Betrügereien, keine falschen Spielchen. Einfach nur der pure Glaube an sich selbst und einen Traum. Das verkörpert der unerschütterliche „Eddie the Eagle“, der tatsächlich als erster Springer für Großbritannien bei den Olympischen Winterspielen an den Start ging. Taron Egerton spielte den außergewöhnlichen Mann, der immer nur Letzter wurde (und trotzdem ganze 13 Jahre lang den britischen Skisprung-Rekord hielt!), mit einem schelmischen Enthusiasmus, der uns daran erinnert, dass es nicht ums Gewinnen geht. Dabei sein ist alles!
Auch Zak (Zack Gottsagen) lässt sich von nichts aufhalten, wenn es darum geht, seinem großen Traum zu folgen. Zak hat das Down Syndrom und er will Profi-Wrestler werden. Als er aus dem Altersheim ausbüxt, in das ihn seine Eltern abgeschoben haben, erhält er unerwartete Unterstützung vom Kleinkriminellen Tyler (Shia LaBeouf). Auf ihrem Weg durch das malerische Mississippi-Delta werden die beiden dicke Freunde.
Die Regisseure Tyler Nilson und Michael Schwartz schrieben das Drehbuch für Zack Gottsagen, der unbedingt Schauspieler werden wollte. Sein Talent und seine Spielfreude machen diesen einzigartigen Trip zu einem Filmerlebnis, das noch lange in den Herzen der Zuschauer:innen nachhallt. GQ bringt es auf den Punkt:
„Der vermeintlich Behinderte ist hier der Leading Man.“
Der New Yorker Howard Ratner (Adam Sandler) ist der geborene Hustler. Getrieben von der Hoffnung auf den einen großen Coup, schließt der spielsüchtige Juwelier riskante Deals mit fragwürdigen Geschäftspartnern ab. Ein seltener schwarzer Opal soll endlich all seine Geldprobleme lösen. Doch stattdessen löst er eine Kettenreaktion aus, die Ratner nicht mehr kontrollieren kann.
Wer meint, Adam Sandler hätte seine beste Performance in PUNCH DRUNK LOVE (2003) gegeben, der hat DER SCHWARZE DIAMANT noch nicht gesehen. Benny und Josh Safdie treiben ihn mit einem Affentempo durch die Straßen der Metropole und Sandler spielt mit atemloser Energie, nervösem Charme und einem ständigen Wechsel zwischen Größenwahn und Verzweiflung, die Ratner zu einer faszinierenden Figur macht.
In die gleiche Kerbe schlägt nun das erste Solo-Projekt von Josh Safdie. Dieses Mal jagt die Kamera Timothée Chalamet quer durch die Welt hinterher. Und auch sein MARTY SUPREME ist zwar nicht ganz koscher, aber man verfolgt ihn trotzdem mit klopfendem Herzen – neun Oscar®- und 11 BAFTA-Nominierungen sprechen für sich.
MARTY SUPREME startet am 26. Februar im Kino!
Autor/-in: J.Leipnitz
Folge uns auch auf Facebook, Instagram und YouTube.
‘OSCAR®’ is the registered trademark and service mark of the Academy of Motion Picture Arts and Sciences.