THE INVITE

Verliebt, verlobt, verkracht: Die 7 turbulentesten Filmehen

Seth Rogen, Olivia Wilde
THE INVITE, Rechte bei Tobis

Wenn eine Ehe scheitert, ist das traurig. Aber oft genug auch wahnsinnig unterhaltsam – zumindest im Kino! 

Wenn aus Liebe Langeweile wird und aus dem gemeinsamen Zuhause ein Schlachtfeld, entstehen oft unvergessliche Filme. Manche wurden mit Oscars® überhäuft, andere prägten sogar für immer unser modernes Vokabular. Wusstest du, dass der Begriff „Gaslighting“ aus dem Film DAS HAUS DER LADY ALQUIST stammt? Im Film, der im Original „Gaslight“ heißt, lässt Ingrid Bergmanns Filmehemann sie durch Manipulation zunehmend an der eigenen Wahrnehmung zweifeln. Ganz so schlimm erwischt es das streitende Ehepaar in THE INVITE nicht.

 

Olivia Wilde, Seth Rogen
THE INVITE, Rechte bei Tobis

In der Komödie eskaliert ein scheinbar harmloser Pärchenabend mit Olivia Wilde, Seth Rogen, Penélope Cruz und Edward Norton zu einem ebenso witzigen wie schmerzhaft ehrlichen Schlagabtausch – ganz in der Tradition großer Eheduelle wie WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF?. Wir blicken auf sieben Filmpaare, bei denen es gewaltig kracht und ordnen sie nach ihrem Beziehungsstatus.

1. Jane und John Smith in MR. & MRS. SMITH (2005)

Jane (Angelina Jolie) und John Smith (Brad Pitt) führen die perfekte Ehe im perfekten Haus. Und langweilen sich miteinander zu Tode. Was sie voneinander nicht wissen: Beide arbeiten als Auftragskiller für konkurrierende Agenturen. Als ihr Doppelleben auffliegt, versuchen sie sich zuerst gegenseitig auszuschalten. Ein handfester Ehestreit mit Kugelhagel, Faustkämpfen und am Ende liegt ihr schönes Haus in Schutt und Asche. Dafür ist die Beziehung neu belebt! Diese Liebe hat noch eine Chance.

 

Auch in der Realität stellte die launige Actionkomödie eine Ehe auf eine harte Probe. Die erholte sich allerdings nicht mehr: Brad Pitt verknallte sich am Set in Angelina Jolie, verließ seine Ehefrau Jennifer Aniston und gründete mit Jolie eine Großfamilie. Doch auch dieses Liebesglück ist mittlerweile zerbrochen.

2. Rosalyn und Irving Rosenfeld in AMERICAN HUSTLE (2014)

Irving Rosenfeld (Christian Bale) hat in der eleganten Sydney Prosser (Amy Adams) seine große Liebe gefunden. Verheiratet ist er allerdings mit dem Einfaltspinsel Rosalyn (Jennifer Lawrence). Während Irving und Sydney professionelle Betrügereien durchziehen, sitzt Rosalyn eifersüchtig mit ihrem Sohn zu Hause und langweilt sich. Auf der Suche nach ein bisschen Vergnügen bandelt sie ausgerechnet mit einem Mafioso an und plaudert Irvings nächstes großes Ding aus. Nun sitzt Irving die Mafia im Nacken.

 

Wenn deine Frau dir mit ihrer großen Klappe die Mafia auf den Hals hetzt, ist es definitiv Zeit, über eine Trennung nachzudenken. Andererseits ist der notorische Fremdgeher und Betrüger Irving auch nicht gerade ein Musterbeispiel eines Ehemannes und so richtig kommen die beiden einfach nicht voneinander los. David O. Russells Drama ist voll von schrägen Vögeln, die trotz ihrer Makel so charmant sind, dass es für 10 Oscar®-Nominierungen reichte. Darunter auch zwei für das dysfunktionale, aber sehr unterhaltsame Filmpaar Jennifer Lawrence und Christian Bale.

3. Martha und George in WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF? (1966)

Kommen wir zum Klassiker der ehelichen Kriegsführung: Das älteste Paar auf dieser Liste hat 23 Jahre Übung und entsprechend hart sind die Bandagen, mit denen gekämpft wird. Im Verlauf eines Pärchenabends spielen Martha (Elizabeth Taylor) und George (Richard Burton) ein makabres Spiel: Wer zwingt den anderen mit gezielten Treffern in seine Schwachpunkte zuerst in die Knie? Martha genießt es, ihren Mann, dem es ihrer Meinung nach an Ehrgeiz und Durchsetzungsvermögen mangelt, vor Publikum (einem jungen Paar) zu erniedrigen. George kontert ihre vulgären Angriffe zunächst mit Nonchalance und Sarkasmus. Bis Martha eine rote Linie überschreitet … 

 

Mike Nichols’ Leinwand-Adaption des Bühnenstücks lässt zwei Schauspiel-Ikonen gegeneinander antreten, die auch hinter der Kamera ein, gelinde gesagt, turbulentes Eheleben führten. Die Academy hatte – genau wie Martha im Film – kein Mitleid mit Richard Burton und ließ ihn trotz Nominierung leer ausgehen, während Taylor als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Ein Triumph mit Folgen: Taylor war daraufhin auf die Rolle der keifenden Frau abonniert und Burton gelang es (trotz sieben Nominierungen) nie, einen Oscar® zu gewinnen. Ein Umstand, der zu den ehelichen Zerwürfnissen des Glamour-Paares beigetragen haben soll. Immerhin zweifach geschieden hörten Taylor und Burton nie auf, sich zu lieben und Taylor bezeichnete Burton bis zum Ende ihres Lebens als ihre große Liebe.

4. Carolyn und Lester Burnham in AMERICAN BEAUTY (2000)

In der Ehe von Carolyn (Annette Bening) und Lester Burnham (Kevin Spacey) herrscht schon seit Langem Ebbe. Carolyn fühlt sich einsam und lässt den Frust über ihren Schlappschwanz von Mann in einer Affäre mit ihrem erfolgreichen Kollegen raus. Lester versucht, seine Midlife-Krise zu bewältigen, indem er seinen verhassten Job hinschmeißt, einen Sportwagen kauft und von der minderjährigen Freundin seiner Tochter Jane (Thora Birch) träumt, die ihn genauso wenig respektiert wie seine Frau. Bis Lester eines Abends die perfekte Fassade einreißt.  

 

Unglaublich, dass dieses Meisterwerk ein Spielfilmdebüt ist: Sam Mendes führte bis dahin ausschließlich Theaterregie. Als Brite seziert er mit einem scharfen Auge und gnadenloser Ehrlichkeit die Illusionen des amerikanischen Traums am Beispiel einer gescheiterten Ehe. Die Academy überschlug sich vor Begeisterung und verlieh fünf Oscars®: für den besten Film, die beste Regie, den besten Hauptdarsteller, die beste Kamera sowie für das beste Originaldrehbuch.

5. Barbara und Oliver Rose in DER ROSENKRIEG (1990)

„Ich bin mehr als glücklich. Ich bin verheiratet!“ - Oliver Rose 

Das Elend der Eheleute Rose (Kathleen Turner und Michael Douglas) beginnt – wie so viele Beziehungen – vielversprechend: Aus Leidenschaft wird Liebe, zwei bezaubernde Kinder und ein Traumhaus machen das Glück perfekt. Und dann fliegen eines Tages plötzlich die Teller und Olivers geliebter Oldtimer macht Bekanntschaft mit Barbaras Truck:

 

Diese Ehe ist, genau wie Olivers Auto, hinüber. Was ist passiert? Kaum ein Film erklärt die ehelichen Höhen, Tiefen und vor allem die Grausamkeiten, die sich ehemalige Liebende am Ende ihrer Ehe antun, so treffend und amüsant wie Danny DeVitos schwarze Komödie. Der Film war so bedeutend, dass der Titel mittlerweile im Deutschen als geläufiger Begriff für schwierige Scheidungen benutzt wird. Das Remake DIE ROSENSCHLACHT (2025) mit Olivia Colman und Benedict Cumberbatch in den Hauptrollen reichte an den Erfolg des Originals nicht heran.

6. Nicole und Charlie Barber in MARRIAGE STORY (2019)

Nicole Barber (Scarlett Johansson) ist mit dem erfolgreichen Theaterregisseur Charlie (Adam Driver) verheiratet. Während seine Karriere in New York, auch dank ihrer Unterstützung, aufblüht, fühlt sich Nicole zunehmend unsichtbar. Als sie ein Rollenangebot in Kalifornien bekommt, schnappt sie sich den gemeinsamen Sohn Henry und reicht die Scheidung ein. Es folgt ein bitterer Rechtsstreit um das Sorgerecht, in dem sich Nicole und Charlie zunehmend selbst verlieren.

 

Inspiriert von den scheiternden Ehen seiner Freunde, aber auch von seiner eigenen Scheidung von der Schauspielerin Jennifer Jason Leigh schrieb der New Yorker Regisseur Noah Baumbach eine universelle Geschichte über eine Ehe bzw. eine Trennung. Den ersten Höhepunkt erreicht der Film in Laura Derns Monolog über die unfaire Behandlung von Müttern, die viel höheren Erwartungen gerecht werden müssen als Väter – dafür gab es den Oscar® als beste Nebendarstellerin. Das emotionale Herzstück des Films ist aber der Streit zwischen Nicole und Charlie. Ihre Auseinandersetzung ist so brutal, dass der US-Bundesstaat Oregon Drohnen mit der Audioaufnahme bestückte, um Wölfe abzuschrecken. Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums sagte dazu: „Wölfe müssen wissen, dass Menschen schlecht sind.“ Autsch.

7. Joanna und Ted Kramer in KRAMER GEGEN KRAMER (1980)

Wir können nur ahnen, was sich in den Jahren zuvor zwischen Joanna Kramer (Meryl Streep) und ihrem Mann Ted (Dustin Hoffman) abgespielt hat. Jedenfalls erwischt es Ted eiskalt, als seine Frau ihn nach der Arbeit mit gepackten Koffern erwartet. Sie hält keine große Rede, es gibt kein Geschrei und doch ist klar: Diese Ehe ist zu Ende. Joanna verlässt Ted und den gemeinsamen Sohn. Plötzlich muss sich der Karrieremacher allein um einen Fünfjährigen kümmern.

 

Meryl Streep kämpfte dafür, ihre Figur nicht als eiskalte Rabenmutter darzustellen. Im Drehbuch war die Figur der Joanna Kramer sehr eindimensional angelegt, was Streep so sehr störte, dass sie ihre Aussage vor Gericht selbst schrieb. Ein denkwürdiger Kinomoment, der ihr zum Oscar® als beste Nebendarstellerin verhalf. In vier von fünf Hauptkategorien räumte das Drama ebenfalls ab: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch und Bester Hauptdarsteller. Hinter der Kamera bekleckerte sich Hoffman allerdings nicht gerade mit Ruhm. Um Streep für den initialen Ehestreit in die richtige Stimmung zu versetzen, ohrfeigte er sie kurz vor der Szene. Eine Ungeheuerlichkeit.

In THE INVITE fliegen die Fetzen zwischen Olivia Wilde und Seth Rogen nur vor der Kamera. Hier treffen messerscharfe Wortgefechte à la WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF? auf den schwarzen Humor von DER ROSENKRIEG und die emotionalen Zwischentöne moderner Beziehungsdramen. Olivia Wilde, Seth Rogen, Penélope Cruz und Edward Norton liefern sich dabei einen ebenso witzigen wie berührenden Schlagabtausch. Beste Voraussetzungen für grandiose Kinounterhaltung!

 

Olivia Wilde, Seth Rogen
THE INVITE, Rechte bei Tobis

THE INVITE startet am 30. Juli nur im Kino!

Autor/-in: J.Leipnitz

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