Jeder kennt die Heinzelmännchen. Diese kleinen, putzigen Helferlein, die nachts all die mühseligen Arbeiten erledigten, für die wir Menschen zu faul waren. Dieselben Zipfelmützenträger, die sich seit fast 200 Jahren leider nicht mehr blicken lassen. Aber wo kommen die eigentlich her und wo sind sie hin?
In DIE HEINZELS - RÜCKKEHR DER HEINZELMÄNNCHEN meldeten sich die kleinen Wichte endlich zurück und eroberten 2020 im großen Stil die Kinoleinwände. Unter dem Trailer verraten wir dir, was aus den sagenumwobenen Heinzelmännchen geworden ist...
Wie das mit Sagen so ist, ist nicht eindeutig geklärt, woher genau die Heinzelmännchen stammen. Die erste schriftliche Fassung der mündlich überlieferten rheinischen Sage beschreibt die Hausgeister 1826 so:
„Kleine nackende Männchen waren es, die allerhand thaten, Brodbacken, waschen und dergleichen Hausarbeiten mehrere; so wurde erzählt; doch hatte sie Niemand gesehen."
Dass die, in dieser Fassung nackten, Zwergengestalten noch nie gesehen wurden, liegt der Sage nach an ihren Zipfelmützen, die sie als Tarnkappen tragen. Die roten Zipfelmützen und ihr Fleiß sind die Markenzeichen der Heinzelmännchen.
Im Lied „Wir heinzeln das" aus dem Film DIE HEINZELS - RÜCKKEHR DER HEINZELMÄNNCHEN gibt es schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf die besonderen Fähigkeiten der freundlichen Hausgeister.
Direkt unter dem Song, der dir nicht nur gute Laune, sondern garantiert auch einen kleinen Ohrwurm in den Gehörgang zaubern wird, erfährst du, was die hilfsbereiten Heinzelmännchen in der guten alten Zeit so alles getrieben haben und vor allem, warum sie so plötzlich verschwunden sind.
Das folgende Gedicht vom Maler und Schriftsteller August Kopisch erzählt die ganze Geschichte der Heinzelmännchen und machte sie 1836 berühmt.
Vers 1
Wie war zu Köln es doch vordem
Mit Heinzelmännchen so bequem!
Denn, war man faul, man legte sich
Hin auf die Bank und pflegte sich:
Da kamen bei Nacht,
Ehe man’s gedacht,
Die Männlein und schwärmten
Und klappten und lärmten,
Und rupften
Und zupften,
Und hüpften und trabten
Und putzten und schabten...
Und eh ein Faulpelz noch erwacht,...
War all sein Tagewerk... bereits gemacht!
Vers 2
Die Zimmerleute streckten sich
Hin auf die Spän’ und reckten sich.
Indessen kam die Geisterschar
Und sah was da zu zimmern war.
Nahm Meißel und Beil
Und die Säg’ in Eil;
Und sägten und stachen
Und hieben und brachen,
Berappten
Und kappten,
Visierten wie Falken
Und setzten die Balken...
Eh sich’s der Zimmermann versah...
Klapp, stand das ganze Haus... schon fertig da!
Vers 3
Beim Bäckermeister war nicht Not,
Die Heinzelmännchen backten Brot.
Die faulen Burschen legten sich,
Die Heinzelmännchen regten sich -
Und ächzten daher
Mit den Säcken schwer!
Und kneteten tüchtig
Und wogen es richtig,
Und hoben
Und schoben,
Und fegten und backten
Und klopften und hackten.
Die Burschen schnarchten noch im Chor:
Da rückte schon das Brot,... das neue, vor!
Vers 4
Beim Fleischer ging es just so zu:
Gesell und Bursche lag in Ruh.
Indessen kamen die Männlein her
Und hackten das Schwein die Kreuz und Quer.
Das ging so geschwind
Wie die Mühl’ im Wind!
Die klappten mit Beilen,
Die schnitzten an Speilen,
Die spülten,
Die wühlten,
Und mengten und mischten
Und stopften und wischten.
Tat der Gesell die Augen auf,...
Wapp! hing die Wurst da schon im Ausverkauf!
Vers 5
Beim Schenken war es so: es trank
Der Küfer bis er niedersank,
Am hohlen Fasse schlief er ein,
Die Männlein sorgten um den Wein,
Und schwefelten fein
Alle Fässer ein,
Und rollten und hoben
Mit Winden und Kloben,
Und schwenkten
Und senkten,
Und gossen und panschten
Und mengten und manschten.
Und eh der Küfer noch erwacht,
War schon der Wein geschönt und fein gemacht!
Vers 6
Einst hatt’ ein Schneider große Pein:
Der Staatsrock sollte fertig sein;
Warf hin das Zeug und legte sich
Hin auf das Ohr und pflegte sich.
Das schlüpften sie frisch
In den Schneidertisch;
Da schnitten und rückten
Und nähten und stickten,
Und faßten
Und paßten,
Und strichen und guckten
Und zupften und ruckten,
Und eh mein Schneiderlein erwacht:
War Bürgermeisters Rock... bereits gemacht!
Vers 7
Neugierig war des Schneiders Weib,
Und macht sich diesen Zeitvertreib:
Streut Erbsen hin die andre Nacht,
Die Heinzelmännchen kommen sacht:
Eins fähret nun aus,
Schlägt hin im Haus,
Die gleiten von Stufen
Und plumpen in Kufen,
Die fallen
Mit Schallen,
Die lärmen und schreien
Und vermaledeien!
Sie springt hinunter auf den Schall
Mit Licht: husch husch husch husch! - verschwinden all!
Vers 8
O weh! nun sind sie alle fort
Und keines ist mehr hier am Ort!
Man kann nicht mehr wie sonsten ruhn,
Man muß nun alles selber tun!
Ein jeder muß fein
Selbst fleißig sein,
Und kratzen und schaben
Und rennen und traben
Und schniegeln
Und biegeln,
Und klopfen und hacken
Und kochen und backen.
Ach, daß es noch wie damals wär!
Doch kommt die schöne Zeit nicht wieder her!
Denkste! Fast 200 Jahre nach ihrem sagenhaften Verschwinden holt die Regisseurin Ute von Münchow-Pohl („Der kleine Rabe Socke") die Heinzels in die Gegenwart und erweckt sie mit dem zauberhaften Animationsfilm DIE HEINZELS - RÜCKKEHR DER HEINZELMÄNNCHEN wieder zum Leben. Dass die Heinzels nach so langer Pause mit dem Helfen ein bisschen aus der Übung sind, dürfte wohl klar sein.
Aber das hält das mutige Heinzelmädchen Helvi nicht davon ab, dem in Not geratenen Bäcker Theo helfen zu wollen. Mit einer ordentlichen Portion frechem Charme (dank der Synchronstimme von Jella Haase) ...
... und ihren Heinzel-Kumpanen Butz und Kipp (gesprochen von Louis Hofmann) ist Helvi fest entschlossen, ihre wahre Bestimmung als Heinzel zu erfüllen. Ob ihr das gelingen wird, kannst du dir ab sofort im Heimkino ansehen - auf Blu-ray, DVD und digital!
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Autor/-in: J.Leipnitz