BETTER MAN – DIE ROBBIE WILLIAMS STORY

7 Filmperlen, die zu Unrecht im Kino übersehen wurden

Liam Head, Robbie Williams, Jonno Davies, Jake Simmance, Jesse Hyde, Chase Vollenweider
BETTER MAN - DIE ROBBIE WILLIAMS STORY, Rechte bei Tobis

FIGHT CLUB, BLADE RUNNER und DIE VERURTEILTEN  sie alle waren Flops an den Kinokassen. Eine echte Schweinerei! Aber die Zeit heilt nicht nur Wunden, sondern zeigt auch, welche Filme wirklich Klasse haben.

Im Kino völlig zu Unrecht übersehen wurde auch das von Kritiker:innen und Publikum gefeierte Musikbiopic BETTER MAN - DIE ROBBIE WILLIAMS STORY, das jetzt überall digital verfügbar ist. Alle sind sich einig: Der Film ist „eine Sensation“ (Süddeutsche Zeitung), ein „gigantisches Kino-Erlebnis“ (Bild am Sonntag) und diejenigen, die den Weg ins Kino fanden, gingen teilweise sogar drei- oder viermal rein. Die Massen erreichte BETTER MAN jedoch nicht und ist damit in allerbester Gesellschaft, wie die folgenden sieben Filmperlen zeigen, die sich erst im Heimkino zu echten Hits entwickelten.  

1. THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW (1977)

Obwohl der Kinofilm bei seinem Start das erfolgreiche Musical im Rücken hatte, ging die schrille Nummer auf der großen Leinwand sang- und klanglos unter. Aber die wenigen, die THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW im Kino gesehen hatten, gingen wieder und wieder rein und bewahrten den Film so vor dem völligen Aus in den Kinos. 

 

In neuer Schnittfassung und mit neuem Ende wurde das Musical als Midnight Movie, also als Mitternachtsvorstellung, vermarktet und nach längerer Pause wieder ins Kino gebracht. Mittlerweile hatte sich dank positiver Mundpropaganda eine große Fangemeinde gebildet, die den Kinobesuch in passender Kostümierung durch begeistertes Mitsingen und eigene Tanzeinlagen zu einem echten Happening machte. Heute gehört THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW zu einem der bekanntesten Kultfilme aller Zeiten und wird noch immer regelmäßig im Kino gezeigt. Unter anderem jede Woche in den Museum Lichtspielen in München und das seit 1977 – Weltrekord! 

2. BLADE RUNNER (1982)

Tolle Ausstattung und Effekte (beides immerhin Oscar®-nominiert), aber zu düster, zu verworren und zu wenig Identifikationspotenzial bei den Figuren. Ridley Scotts BLADE RUNNER stieß bei Publikum und Kritik auf gemischte Reaktionen. Zu wenig, um im Kino ein Erfolg zu sein. Vierzig Jahre und etliche Schnittvarianten später gilt die Dystopie mittlerweile als Meilenstein der Science Fiction und begründete darin sogar ein eigenes Subgenre: den Cyberpunk-Film.

 

Auch die immerhin von Fans und Kritiker:innen gefeierte Fortsetzung BLADE RUNNER 2049 (2017) von Denis Villeneuve blieb trotz Top-Regisseur und Top-Besetzung deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das beste Beispiel dafür, dass Qualität sich an den Kinokassen leider nicht immer durchsetzt.

3. DIE VERURTEILTEN (1995)

Seit fast 20 Jahren thront DIE VERURTEILTEN unangefochten an der Spitze der IMDb Top 250, also der von der größten Filmcommunity der Welt am besten bewerteten Filme aller Zeiten. Auch Stephen King, der nicht mit Kritik an den Kinoversionen seiner Bücher hinter dem Berg hält, bezeichnet das Drama als seinen Liebling unter allen Verfilmungen seiner Werke. 

 

Die herausragenden Kritiken und sieben Oscar®-Nominierungen halfen 1994 allerdings genauso wenig wie Tim Robbins’ und Morgan Freemans Meisterleistungen als Häftlinge, die ihre Hoffnung auf ein freies Leben nie aufgeben – DIE VERURTEILTEN spielte bei einem überschaubaren Budget von 25 Millionen US-Dollar nur 28 Millionen ein. 1994 war mit FORREST GUMP, KÖNIG DER LÖWEN, PULP FICTION und weiteren Filmstarts, die mittlerweile zu Klassikern geworden sind, ein unglaublich starkes Kinojahr. Auf der Distanz hat DIE VERURTEILTEN die Konkurrenz mittlerweile aber locker überholt.

4. THE BIG LEBOWSKI (1998)

Er ist der Dude, Mann! Kaum zu glauben, dass Seiner Dudeheit oder El Duderino seinerzeit an den Kinokassen so wenig Beachtung geschenkt wurde. Schließlich ist er mit seiner Vorliebe für Dope, White Russians, Bowling und natürlich für seinen Teppich eine der coolsten Filmfiguren aller Zeiten.

 

Die gebührende Ehre erweist dem Film der Coen-Brüder mittlerweile seine treue und mit jeder neuen Generation anwachsende Fangemeinde zu unterschiedlichsten Gelegenheiten: Etwa beim jährlichen Lebowski-Fest und dessen Nachfolger, die mit ihren Feierlichkeiten sogar schon mehrfach den Original-Cast anlockten. Oder am 6. März, der 2005 in Erinnerung an den US-Kinostart am 6. März 1998 zum offiziellen „Tag des Dudes“ erklärt wurde. Es existiert sogar eine religiöse Vereinigung, die den Lebensstil des Dudes verehrt. Ganz nach seinem Motto „Nimm’s leicht!“ und „Verweile.“ fröhnt die sogenannte „Church of the Latter-Day Dude“ dem entspannten Lebensstil des Dudeismus.

5. FIGHT CLUB (1999)

„Von dem Geld, das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen.“ Zitate wie dieses trugen erheblich zum Kultstatus bei, den FIGHT CLUB heute genießt. Bei seiner Veröffentlichung war der durch seine Konsumkritik und unkonventionelle Erzählweise fast schon unamerikanische Thriller von David Fincher zwar kein Totalausfall, aber zumindest in den USA erfolglos genug, dass der damalige 20th Century Fox-Chef Bill Mechanic seinen Posten räumen musste.

 

Die exzessiven Gewaltdarstellungen sorgten im Kontext des im selben Jahr verübten Amoklaufs an der Columbine High School für zusätzliche Kritik am Film. Mundpropaganda und vor allem DVD-Verkäufe des Steelbooks mit umfangreichem Bonusmaterial retteten FIGHT CLUB, der über die Jahre nicht nur eine treue Fangemeinde aufgebaut hat, sondern auch im Ansehen der Kritiker:innen gestiegen ist.

6. DONNIE DARKO (2001)

Ein ähnliches Schicksal ereilte das Regie-Debüt von Richard Kelly. Nur zwei Monate nach den Terroranschlägen vom 11. September startete DONNIE DARKO in den US-Kinos. Im Film kracht ein Triebwerk eines abgestürzten Flugzeugs in das Kinderzimmer des ohnehin schon psychisch labilen Donnie (Jake Gyllenhaal). 

 

Das wollte zu diesem Zeitpunkt niemand im Kino sehen, zumindest nicht in den USA. Von den weltweit knapp 7 Millionen US-Dollar Einnahmen kam ein großer Teil aus Großbritannien. In Deutschland kam DONNIE DARKO nicht einmal regulär in die Kinos, sondern wurde direkt auf DVD veröffentlicht, wo er (nicht nur hierzulande) mit seiner Kombination aus Psychodrama, Mystery und den Rätseln der Quantenphysik ein begeistertes Publikum fand. Mit satten 20 Jahren Verspätung sorgte seine Beliebtheit dafür, dass er 2021 schließlich auch in Deutschland ins Kino kam.

7. HORIZON (2024)

Kevin Costners Mammut-Western wurde mit Sehnsucht erwartet und erntete auf seiner Weltpremiere in Cannes großen Applaus. Die positiven Pressestimmen aus Europa erreichten den für den Erfolg eines weltweiten Kinostarts so wichtigen US-Markt jedoch nicht. Ausgerechnet in seiner Heimat, von dessen umstrittener Geschichte HORIZON erzählt, blieb der Western des Oscar®-Preisträgers hinter den Erwartungen zurück.

 

Dafür entwickelte sich HORIZON zu einem echten Heimkino-Hit. Aus dem Stand landete er auf Platz 1 in den Home Entertainment Verkaufscharts und toppte damit u.a. sogar den Blockbuster DEADPOOL & WOLVERINE. Auch bei der Veröffentlichung auf Prime Video und Netflix (in den USA) schaffte es HORIZON jeweils in die Top 5 der begehrtesten Filme. 

Ein Erfolg, den auch BETTER MAN absolut verdient, denn das Musikbiopic über Robbie Williams ist an Originalität, Emotionalität und Unterhaltungswert nicht zu toppen! BETTER MAN gibt es jetzt digital für Zuhause. Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte das unbedingt nachholen!

 

Autor/-in: J.Leipnitz

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