Der beste Freund des Menschen ist der … Pinguin! Richtig gehört. Im neuen Film vom GANZ ODER GAR NICHT-Regisseur Peter Cattaneo stellt ein Magellanpinguin das Leben von Steve Coogan gehörig auf den Kopf.
In dem feinfühligen Drama DER PINGUIN MEINES LEBENS findet Steve Coogan als Lehrer, der seine Ideale schon vor Jahren aufgegeben hat, ausgerechnet in einem putzigen Pinguin einen treuen Begleiter, der sein Leben für immer verändert. Direkt unter der Vorschau zum Film erfahrt ihr, worum es geht und wer (neben dem Pinguin) die Stars des Films sind.
Tom Michell (Steve Coogan) tritt eine Stelle als Englischlehrer an einem Jungeninternat in Argentinien an. Das Land steht kurz vor einem Militärputsch und seine Schüler sind genauso wenig bei der Sache wie Tom, der sich mit dem strengen Regiment des Schuldirektors (Jonathan Pryce) nicht anfreunden kann.
Bei der ersten Gelegenheit verschwindet Tom nach Uruguay, um sich zu vergnügen. Doch anstatt das Herz seiner attraktiven Zufallsbekanntschaft zu erobern, erobert er das eines kleinen Pinguins, dem er das Leben rettet.
Tom gibt sein Bestes, den Vogel wieder loszuwerden, doch der kleine Kerl watschelt ihm beharrlich hinterher. Also zieht Juan Salvador, wie Tom seinen neuen Freund schließlich nennt, in dessen Wohnung im Internat ein.
Da gibt es nur ein Problem: Haustiere sind strengstens verboten. Aber Juan Salvador ist ja gar kein Haustier. Für Toms Schüler wird er sozusagen zum Pinguin des Vertrauens und ehe er sich versieht, vertraut auch Tom seinem illegalen Mitbewohner seine lange verdrängten Geheimnisse an … .
Der Pinguin
Der 60 Zentimeter kleine Star des Films Juan Salvador wird von insgesamt sechs unterschiedlichen Pinguinen gespielt. Um ihnen den Dreh so angenehm wie möglich zu machen, waren auch ihre jeweiligen Lebenspartner vor Ort. Für einige Szenen wurden auch Pinguin-Dummies und Computereffekte eingesetzt.
Steve Coogan
Wenn es darum geht, einen mürrischen Engländer unheimlich sympathisch zu machen, ruft man entweder Hugh Grant oder Steve Coogan! Der 1965 in Manchester geborene Brite schafft es immer wieder, vermeintlich zynischen Charakteren mit seinem ganz speziellen Charme eine Wärme zu verleihen. Einer der bekanntesten ist der versnobte BBC-Reporter Martin Sixsmith, der in PHILOMENA (2013) der verzweifelten Philomena Lee (Judi Dench) bei der Suche nach ihrem Sohn hilft, der ihr als Baby weggenommen und zur Adoption freigegeben wurde.
Coogan übernahm nicht nur die Hauptrolle, sondern schrieb auch gemeinsam mit Jeff Pope das Drehbuch, das auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig ausgezeichnet und für einen Oscar® nominiert wurde. Coogan gehört zu den renommiertesten Comedy-Autoren Großbritanniens und entwickelte u.a. mit BBC Radio unterschiedliche Sketch-Shows. Seine berühmteste Comedy-Figur, der Moderator Alan Partridge, dessen Inkompetenz genau so groß ist wie sein Ego, genießt in England echten Kultstatus. Auf diverse Fernsehformate rund um die Kunstfigur Partridge folgte 2013 ein eigener Kinofilm, für den Coogan das Drehbuch schrieb. In ALAN PARTRDIGE: ALPHA PAPA muss der blasierte Moderator in einer Geiselnahme verhandeln, an der er selbst nicht ganz unschuldig ist.
Als Autor war Coogan außerdem an der mit zwei Emmys und einem Golden Globe ausgezeichneten Sitcom LASS ES, LARRY! und vier Staffeln THE TRIP beteiligt, die Coogan den BAFTA für die beste Comedy Performance einbrachte. In Ben Stiller fand er einen langjährigen Filmpartner, der mit ihm in der NACHTS IM MUSEUM-Reihe vor der Kamera stand und ihn für seine Hollywood-Satire TROPIC THUNDER (2008) vor die Kamera holte.
Eine bemerkenswerte Rolle spielte Coogan in der Biografie des legendären Komiker-Duos Dick und Doof. In STAN & OLLIE (2018) steht Coogan als Stan Laurel neben John C. Reilly auf der Bühne und performt die zeitlosen Sketche seiner Bühnenfigur Doof genauso überzeugend wie den Privatmann Stan Laurel.
In DER PINGUIN MEINES LEBENS spielt Coogan nun das, was er am besten kann: einen Mann, der sich alle Mühe gibt, niemanden an sich ran zu lassen. Dabei braucht er nur einen Freund, der sein Herz wieder zum Schlagen bringt. Und wenn es ein Pinguin ist …
Jonathan Pryce
Jonathan Pryce ist ein Mann mit zwei Gesichtern. Den gefährlichen Religionsführer der Spatzen in GAME OF THRONES spielt der Waliser genauso überzeugend wie den beliebten Papst Franziskus im dreifach Oscar®-nominierten Drama DIE ZWEI PÄPSTE (2019).
Sir Jonathan Pryce wurde 1947 geboren und lernte sein Handwerk an der berühmten Royal Academy of Dramatic Art. Seine Arbeit am Theater machte ihn zu einem der renommiertesten Bühnenschauspieler seiner Zeit. Er wurde u.a. mit dem Olivier Award ausgezeichnet und gilt als „ultimativer Hamlet seiner Generation“. Auch in seinen Film- und Fernsehrollen hinterlässt Pryce bleibenden Eindruck. Neben Robert De Niro spielte er in Terry Gilliams abgefahrener Dystopie BRAZIL (1985) die Hauptrolle und tat sich in den folgenden Jahren immer wieder mit dem Regisseur zusammen. Zuletzt spielte Pryce den Don Quixote in Gilliams THE MAN WHO KILLED DON QUIXOTE (2018).
Auch in Blockbustern zeigt Pryce seine Facetten. In JAMES BOND 007: DER MORGEN STIRBT NIE (1997) trat er als Medienmogul auf, der die Weltherrschaft an sich reißen will, in der FLUCH DER KARIBIK-Reihe zeigt er sich als Vater von Keira Knightleys Elizabeth Swann wieder von seiner warmherzigen Seite.
Nach einer Nebenrolle in Martin Scorseses Romanverfilmung ZEIT DER UNSCHULD (1993) spielte Jonathan Pryce in einer seiner besten Rollen den homosexuellen Schriftsteller Lytton Strachey, der mit seiner großen Liebe, der britischen Malerin Dora Carrington (Emma Thompson), in einer außergewöhnlichen Beziehung lebt. Für CARRINGTON (1995) wurde Pryce bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes als bester Darsteller ausgezeichnet.
Seine erste Oscar®-Nominierung erhielt Pryce für seine Performance als Papst Franziskus in DIE ZWEI PÄPSTE. Mit dem zweifachen Oscar®-Preisträger Anthony Hopkins als Papst Benedikt XVI. hatte Pryce einen überragenden Star als Spielpartner und doch waren die Kritiken sich einig, dass der zu oft übersehene Pryce seinen Landsmann in diesem Film schauspielerisch noch übertreffe. Genau wie Hopkins ist auch Pryce im hohen Alter ein viel beschäftigter Mann. In den letzten Jahren ist er Teil zahlreicher Serien-Hits wie SLOW HORSES oder THE CROWN. In Letzterer ist er als Prinz Philip die wichtigste Stütze für die Queen (Imelda Staunton) in der schwersten Krise ihrer Regentschaft. Dafür wurde Pryce für einen Golden Globe und für einen Emmy nominiert.
In DER PINGUIN MEINES LEBENS kehrt Pryce zunächst einmal seine strenge Seite hervor, nur um dann weich wie Butter zu werden. Denn dem Charme des Pinguins kann selbst der rigide Schuldirektor Buckle nicht lange widerstehen.
„Auch wenn wir nicht alle das Glück haben werden, wie Tom einen Pinguin in unserem Leben als Freund zu haben, hoffe ich, dass dieser Film den Zuschauern zeigt, dass die Welt so viel schöner sein kann, wenn wir uns ihr gegenüber öffnen.“ (Peter Cattaneo, Regisseur)
Wenn wir eines aus Peter Cattaneos Filmen lernen, dann, dass die Welt trotz mancher Schieflagen schön sein kann. So wie in seiner Komödie GANZ ODER GAR NICHT (1997), die zum Besten gehört, was britischer Humor zu bieten hat. Darin stellt eine Gruppe arbeitsloser Stahlarbeiter rund um den windigen Gaz (Robert Carlyle) eine ganz besondere Striptease-Show auf die Beine. Dabei stolpern sie immer wieder über das traditionelle Bild des Machomanns und ihre steifen Hüften.
Nachdem Cattaneo bereits für seinen ersten Kurzfilm DEAR ROSIE 1991 direkt für den Academy Award® und den BAFTA nominiert worden war, entwickelte sich sein Langfilmdebüt GANZ ODER GAR NICHT zu einem echten Boxoffice-Hit: Er spielte bei einem Budget von drei Millionen Pfund allein 160 Millionen Pfund an den Kinokassen in Großbritannien ein. Die Komödie gewann einen Oscar®, war für drei weitere nominiert (u.a. Beste Regie und Bester Film) und wurde mit dem BAFTA und dem Europäischen Filmpreis als bester Film ausgezeichnet. In seiner Gaunerkomödie LUCKY BREAK – REIN ODER RAUS (2001) mit James Nesbitt, Bill Nighy und Christopher Plummer widmete sich Cattaneo einer weiteren liebenswerten Loser-Truppe, die aus der Not (in diesem Fall dem Leben in einer Gefängniszelle) eine Tugend macht.
Und auch das von ihm inszenierte Drama MRS. TAYLOR’S SINGING CLUB (2020) mit Kristin Scott Thomas, das von der Gründung eines Chors durch Frauen von Soldaten, die im Kriegseinsatz sind, erzählt, entwickelt aus einer Ausnahmesituation wunderbar witzige Momente.
Für die ist in DER PINGUIN MEINES LEBENS der Drehbuchautor Jeff Pope zuständig. Der Autor und TV-Produzent arbeitet seit vielen Jahren mit seinem engen Freund und kreativen Partner Steve Coogan zusammen. Ihr größter gemeinsamer Erfolg ist das vierfach Oscar®-nominierte Drama PHILOMENA, das den beiden zum Goldenen Löwen und zum BAFTA für das beste Drehbuch verhalf. Nachdem Coogan für die nächste Zusammenarbeit STAN & OLLIE vor die Kamera wechselte, schrieben die beiden das Drehbuch für Stephen Frears' Drama THE LOST KING (2023). Es klingt wie ein Märchen: Die Eingebung einer Hobby-Historikerin (Sally Hawkins) führt zur Entdeckung der lange verschollenen sterblichen Überreste Königs Richard III.
Doch die Geschichte ist wirklich so passiert. Ebenso unglaublich, aber wahr ist auch die Geschichte, die DER PINGUIN MEINES LEBENS erzählt: Ein wilder Pinguin, der von einer Ölkatastrophe betroffen ist, wird zum treuen Begleiter seines Retters und weicht diesem bis zum Ende seines Lebens nicht mehr von der Seite. Ein Film, der nicht nur die Herzen von Pinguin-Fans öffnen wird!
DER PINGUIN MEINES LEBENS startet am 24. April im Kino!
Autor/-in: J.Leipnitz
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