HORIZON

Kevin Costner und der Western - Eine Liebesgeschichte

Kevin Costner
HORIZON, Rechte bei Tobis

Kevin Costner ist wieder zurück auf der großen Leinwand und tut, was er am besten kann: Er spielt die Hauptrolle in einem Western, den er selbst produziert und inszeniert hat.

Das Leinwand-Epos HORIZON ist das große Kino-Comeback des Hollywood-Stars. Und es ist der Höhepunkt seiner Reise durch den Wilden Westen der USA. Wir nehmen euch mit auf Kevin Costners Ritt durch die raue, aber auch wild-romantische Szenerie, die ihn bereits als Kind faszinierte und zu so manchem Meisterwerk inspirierte. Aufgesattelt und los geht’s!  

„Die echten Cowboys waren zurückhaltend. Sie wählten ihre Worte mit Bedacht. Wenn man miteinander kommunizierte, war das wie ein Tanz. Das fasziniert mich so an dieser Zeit. Und die rohen Gewalten, denen die Menschen damals in der Wildnis ausgesetzt waren. Es gab dort kein Gesetz. Die Menschen waren sich selbst überlassen.” - Kevin Costner

Erster Halt 1986: SILVERADO bedeutet den Durchbruch

Seinen ersten großen Leinwandauftritt teilte sich Kevin Costner mit Kevin Kline, Scott Glenn und Danny Glover: Der junge Jake (Costner) schließt sich einer Gruppe von Reitern an, die das Schicksal zusammengeführt hat und die daraufhin gemeinsam für ein wenig Recht und Ordnung im Wilden Westen sorgen.

 

Unter den vier Hauptdarstellern fiel Costner, der mit sieben Jahren das erste Mal auf einem Pferd saß, dem Publikum durch seine Reitkünste auf und überzeugte in der Rolle des vorlauten Jake auch schauspielerisch. Mit gewaltigen Naturpanoramen, markigen Sprüchen und Colts, die schon dreimal abgefeuert wurden, noch bevor man überhaupt einmal blinzeln kann, bescherte SILVERADO Kevin Costner den Durchbruch in Hollywood:

„Dieser Film hat meine Karriere begründet. Ich werde nie vergessen, wie glücklich ich war, endlich in einem Western dabei zu sein. Das war mein Lebenstraum, seit ich als Siebenjähriger gebannt DAS WAR DER WILDE WESTEN gesehen habe. Dasselbe Glücksgefühl habe ich nun mit HORIZON wieder.”

Heute wird Lawrence Kasdans Kassenschlager von manchen als bester Kevin Costner-Western bezeichnet, dem zu Unrecht viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Nächster Halt 1991: DER MIT DEM WOLF TANZT schreibt Filmgeschichte

Über den Verdacht, zu wenig Aufmerksamkeit zu bekommen, ist Costners Meisterwerk DER MIT DEM WOLF TANZT in jeder Hinsicht erhaben. Dabei wollte in Hollywood kein Studio etwas von der Geschichte über einen weißen Soldaten wissen, der die Einsamkeit des Wilden Westens sucht und dabei seine Liebe zu der Lebensweise der amerikanischen Ureinwohner entdeckt.

 

Kevin Costner spielte die Hauptrolle des Lieutenant John Dunbar, übernahm die Regie und produzierte den Film schließlich auch mit seinem aus der Not heraus selbst gegründeten Produktionsunternehmen. Das Risiko zahlte sich voll aus. DER MIT DEM WOLF TANZT nahm weltweit über 400 Millionen US-Dollar ein, gewann drei Golden Globes und sieben Oscars®: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera, Beste Musik, Bester Schnitt und Bester Ton. Ein weitaus größerer Verdienst von DER MIT DEM WOLF TANZT war allerdings die Abkehr von klischeehaften Darstellungen amerikanischer Ureinwohner. Der Spiegel schrieb damals:

„[I]n keinem Western bisher wurde der indianischen Kultur und Lebensweise längst vergangener Zeiten so tiefe Sympathie bekundet wie in Costners dreistündigem Breitwand-Epos.”

Costners Regiedebüt gilt nicht nur als einer der besten Western, der zugleich einen Wendepunkt im Genre markiert, sondern auch als einer der besten Filme überhaupt.

1994: Das Duell um WYATT EARP - DAS LEBEN EINER LEGENDE

Mit dem unglaublichen Erfolg von DER MIT DEM WOLF TANZT im Rücken ging Kevin Costner sein nächstes Western-Projekt an: Die Verfilmung der Lebensgeschichte des berüchtigten Revolverhelden Wyatt Earp. Da er sich über die Dimension des Films mit seinem Partner, dem Drehbuchautor Kevin Jarre, jedoch nicht einigen konnte, wandte sich Costner erneut an seinen Förderer Lawrence Kasdan und realisierte mit ihm seine Version vom Leben Wyatt Earps mit ihm selbst in der Hauptrolle.

 

Der ursprünglich mit Kurt Russell als Wyatt Earp konzipierte Film von Kevin Jarre wurde dennoch gedreht und so entstand TOMBSTONE (1994) als direkte Konkurrenz zu Costners Film zeitgleich und startete sechs Monate früher im Kino. Das Duell zwischen den beiden Filmen mit Kevin Costner, Dennis Quaid und Gene Hackman auf der einen Seite und Kurt Russell, Val Kilmer und Sam Elliott auf der anderen entschied TOMBSTONE sowohl an den Kinokassen als auch unter Kritiker:innen knapp für sich. 

 

2004: OPEN RANGE - WEITES LAND belebt den Western neu

13 Jahre nach seinem Megaerfolg DER MIT DEM WOLF TANZT realisierte Costner seinen zweiten Western als Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller.

Für die weiteren Hauptrollen konnte Costner außerdem Oscar®-Preisträger Robert Duvall und Annette Bening gewinnen. Trotz der vielversprechenden Besetzung musste Costner wieder mit seinem Privatvermögen einspringen, denn das Westerngenre galt an den Kinokassen als tot. 

OPEN RANGE wurde ein klassischer Genrevertreter mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen (Costner engagierte J. Michael Muro, der bereits an der Oscar®-prämierten Kameraarbeit von DER MIT DEM WOLF TANZT beteiligt war), wortkargen Helden und einem Showdown zwischen Gut und Böse, der nicht vorbei ist, bis die allerletzte Kugel ihr Ziel gefunden hat. Das alles inszenierte Costner mit so viel Feingefühl, dass die Skeptiker spätestens angesichts des Kassenerfolgs und der begeisterten Kritiken verstummten. 

2020: YELLOWSTONE modernisiert den Wilden Westen

In den USA ist die Serie um die Familiendynastie der Duttons mit Kevin Costner als Oberhaupt John Dutton ein echtes Phänomen. Nur der Superbowl erzielt höhere Einschaltquoten als YELLOWSTONE. Und auch in Deutschland hat der Neowestern im Serienformat ein begeistertes Publikum gefunden. Ohne Costners Starpower wäre das nicht möglich gewesen. Die Rolle des John Dutton, der die seit Generationen im Familienbetrieb geführte größte Ranch der USA führt, schrieb Taylor Sheridan ihm auf den Leib und ohne die Zusage seines Idols hätte Sheridan die Serie begraben. 

 

Welche Bedeutung Costner für den Erfolg von YELLOWSTONE hat, zeigte sich 2023, als nach seinem Ausstieg klar wurde, dass es nach der fünften Staffel keine Weitere geben wird. Zum Glück gibt es trotzdem jede Menge Stoff für Western-Fans, denn YELLOWSTONEs Erfolg hat ein ganz eigenes Universum geschaffen. Wer tiefer in die raue Welt der Prärie eintauchen will, findet in den Star-gespickten Spin-Offs 1883 mit Billy Bob Thornton, 1923 mit Helen Mirren und Harrison Ford und LAWMEN: BASS REEVES mit Donald Sutherland originelle Geschichten. Und das war noch längst nicht alles, was Taylor Sheridan über den Wilden Westen zu erzählen hat. Mit 6666, 1944 und 2024 sind bereits drei weitere Spin-Offs in Planung.

2024: HORIZON hebt den Western auf ein episches Niveau

Dieses Jahr führt Costners lange Reise ihn endlich wieder ins Kino! Nach über 20 Jahren tritt er wieder als Regisseur auf und setzt seiner großen Liebe, dem Western, ein monumentales Denkmal in noch nie dagewesener Dimension. HORIZON erzählt eine 15 Jahre umspannende Geschichte über die Besiedlung des Wilden Westens: Vorboten des Amerikanischen Bürgerkriegs erschüttern den Süden Nordamerikas. Weiße Siedler besetzen auf ihrem Zug nach Westen das Land der Apachen.

 

Luke Wilson
HORIZON, Rechte bei Tobis

Die rächen sich brutal an den Neuankömmlingen. Aber auch unter den Weißen herrscht blutiges Chaos. Der Vater der gefürchteten Sykes-Brüder wird Opfer eines Anschlags. Seine Söhne nehmen sogleich die Verfolgung der Attentäterin auf. Die Western-Saga HORIZON beginnt.

 

Der erste Teil des auf vier Filme angelegten Leinwand-Epos' startet am 22. August in den deutschen Kinos. Am 7. November folgt die Fortsetzung. Es ist der Auftakt eines Kino-Events, wie wir es noch nie gesehen haben!

Autor/-in: J.Leipnitz

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