Seit Jahrhunderten wird der Untergang der Welt prophezeit. Bis jetzt gibt es unsere Erde noch – auch, wenn es sich gerade mal wieder so anfühlt, als stünden wir kurz vor dem Kollaps. Aber wie würde das Leben in einer zerstörten Welt tatsächlich aussehen?
Zum Kinostart von GREENLAND 2, der in beeindruckenden Bildern und mit einer starken emotionalen Story zeigt, wie das Leben nach einem verheerenden Kometeneinschlag aussehen könnte, haben wir uns beliebte Filme, Serien und Games angesehen, die sich mit dem Weltuntergang beschäftigen und uns gefragt: Wie realistisch sind die? Stellt sich heraus: Es ist für jeden Geschmack was dabei ...

Was würde passieren, wenn sich ein Himmelskörper auf Kollisionskurs mit der Erde befände? Diese Frage haben sich Ric Roman Waugh und Michael Bay gestellt und darauf in ihren Kinofilmen sehr unterschiedliche Antworten gefunden. Für GREENLAND machte Waugh bewusst den Realitätscheck: In der Vorbereitung konsultierte er Wissenschaftler am NASA Jet Propulsion Laboratory und informierte sich über die physikalischen Eigenschaften von Kometen und Einschlägen, um die Bedrohung so glaubwürdig wie möglich zu inszenieren.

Das Ergebnis war ein auch emotional starker Film, der statt Superhelden-Pathos den Überlebenskampf einer Familie zeigt und fragt: Wozu sind Menschen bereit, wenn es um das eigene Überleben geht? Wie würde eine Evakuierung ablaufen, wenn Millionen gleichzeitig raus wollen?

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In Gerard Butler findet der Film einen Helden, der nicht unfehlbar ist – und trotzdem in einer Ausnahmesituation über sich hinauswächst.
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Michael Bay setzte bei ARMAGEDDON voll auf Hollywood-Action und opferte die Gesetze der Physik zu Gunsten maximaler Unterhaltung. Ein riesiger Asteroid hat sich so lange versteckt, bis nur noch wenige Tage bleiben, um ihn zu analysieren und Gegenmaßnahmen zu treffen. Bohrexperten werden im Zeitraffer zu Astronauten, um einem Asteroiden mit Ölbohrern zu Leibe zu rücken. Die NASA ordnete ARMAGEDDON als unrealistisch ein und selbst Hauptdarsteller Ben Affleck fragte Bay, ob es nicht einfacher gewesen wäre, Astronauten zu Bohrexperten umzuschulen, statt andersherum. Bays Reaktion fiel kurz und deutlich aus: „Shut the fuck up!“ („Halt verdammt nochmal die Schnauze!“).
Von der großen Leinwand geht’s in die Serie – und zwar unter die Erde. Denn beide Formate starten mit derselben Grundidee: Eine globale Katastrophe macht die Erdoberfläche für Menschen unbewohnbar. Also ziehen sie sich unter die Erde zurück.
Ein spannendes Szenario, das Stoff für zwei erstklassige Serien liefert! In SILO hat sich die unterirdische Gesellschaft über Jahrhunderte hinweg nach Klassen sortiert, obwohl die Gleichheit aller Bewohner:innen propagiert wird. Die Ressourcen sind knapp, also wird alles rationiert. Auch die Fortpflanzung wird streng überwacht. Sämtliche Technologie ist möglichst robust und wartungsarm. Recycling hat oberste Priorität. In die Ausstattung der Serie ist unheimlich viel Arbeit geflossen und das zahlt sich aus. Das Silo wirkt wie ein real existierender Ort, an dem auf 144 Ebenen tausende Menschen leben und auch die Probleme, die sich durch diese unnatürliche Lebensweise ergeben, sind nachvollziehbar.
In der auf der Computerspielreihe basierenden Serie FALLOUT trieb ein atomarer Anschlag die Menschen in Bunker. Wer es nicht geschafft hat, ist verpufft, wurde verstrahlt oder mutierte. Ghule und andere monströse Kreaturen bevölkern die verwüstete Erde. In dieser komplexen postapokalyptischen Welt trifft mittelalterliche Ritterlichkeit auf Turbokapitalismus. Um in dieser Retrozukunft im Charme der Fünfziger Jahre, gepaart mit futuristischer Technologie, zu überleben, hilft nur schwarzer Humor und genau diese abgefahrene Kombination macht FALLOUT extrem unterhaltsam! Realismus geht natürlich anders … aber dafür gibt’s ja SILO.
Wenn es um Apokalypsen geht, dürfen Zombies natürlich nicht fehlen. Eine durchaus realistische Erklärung, warum Menschen zu blutrünstigen Monstern mutieren, liefert THE LAST OF US: Ein Pilz infiziert sie und übernimmt die Kontrolle über ihre Gehirne. Ein Phänomen, das in der Natur tatsächlich vorkommt. Aber auch darüber hinaus stellt sich der Überlebenskampf ziemlich realistisch dar. Man muss mit knapper Munition und improvisierter Heilung durch die verwüstete Gegend schleichen, anstatt sich durchzuballern. Überleben fühlt sich wie Arbeit an und man baut zu den Charakteren eine echte Bindung auf. Wer eine spannende, menschenzentrierte Geschichte über den Zusammenbruch der Gesellschaft mit starkem Charakterrealismus sucht, wird bei THE LAST OF US fündig.
RESIDENT EVIL 6 ist hingegen so etwas wie die Michael-Bay-Version der beliebten Horror-Reihe. Das Spiel inszeniert seine Apokalypse als globales Action-Spektakel: wuchtige Setpieces, Explosionen – und ein irrer Superstunt reiht sich an den nächsten. Wie absurd wollen wir die Mutationen gestalten? „Ja!“, lautet offenbar die Antwort, denn RESIDENT EVIL 6 fährt groteske Boss-Situationen und Eskalation am laufenden Band auf. Aber kein Problem: Die Held:innen wirken dabei nahezu unverwundbar. Da kommt kaum Survival-Stimmung auf – und um Realismus geht es hier ohnehin nicht. Stattdessen ist das Spielerlebnis dank Setpiece-Inszenierung und Kugelschwamm-Gegnern konsequent auf maximalen Unterhaltungsfaktor getrimmt.
Wer Lust auf ein geerdetes Survival-Drama UND spektakuläre Bilder auf der großen Leinwand hat, sollte sich GREENLAND 2 nicht entgehen lassen! Der Katastrophenfilm mit Gerard Butler vereint einen realistischen Blick auf die Welt nach der Katastrophe mit einer emotionalen Handlung rund um eine ganz normale Famile – das Ganze dazu hochspannend erzählt und mit viel Action, wie es sich für einen Film mit Gerard Butler gehört. Jetzt nur im Kino!
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Autor/-in: J.Leipnitz